Was wir unter den Baum legen

24. November 2011, 17:08
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Was sollen Christkind und Weihnachtsmann heuer bringen? Ganz oben auf dem Wunschzettel stehen Reisen und Bücher - Die große, österreichische RONDO-Geschenke-Umfrage 2011

Ein Buch funktioniert fast immer. Auch wenn es im Grunde ein problematisches Geschenk ist: Frei nach Schopenhauer ist mit dem Besitz eines Buches ja nicht die Zeit verbunden, es zu lesen oder gar sich seinen Inhalt zu eigen zu machen. Und die Zeit zum Lesen und zum Nachdenken kann man schlecht mitschenken.

Und doch geben 33 Prozent der Österreicherinnen und 23 Prozent der Österreicher an, dass sie sich zu Weihnachten Bücher wünschen - ob gedruckt, als E-Book oder als Hörbuch. Und weitere sieben Prozent hätten Freude mit einem Kochbuch. Ganz falsch liegt man mit solchen Buchgeschenken also nicht: 38 Prozent geben in einer Market-Umfrage für den STANDARD an, dass sie vorhaben, Bücher zu verschenken, und wiederum sieben Prozent haben zudem vor, Kochbücher zu verschenken - wobei Frauen doppelt so oft Bücher unter den Christbaum legen wie Männer.

Die Frage nach den Geschenkempfängern macht klar: Bücher bleiben in erster Linie in der Familie.

Geschenke für die lieben Kleinen

Viele Bücher sind Geschenke für Kinder und Enkelkinder - 35 Prozent der Buchschenker geben kleine Kinder als Empfänger an, weitere 16 Prozent erwachsene Kinder. Geschwister und andere Verwandte kommen für 40 Prozent infrage - der eigene Partner nur für 26 Prozent, da kennt man ja die Lesegewohnheiten am besten, teilt vielleicht auch die Schopenhauer'sche Erkenntnis, dass man ja die Lesezeit nicht mitschenken kann.

Kinder, zumindest einige Kinder, werden also zum Lesen angehalten. Aber gerade für Kinder gibt es eine Reihe von Geschenken, die mindestens so gerne gekauft werden. Die Liste der Kindergeschenke wird selbstverständlich von Spielsachen angeführt. Acht von zehn Spielsachen, die heuer gekauft werden, gehen an die eigenen Kinder oder an Enkerln.

Es findet sich unter dem Weihnachtsbaum aber auch "Abenteuerliches, z. B. Heißluftballonflug, Segeltörn, Schlittenhunderennen, Segway-Touren, Survival-Training et cetera" für die lieben Kleinen - 45 Prozent der (zugegeben: kleinen) Gruppe von Konsumenten, die solch abenteuerliche Geschenke auf der Einkaufsliste haben, wollen diese Kindern zugute kommen lassen. Mehr als die Hälfte der Käufer, die Unterhaltungselektronik wie MP3-Player auf dem vorweihnachtlichen Einkaufszettel stehen haben, planen den Geschenkkauf für Kinder, ergibt die Market-Studie für den STANDARD .

Wer dagegen plant, heuer ein Handy zu verschenken (das tut immerhin jeder zwölfte Befragte), kauft dieses mit großer Selbstverständlichkeit für den Partner oder die Partnerin, nur jedes vierte Weihnachtshandy ist für Kinder gedacht.

Umgekehrt: Wer wünscht sich ein Handy? Jeder zehnte Befragte - Jüngere deutlich häufiger als Telefonierer über 50 - hätte gern ein Handy zu Weihnachten.

Die Wunschliste, die Market 504 repräsentativ ausgewählten Mitbürgern vorgelegt hat, umfasst 41 Positionen: Ganz oben steht eine Reise - und sei es auch nur ein Kurzurlaub oder ein Wochen- ende in einer Therme. Diese Art von Geschenk wünschen sich 49 Prozent der weiblichen und 30 Prozent der männlichen Befragten. An zweiter Stelle kommen mit 28 Prozent die Bücher, an dritter stehen mit 27 Prozent Einkaufsgutscheine.

Gutscheine sind kein Tabu

Das sind ja an sich heikle Geschenke, der Beschenkte sieht ja auf einen Blick, wie viel er oder sie dem Schenkenden "wert" ist. DER STANDARD ließ also nachfragen: "Geschenkgutscheine, die man kauft, haben ja den Vorteil, dass der/die Beschenkte die näheren Details selber auswählen kann und damit genau das bekommt, was er/sie wirklich möchte. Der Nachteil ist, dass Gutscheine nicht so persönlich sind, dass man sich vielleicht denkt, der Schenkende habe sich nicht genug Mühe gegeben. Wenn Sie nach Ihrem Gefühl gehen: Überwiegen die Vorteile der Geschenkgutscheine oder eher die Nachteile?" Eindeutige Antwort: Die Vorteile überwiegen. Das sagen 76 Prozent - nur für eine Minderheit von elf Prozent überwiegen die Nachteile.

Nur 14 Prozent der Befragten - Frauen stärker als Männer - geben auf Nachfrage an, dass es irgendwie peinlich wäre, durch einen Einkaufsgutschein den materiellen Wert des Geschenks zu kennen.

Weiter in der Wunschliste: Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann (im Schnitt ergibt das 26 Prozent der Befragten) wünschen sich etwas aus dem Bereich der Wellness, etwa Massagen.

24 Prozent wünschen sich ein Essen in der gehobenen Gastronomie - ein Wunsch, den vor allem jüngere, höher gebildete Befragte teilen. 27 Prozent der Frauen und immerhin 13 Prozent der Männer setzen Kosmetika, Parfums und Düfte auf den Wunschzettel, ganz ähnlich ist das mit Kultur, also etwa Konzert- und Musicalkarten: Die wünschen sich 29 Prozent der Frauen, aber nur 13 Prozent der Männer.

Schwer zu beschenkende Männer

Auf der Liste folgen Bekleidung (20 Prozent), "Romantisches für zwei" (17 Prozent) und ex aequo auf dem zehnten Platz Schuhe, Handtaschen, Lederwaren sowie CDs und DVDs, die je 13 Prozent auf der Wunschliste stehen haben.

Bei all den Wünschen fällt auf, dass sie von Frauen deutlich stärker geäußert werden als von Männern. Männer sind offenbar schwer zu beschenken: Nur bei Autos und Autozubehör (gewünscht von neun Prozent der Männer und nur zwei Prozent der Frauen), Computern, Unterhaltungselektronik, Sportgeräten und Antiquitäten äußern Männer deutlicher ihre Wünsche als die Frauen.

Etwas anders als die persönliche Wunschliste sieht die Einkaufsliste aus, die Market die 504 repräsentativ ausgewählten Befragten am Computer erstellen ließ: 40 Prozent verschenken Bücher, je 34 Prozent Spielwaren und Einkaufsgutscheine, 29 Prozent Bekleidung und 25 Prozent Kosmetika. Knapp jeder fünfte Befragte verschenkt Weihnachtskarten, etwa ebenso viele wollen eine (wenn auch vielleicht nur kurze) Reise verschenken. An allerletzter Stelle stehen Schönheitsbehandlungen und Operationen. Die kann man so schwer unter den Baum legen. (Conrad Seidl/Der Standard/rondo/25/11/2011)

Umfrage: --> Und was soll für Sie unterm Baum liegen?

 

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