Der andere "Tschianti"

18. November 2011, 16:36
  • Empfehlenswert: Colognole, Frascole, Castello di Trebbio, Marchesi Gondi - Tenuta Bossi, Il Prato
    foto: reuters/giampiero sposito

    Empfehlenswert: Colognole, Frascole, Castello di Trebbio, Marchesi Gondi - Tenuta Bossi, Il Prato

Luzia Schrampf lotst tief ins Chianti-Gebiet

Chianti ist eine jener Weinlandschaften, die dank der Pizzerien dieser Welt selbst dem Eingefleischtesten aller Biertrinker ein Begriff ist. Vor dessen geistigem Auge ziehen Toskana-Bilder von spitzen Zypressen und mittelalterlichen Campanili auf Hügelrücken auf, wird das Wort in die Runde geschmissen. Weine aus dem Chianti-Gebiet findet man von den Polen bis zum Äquator. Ebenso breit wie die Bezugsquellen gestalten sich Qualitäts- und Preisspektrum.

Neben Chianti Classico, der mit dem schwarzen Hahn im Logo, gibt es sieben weitere Herkünfte, die den "Familiennamen" Chianti tragen. Deren Beinamen - Colli Aretini, Colli Pisani, Colli Senesi, Colli Fiorentini, Montespertoli, Mont'Albano und Rùfina - ergeben sich durch die Städte, um die die Weinberge liegen. Gemeinsam ist allen, dass die Weine aus Sangiovese entstehen, der zu den spannendsten Sorten dieser Erde zählt und zu einem erklecklichen Anteil im Wein sein muss.

Höchstgelegene, kühlste Chianti-Gebiet

Der Rest wird mit heimischen, "kleineren" Sorten wie Cannaiolo und Colorino aufgefüllt oder mit "Internationalisten" wie Cabernet Sauvignon oder mit einem Mix aus beiden Sortengruppen oder zuweilen auch sortenrein belassen. Unterscheiden sollen sich die Herkünfte durch den Geschmack, was mehr oder weniger gut funktioniert, da sie nicht immer aus stilistischen Überlegungen entstanden sind.

Die Rùfina-Herkunft ist im Chianti-Puzzle ein Rolemodel. Für seine gute Qualität ist er vergleichsweise unbekannt und wird noch dazu gern mit dem Großerzeuger Ruffino verwechselt. Chianti Rùfina bezeichnet das höchstgelegene, kühlste Chianti-Gebiet rund um die Stadt selben Namens. Rùfina-Weine schmecken hinreißend elegant, zart, extrafrisch und duften je nach Jahrgang und Höhenlage mehr oder weniger nach Flieder und Veilchen auf Waldboden. Empfehlenswert ist, nicht die allerjüngsten Jahrgänge zu trinken, da er mit Reife verlässlich an Harmonie zulegt.

Mit all diesen Eigenschaften liegt er genau im derzeitigen Trend zu leichtfüßigeren, frischeren Rotweinen, was einen hohen Anspruch nicht ausschließt. Zu hoffen bleibt, dass die vielen Youngsters, die heute dort zugange sind, Visionen und Umsetzungsgeschick noch lange nicht aus den Augen verlieren. Denn das tut dem gesamten Gebiet gut. (Der Standard/rondo/18/11/2011)

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http://www.weinco.at/produkt/B... 57164.2009

sehr guter Wein, zu penne all'arrabbiata passt er aber sicher nicht.

i bleib beim Kalterer See! ;-))

kalterer is a leps
a gsöff

die dünne suppe um 3 euro ? nöö

Ich beim Bruennerstrassler

Guter Wein aus der Isabella-Traube, Straden, Vulkanland, Oststeiermark
der Liter Euro 2,80 am Bauermarkt.

Österr. Qualitätswein Longus Schilcher aus Wildbach, Weststeiermark, beim SPAR mit 25% Ermäßigungspickerl um nur Euro 3,74 die 3/4-Liter-Flasche

Rufina is sehr gut

Zwei Tips, eh nicht besonders geheim:

- Fattoria Selvapiana (sehr, sehr gut)
- Castello Farnetella (colli Senesi, gehört Felsina, gut und günsitg)

den Berardenga musst probieren #

warum a rotes stricherl ?

"Tschianti glassiggo"

jedes mal, wenn ich dies aus dem Mund eines, bevorzugt, Gutbetuchten höre, dreht's mir irgendwie den Magen um...

wenn ich mir anhör wie italiener schnitzel aussprechen hab ich kein problem tschianti zu sagen.

sinitzel

aber nach 11 Jahren hats die Leopoldine gelern. Ebenso die "Schnapsini", was ueberigens am Weg zum Lehnwort ist

:-) sinitzel - lieb
ich nehm an in ital. wird man nicht gleich geächtet wenn man das nicht richtig wienerisch ausspricht.

ps.: "schnapsini" ?? - da steh ich auf der leitung

Nachdem im manchen Teilen Frankreichs für das "eau de vie" seit der dt. Besatzung, auch das Wort Schnaps verwendet und vor allem recht lustig ausgesprochen wird - nehme ich fast an, dass Schnapsini die "iatlien. Version" dazu ist ;-).

grundsaetzlich

richtig, ist aber ueber die engere Umgebung von Sanremo noch nicht hinausgekommen

eigntlich verwunderlich - liegts nur an der schreibweise - sowas wie ein "sch" geht ja bei geneve auch, oder?

Schriftlich kann man das jetzt schwer nachmachen ;-). Sie sagen schon Schnaps aber mit frz. Accent halt. Das sch klingt ein bissl (härter) das p (weicher)und die Betonung ein bissl anders. Und vor allem erwartet man sich kein deutsches Wort und kapiert mal nichts. Ist mit Namen auch so zB. Zimmermann wird zu siimerman, Gnaedinger zu "Gnedei(n)scher" usw. Betonung liegt nicht auf der 1. Silbe wie bei uns.

Wenn ich in der frz. Familie jemanden ärgern will, weil sie mich wegen meines rollenden "r" haekeln, dann suche ich irgendwas mit ch, wie zB Milch, Rachen, rächen u. ähnliches - da kommen viele ins schleudern ;-) und dann amüsiere ich mich. Den Oachkatzlschwoaf braucht man da gar nicht erst rauszuholen, das ist dann die Obergemeinheit.

;-) ich finde das sehr sympathisch - wenn eine sprache so leicht in die muttersprache verfremdet wird.

Fällt mir noch ein, die Buchstabenfolge "ps" macht's eigentlich aus.

Italianisierung

von "Schnapserl". Da sie aber kein gscheites Wort haben, ausser Aqua vite, welches aber bei im deutschen besetzt ist, hat sich im Freundeskreis "Schnapsini" eingebuergert u. das Zeug von den aromatisierten Grappen anzugrenzen

aha - das ist euer spezialcode fü das zeug - gäb ja noch aquavit aus dem norden, der ist mit kümmel.

ja,

genau. Auszerdem kennens zwar das Wort, kaum aber da Produkt.

Witzig, dass diese Dinge in I und F Wasser des Lebens heissen und nur bei uns so schnöde Schnaps ;-).

Die Schluckspechte sind Schuld dran - hhha

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