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Auch Pflanzen gehören bisweilen zur Gattung der Vermummten. Das Umwickeln mit luftigen Naturstoffen schützt vor der brutalen Witterung, die demnächst auf uns zukommt.
Niemand mag sie, die Vermummten. Das rechte Pack zerreißt sich im hintersten Gästezimmer das Maul über verschleierte Frauen, der bieder-bürgerliche Bildungsbürger zeigt sich entsetzt angesichts vermummter, Steine werfender Wirtschaftsgipfeltouristen, welche sich ihrerseits wieder als provoziert empfinden, wenn sie sich mit zur Anonymität vermummten Sondereinheiten der Exekutive konfrontiert sehen. Aber auch wir Gärtnerinnen und Gartler tun uns schwer damit. Weshalb?
Kalt ist es mittlerweile geworden, kalt und duster. Die Pflanzen quittieren diese Umstände in der Regel mit dem Einstellen von Wachstum, dem dicken Verpacken ihrer Knospen und dem Abwerfen energetischen Ballasts. Es ist Zeit für die Winterruhe, und Winter bedeutet Leben am Minimum. Und als ob sie es wüssten, fangen die Pflanzen, durch Licht und Temperatur gesteuert, an, Vorkehrungen zu treffen. Einen Klassiker unter diesen haben sie sich von den Autofahrern abgeschaut, welche in der kalten Jahreszeit Frustschutzmittel in ihr Auto kippen beziehungsweise mittels Salz versuchen, den Gefrierpunkt des Wischwassers herabzusetzen.
Halts Köpfchen kühl und d' Fusserl warm
Das können auch die Pflanzen gut. Sie erhöhen die Konzentration unterschiedlichster Ionen in ihren Flüssigkeiten, auf dass diese nicht schon bei den ersten Minusgraden gefrieren. Aber Pflanzen sind unterschiedlich sensibel und halten oberhalb der Scholle mehr aus als unterhalb. Ganz nach dem weisen Spruch "Halts Köpfchen kühl und d' Fusserl warm, dann wird der beste Bader arm" sorgen auch wir Gärtner uns um die Füße der Pflanzen. Denn wenn einmal die Wurzeln erfroren sind, kann man den Rest der Pflanze getrost trashen und komposten. Hat man es jedoch nur mit oberflächlichen Erfrierungen zu tun, so besteht immer noch Hoffnung, dass die Pflanze Monate später neu austreibt. Prinzipiell ist der November etwas für die Zocker unter den Gärtnerinnen und Gartlern. Sie matchen sich mit dem Thermometer, wissend, dass jeder Tag, den die Pflanzen nicht im Winterquartier verbringen müssen, ein gewonnener Tag ist.
Die faulen Hunde unter uns stellen ihre tropischen Seicherln bereits Anfang Oktober in die Garage, ins Stiegenhaus oder in sonst einen frostsicheren Ort und wundern sich, dass nach siebeneinhalb Monaten Winterquartier ihre Zöglinge deutlich elender aussehen als jene, die zwar einigen Erfrierungen ausgesetzt worden waren, jedoch nur drei bis vier Monate im dunklen Knast ausharren mussten.
Licht und Temperatur
Trotzdem, für alle Freunde tropischer Prachtblüher gilt, dass sie irgendwann einmal eingeräumt werden müssen, dies jedoch so spät wie möglich. Beim Winterquartier spielt das Verhältnis von Licht und Temperatur eine wesentliche Rolle für einen gesicherten Fortbestand.
Je heller es ist, desto kühler sollte der Unterstellplatz sein, damit die Pflanzen auch auf den Winter-Modus kalibriert bleiben. Und in wirklich dunklen Kammern liegt das Temperaturoptimum knapp über dem Erfrieren. Pflanzen, die laut Betriebsanleitung "relativ frostsicher" sind, kann man dann draußen lassen, wenn man sie vor Wind und Schneegewicht schützt. Dazu bieten Baumärkte diverse Planen und Verhüterli an, mittels derer die Pflanzen vor zu brutaler Witterung geschützt werden. Wichtig dabei ist, dass die Luft innerhalb dieses Schutzes zirkulieren kann, damit die überwinterten Triebe nicht im Frühjahr an einer Pilzinfektion leiden. Umwickeln mit Schilfmatten, luftigen Naturstoffen oder gar Reisig ist eine bewährte Methode, heikle Gerade-noch-Draußenbleiber zu schützen. Und da sind wir wieder beim Vermummen: Die Vermummten freut es, die Unvermummten verstehen es mitunter nicht. (Gregor Fauma/Der Standard/rondo/04/11/2011)
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Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Der Winterling will viel Wasser und lehmige Böden. Dafür revanchiert er sich früh im Jahr als sonniger Farbteppich auf dem fahlen Rasen, weiß Gregor Fauma.
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Die Karotte keimt keineswegs schnell und duldet kaum Konkurrenz - Sie sollte schon früh und nur mit netten Nachbarn ins Beet, meint Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
In Österreich sind 218 umweltgefährliche Herbizide zugelassen. Neben Landwirten gehen sie auch vielen Hobbygärtnern leicht von der Hand. Die Handelskette Bellaflora listet Pestizide aus
Ob nun der Garten als erweitertes Wohnzimmer dient oder das Wohnzimmer zum Garten umfunktioniert wird – kreative Gartenplaner liefern für jedes Bedürfnis das passende Konzept
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Wenn es nach den Prognosen der Blumenhändler und Gartenexperten geht wird es heuer verspielt im Garten
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Im Dezember sind Gärtner Totengräber. Aber solche, die an Wiedergeburt glauben und dafür bereits schnittige Strategien haben.
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Im Winter wächst nur Wut - Auf den Garten, der so viel Pflege braucht - Passt schon, meint Gregor Fauma, man hat ihn ja eh zum Fressen gern
Heute: Wir basteln uns eine einfache Welt mit Rankings - Das funktioniert natürlich auch mit dem eigenen Garten, meint Gregor Fauma und präsentiert die kultiviertesten Top Ten des Jahres 2012
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Landschaftsarchitekten und Gartenfans aus aller Welt pilgerten nach Klosterneuburg. Anlass war die Prämierung der "best private plots 2012"
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Gute Frage, meine Feige (Pfälzer Fruchtfeige im Topf) hat heuer ihren ersten Winter zu überstehen.
Wie gesagt im großen Pflanzkübel, den ich aber ins ungeheizte Gartenhaus stelle.
Blätter sind bereits abgefallen.
Im Freiland würde ich den Stamm etwas einpacken, und den Boden rundherum mit Laub abdecken.
Bei solchen Gewächsen richtet außerdem die Winternässe oft mehr Schaden an als die Kälte, ein relativ lockerer, drainagierter Boden wird also ebenfalls von Vorteil sein.
Aber das Gute an der Feige - sie lässt sich einfach mit Stecklingen vermehren, so hat man immer eine Reserve bei Totalverlust.
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