Erste Bilanz 2011

7. November 2011, 16:58
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Der Jahrgang ist dazu angetan, den hiesigen Winzern ein breites Lächeln ins Gesicht zu zaubern

Die Weinlese 2011 ist im Großen und Ganzen erledigt. Der Jahrgang ist dazu angetan, den hiesigen Weinbauern ein breites Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Claus Preisinger erzählt von "im Kreis lachenden Winzern" in Gols und Umgebung, Herbert Zillinger in Ebenthal im Weinviertel beschreibt die Freude, "von einer glücklichen Lese berichten zu dürfen". Und am Weingut Winkler-Hermaden in Kapfenstein in der Südoststeiermark schwärmt man vom "Bilderbuchherbst" zur Lesezeit und den reifen, gesunden Trauben.

Nach dem Annus horribilis 2010, in dem die Witterung den Winzern aber auch gar nichts ersparte, hat sich 2011 ordentlich angestrengt: von der frühen Blüte über einen durchwachsenen, aber tendenziell trockenen Sommer bis zum Herbst, der diesen wunderprächtigen Altweibersommer bescherte mit ab und an Regen, als er tatsächlich gebraucht wurde, und den so wichtigen kühlen Nächten. Das mit dem Lachen gilt übrigens ausnahmsweise für gesamt Wein-Österreich, während es im Normalfall immer regional Begünstigte gibt - wie die Steiermark 2008.

Wunderjahrgänge

Natürlich muss man auch mit potenziellen Wunderjahrgängen umgehen können, die es einem Winzer zwar leichter machen, gut zu arbeiten, in denen Wein aber trotzdem nicht von allein entsteht. Beim diesjährigen trockenen Wetter traten einige Krankheiten auch gar nicht erst auf. In manchen Ecken wurden Wespen zur Plage, die Beeren anstechen, aussaugen und dabei ihre Bakterien "einlagern". In ein paar Gebieten hagelte es grausam, etwa rund um Neckenmarkt im Juni oder in der Südoststeiermark zu Septemberbeginn. Generell entscheidend war, durch gefühlvolle Laubarbeit und feine Ertragsjustierungen die Säure zu erhalten, die in warmen Jahrgängen einfach niedriger ausfällt, sodass die Weine balanciert und nicht üppig ausfallen.

Eine schlechte Nachricht gibt es noch für all jene, die es nicht erwarten können und bereits ab sofort mit dem Besten und Aktuellsten versorgt werden wollen: Trotz heftigster Bemühungen ist es wieder nicht gelungen, die Jahrgänge 2012 und 2013 vorzuziehen und gleich mit einzuholen. Bis die fertig sind, wird man sich wohl oder übel mit "älteren" Jahrgängen über Wasser halten müssen. Und wie gut 2011 nun tatsächlich war, werden wir auch erst in zehn Jahren ganz genau wissen. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/04/11/2011)

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    Die Weinlese 2011 ist im Großen und Ganzen erledigt.

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