Da draußen wartet so viel Beglückendes darauf, gekostet zu werden
Dass es die legendären Loire-Weine von Mark Angeli bisher in Österreich noch überhaupt nicht gab, sagt schon viel über die Enge des Geschmackshorizonts unserer allzu selbstgefälligen Weinnation aus. Zwar blicken etliche Winzer längst über die Grenzen, allein die Konsumenten gären aus Prinzip eigenen Saft.
Dabei wartet da draußen so viel Beglückendes darauf, gekostet zu werden. Angeli ist einer der Pioniere der französischen "Vin naturel"-Bewegung, die seit einigen Jahren dem Rest der Welt zeigt, wie vielschichtig, charaktervoll und fein ausbalanciert Weine sein können, die nach streng biodynamischen Grundsätzen gemacht werden.
Es ist der Verdienst der Weinabteilung von Meinl, dass es mit den "Vieilles Vignes des Blanderies" nun zumindest ein herausragendes Beispiel dieser fantastischen Entwicklung bei uns gibt - bisher wurden Angelis Weine nur mit verschwörerischem Augenaufschlag unter heimischen Elitewinzern weitergereicht. Aber Vorsicht: Wer davon kostet, wird es immer wieder tun wollen! (corti/Der Standard/rondo/16/09/2011)