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+++Pro
Von Christoph Winder
Oh ja, wir leben in verzärtelten Zeiten. Hätte man einen Bewohner des alten Sparta gefragt, ob er "pro" oder "kontra" kaltes Duschen sei, er hätte dem Fragesteller auf der Stelle den Kopf abgeschlagen. Denn eines ist fix: Die elementarste Mannesehre gebietet es, niemals auch nur einen Tropfen Warmwasser ans Brustfell oder an die Haut zu lassen. Und dies zu Recht. In allen Hochkulturen wurden Männer, die sich mit Wasser über der viril noch statthaften Temperaturgrenze von zehn Grad Celsius wuschen, als Memmen verlacht. Wie anders denn als Lulu sollte man auch jemanden bezeichnen, der sich von oben her von einem bacherlwarmen Tröpfchenregen benetzen lässt? Und sich dazu womöglich noch parfümiertes "Shower Gel" über den Körper gießt?
Zum Glück kommt jetzt die beste Jahreszeit für die verschärfte Kaltwäsche. Morgens um fünf in den frostklirrenden Garten, ausgiebig duschen, dann ein kerniges Frühstück: ein Teller Blutsuppe, ein Büschel Herbstlaub, eine Handvoll Kies. Wir Männer brauchen das, wir Männer sind so.
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Kontra---
Von Harald Fidler
Bamhackl. Mit diesem etymologisch unzugänglichen, aber umso klingenderen Begriff bezeichnet man, jedenfalls zwischen Hintersdorf und Haselbach, über längere Zeiträume gebildete, schon kompakt verhärtete Schmutzschichten auf menschlicher Haut. Lebender Haut, soferne man unter dieser Membran aus Dreck noch Leben feststellen kann. Bamhackl ist praktisch. Er schützt im Winter vor Kälte, im Sommer vor Sonnenbrand, das ganze Jahr vor allzu nahe gehendem Kontakt mit Menschen oder anderer feindlicher Umwelt. Auch vor jenem mit Wasser.
Wer den Bamhackl trotz all der Vorteile ab und an (also alle paar Monate) loswerden will, klopft ihn sich mit beherzten Schlägen vom Leib. Gesellige Haselbacher laden zum Abschlagen des Bamhackls andere ein, doch gesellig ist dieser Menschenschlag eher nicht. Zwischen Hintersdorf und Haselbach werden Kaltduscher im allerbesten Fall belächelt.
Es gibt tatsächlich Leserinnen und Leser, die selbst Texte in dieser Rubrik ernst nehmen. Bin gespannt, wie die künftig mit mir umgehen. (Der Standard/rondo/18/11/2011)
Die Suche in Taschentiefen oder Zimmerfluchten ersparen oder Understatement mit einem einzigen Klingelton
Am Ende eines gemütlichen Kaffeehaustages kann sich die Übersicht leicht eintrüben - Oder: Dies wäre eine Infragestellung der Integrität des sinnierenden Stadtmönchs
Die dumme Augustine trug sie und wurde umjubelt, aber der Modetrend gilt als Gegenteil von Freiheit
So ein charakterstarker Sattelschutz gibt uns den allerschönsten Schliff im Meer des seriösen Gleichklangs - Oder: der Schoner steht dem Wesen des Radfahrens entgegen
Die gedruckte Zeitung darf nicht sterben - oder: Wenn gedruckte Gedanken zu Wischdiensten abkommandiert werden, sterben sie einen feuchten Tod
Maunchmoi is scho vü gscheida, ma bleibt bei dem wos ma dalernt hot oder Hochsprache ist Facebook-Sprache
Ein Zeichen einer erwarteten Gemütlichkeit oder so graziös wie Bambi auf dem zugefrorenen Teich
Einen Goldfisch damit nach Hause transportieren oder Liebe geht durch den Magen
Weshalb das viel gepriesene "Runner's High" in der Stadt mitunter auf sich warten lässt und das duch-die-Stadt-joggen eine Sightseeing-Tour ersparen kann
Ein gerade unübertreffliches Glücksrezept oder logistischer Stress durch neumodisches Brauchtum?
