Klassische Wien-Wien-Situation

17. November 2011, 17:01
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    foto: verlag
  • Christian Petz: "Die neue Wiener Küche". Brandstätter Verlag 2011, 191 S., € 34,95
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    Christian Petz: "Die neue Wiener Küche". Brandstätter Verlag 2011, 191 S., € 34,95

Weil Christian Petz nicht nur großer Koch, sondern auch ein kluger Kopf ist, wurde sein neues Wiener Kochbuch ganz speziell gut

Auch wenn ihm jetzt auf gut Wienerisch die Grausbirnen aufsteigen - es gehört gesagt: Christian Petz ist fällig, und zwar für einen möglichst großgoldenen Orden der Stadt Wien. Wie sich der begnadete Koch nach seinem Rückzug aus der High-End-Gastronomie neu erfunden und (gemeinsam mit Badeschiff-Erfinder Geri Ecker) am Donaukanal eine für Wien revolutionäre, zeitgemäße, ganz und gar entspannte Form des wienerischen Essens geschaffen hat, das war für die bekannt sklerotische, stark formelhafte Lokalszene der Stadt von kaum zu überschätzender Wichtigkeit.

Am Badeschiff wird vorgemacht, dass ein richtig gutes, ambitioniertes Restaurant auch in selbsgebasteltem Ambiente, ohne Klimaanlage, kostspielige Möblage aus dem Gastroausstatter-Katalog, Tischtücher oder gar aufgebrezelten WC-Trakt auskommen - und dennoch zu der In-Adresse schlechthin aufsteigen kann. Plötzlich erscheint es alles andere als ungewöhnlich, wenn junge, unprätentiöse Wirtshäuser aufsperren, die sich auf neue Art am Rezeptekanon abarbeiten, den ihnen die lokale Küchentradition bietet.

Kompendium herrlich wienerischer Rezepte

Insofern ist es nur logisch, dass Petz seinem unternehmerischen Statement nun ein weiteres nachlegt - in Form eines Kochbuchs. Die neue Wiener Küche ist ein Kompendium herrlich wienerischer Rezepte, nach Petz' Manier in zeitgemäße Form gebracht: von der Tellersulz vom Spanferkel über den Gabelbissen und den Kochsalat mit Erbsen (in Kombination mit aufregend guten Milzravioli!) bis zu fantastischen Hecht-Rezepten und Petz' noch aus Palais-Coburg-Zeiten legendärer Kitzschulter. Klassiker wie Rieslingsbeuschel mit gebratenem Pulpo oder Zander mit Brotgewürzen werden lässig, wie nebenbei, serviert. Spätestens beim Durchblättern kommt man auch drauf, dass für wirklich gutes Essen nach Wiener Fasson unbedingt irgendwo am Herdrand ein bissl klare Suppe (idealerweise vom Hendl) vor sich hin köcheln muss.

Die größte Freude werden viele aber mit dem "Nicht Fleisch, nicht Fisch" überschriebenen, vegetarischen Teil des Buchs haben. Wie da Uralt-Klassiker wie Einbrennte Hund, Krautkrapfen oder Fisolengulasch in die neue Zeit übersetzt werden und Cremespinat mit Ei durch hauchzarte Rahmravioli zur Delikatesse wird, das macht schon extreme Lust aufs Nachkochen. Am Allerbesten: Panierter Kochsalat mit Paradeisern und Sauce Tartare! (corti/Der Standard/rondo/17/11/2011)

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15 Postings
Der Corti hat vielleicht eine Ahnung von der

... Petz´schen Küche, aber von der Wiener Küche ganz sicher nicht. Der sollt a bisserl im Ruhm herum schmökern, dann weiß er, was Wiener Küche ist.

gar aufgebrezelten WC-Trakt

sorry, für männer gehts ja noch - aber für die damen ist das klo eine zumutung - einfach nur grauslig.

Ist das Kipferl auf der Suppe

vom Frühstücksbuffet übrigen geblieben?
Ernsthaft - wie ist man sowas mit einem Löffel? Biskuitschöber haben in etwa die selbe Größe und lassen sich, da aufgeweicht, leicht zerteilen - das Ding ist aber bestimmt knusprig und aus Blätterteig, daher mit einem Löffel ohne Sauerei kaum zerteilbar - Cremeschnitteneffekt.
Bin dafür, dass Essen so serviert wird, dass man es mit dem zur Verfügung gestellten Werkzeug auch in den Mund befördern kann - alles andere ist Folter des Gastes.

Man isst es mit der Hand!

...wie jedes Kipferl

Ich stirl'

doch net mit der Hand ein halbaufgeweichtes Kipferl aus der Suppe und tröpfel damit den halben Tisch und mein Hemd voll.

Was um alles in der Welt hat klare Hendlsuppe mit Wiener Küche zu tun?

Die wird im Idealfall eingemacht und mit Bröselknöderl serviert, aber man tut sie doch nicht ins Essen ("Hühnerbrühe")!

Sein's net so streng

Es heisst ja immerhin "Neue" Wiener Küche

neue wiener küche die 10te...

adolf und olga hess.... mehr neue wiener küche brauchts ned... der rest ist nur selbstvermarktung maroder lokale... das badeschiff ist der beste beweiss..

Das Bdeschiff hat eine sehr tolle Küche...

i sog jo ned das des essen schlecht ist... nur des lokal is eben in oasch...

Na als Lokal...

...ist es natürlich a bisserl "punkig", aber ich denke (hoffe!), dass ist so gewollt!?

punkig? rotzkalt, dreckig, chaotisch, i will mi gar ned ausspeiben aber des kann ned gewollt sein... und wenn ma a bisserl die lage anschaut dann war das sicher ein guter schachzug den christian petz an land zu ziehen und somit gäste, bevor der kahn untergeht...

Some like it "cool" ;-)

grün, aber ich möchte anonym bleiben ;-)

ma, krautkrapfen!

allein für das steht das buch jetzt auf der wunschliste!

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