Seine Entscheidung - "eine oda auße?" - jederzeit staufrei revidieren oder es ist nicht der Mensch, der den Rhythmus vorgibt
"Damit sich nicht wieder irgendein Armleuchter in den Luster hängt" oder "Fröhlichkeit ganz ohne Alkohol ist immer etwas gezwungen"
"Welcher Superstar wird dich heiraten?" oder Danke, wir wollten es echt nicht so genau wissen
Her mit der heißen Ware, oder sind erotische Geschenke einfach nur peinlich?
"Das WC ist nicht Rückzugsraum, sondern reine Bedürfnisanstalt" oder: "Undenkbar, dieses Elend den Blicken einer weiblichen Laufkundschaft preiszugeben"
Wer die Lure aus dem Stockwerksautomaten am Platz genießt, versäumt nichts Spannendes - oder die Sitten im Büro sind immer nur so rau wie das Leben auf der Straße
Rockgott versus Gott der Allmächtige - zumindest wenn es um die Frage nach hell oder dunkel geht
Heißer Tee, Suppe oder auch Punsch oder die Eismischerzunft soll endlich auf den Klimawandel reagieren
Weshalb der Alltag der KollegInnen schon interessant ist und portionierte Grußbekanntschaften einem weißen Wal das Leben schwer machen
"Mindestens haltbar bis ..." - "Best before" ist schlicht irreführend übersetzt oder ein farbenprächtiger Abdruck einer Fontäne an der Toilettenwand
In der Leichtigkeit muss man das Üppige wählen oder der Schaum, ein Traum
Wer nicht mit Kanonen auf Brösel schießt, greift zum Bartwisch und dessen Zwilling, dem Schauferl oder ihr Traditionsritter von der traurigen Gestalt
Gluck, gluck, und runter damit oder rot steht für Wärme, Leidenschaft und große Gefühle
Man kann sich, muss sich aber nicht festlich kleiden oder das Wohnzimmer ist und bleibt eine pinguinfreie Zone!
Ich kenne 'Baumbart' aber Bamhackl?? auf jeden Fall sollte nicht zu heiß geduscht werden und gegen Ende des vertikalen Waschgangs auf jeden Fall eher kälter duschen.Somit ist dann auch der 'Eco-Fräsh-Faktor' ;-) gegeben und der Kreislauf in Schwung! %-) Oder noch besser: Schwitzhütte machen und sich anschließend in den kalten Gebirgsbach legen.... brrr... damit du spürst dass du lebst!
2 artikel: der eine ist zwar proletoid und unlustig geschrieben aber behandelt wenigstens das pro-gebiet.
aber das gegenteil von kalt duschen ist nicht "nicht duschen" sondern "warm duschen".
das ist eine klare themenverfehlung - für sowas gabs bei mir in der schule vom deutschlehrer eine 5.
Ich habe das Kamusutra nie studiert, aber ich glaube die Position "Launische Forelle", unter einem kristallklaren Wasserfall an den Hängen des Himalaya zu praktizieren, ist dort mit gutem Grund nicht vorgesehen.
[ich musste mich wg. erotischer Blumigkeit kurz noch mal kundig machen und dabei feststellen, dass Barbie & Ken doch gewaltig abtörnen und mehr was für den Fitness-Raum sind:
http://www.jolie.de/kamasutra... AodCU11qQ) ]
Brauche ich nicht. In meinem Alter kann man es sich mehr leisten, wählerisch zu sein - anything that goes, goes. Aber ich habe festgestellt, dass der Link auch zu denTests "Wie pervers bin ich?" (oho, meiner Treu, ganz schön!) und "Lebe ich mich richtig aus?" führt und an einem der langen Winterabenden, die bevorstehen ...
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