Wein im Gerede

Faires Pickerl

10. September 2011, 17:44
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    foto: fairtrade

    In Kürze werden nun auch Weine mit dem Fair-Trade-Siegel in die Regale des Handels kommen.

Fair Trade gibt es demnächst auch beim Wein

Aufkleber, Logos, Symbole auf Weinflaschen und -etiketten findet man sonder Zahl. Wie in vielen Bereichen des Lebens mögen sie auch beim Wein einem Interessenten oder potenziellen Käufer den Weg weisen.

Alle Infos in Symbole verpackt - so mancher Konsument verdreht zwar nur noch die Augen, zu signalisieren gibt es dabei dennoch vieles: zum Beispiel wo der Saft welche Lorbeeren abgeräumt hat. Oder dass die Reben (wie im Falle des deutschen Rheingaus) in einem erst-, nicht zweitklassigen Weingarten gereift sind. Oder man deutet ganz generell eine Herkunft an, wie im Fall des steirischen Wappen-Löwens, der dort bereits ins Glas der Weinflaschen eingeprägt ist. Logos zeigen an, ob Bio im Spiel ist, und falls ja, welcher Bio-Glaubensrichtung der Winzer anhängt, der ihn macht.

In Kürze werden nun auch Weine mit dem Fair-Trade-Siegel in die Regale des Handels kommen, was aber in diesem Fall nicht bloß als "noch so ein Pickerl" abgetan werden sollte. Die betreffenden Weine kommen vor allem aus Südafrika sowie aus Chile und Argentinien und verweisen auf ein wenig beachtetes Problem: Nicht überall wird nämlich unter den für Arbeitnehmer vergleichsweise rosigen österreichischen Voraussetzungen produziert. Vor allem wenn Wein unter industriellen Bedingungen in Ländern mit geringer sozialer Absicherung entsteht, sind Arbeitsumstände und Bezahlung oft mehr als prekär.

Startvorteil

Wenn internationale Großinvestoren auftauchen, können die Konsequenzen für kleinere lokale Produzenten hart sein, auch wenn die Natur für beide gleich gute Bedingungen bereithält. In Chile und Argentinien tun sich Kleinbauern schwer, mit den Preisen der großen Weinbaubetriebe mitzuhalten, hinter denen oft finanzstarke europäische Weinunternehmen stehen.

In Südafrika wiederum geht es um neue Besitzstrukturen: Einerseits sollen Schwarze mehr an der "weißen" Weinwirtschaft beteiligt werden, anderseits Saisonarbeiter, die für all die Malocher-Arbeiten im Weingarten und zur Lese angeheuert werden, besser bezahlt und abgesichert werden.

Das Label hat den Startvorteil, dass es von Obst, Kaffee, Reis und anderen Lebensmitteln her bekannt ist und dass bereits einigermaßen durchgedrungen ist, worauf es abzielt. Alles gute Gründe, um auch beim Weinkauf zum Gutmenschen zu werden. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/09/09/2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 54
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Prof. Dr. Abdul Nachtigaller
00
13.9.2011, 07:45
wie im Fall des steirischen Wappen-Löwens

die steiermark hat nicht, hatte nie und wird nie einen wappen-löwen haben, die hier bemühte steiermark-flasche trägt, wie auch das steiermärkische landeswappen einen PANTHER.

florian holzer2
03
11.9.2011, 13:18

ich fänd ein fairtrade-siegel für österreichischen wein auch nicht schlecht: für weine, die ohne ausbeutung und systematische unterbezahlung von arbeitskräften aus dem osten zustande kommen. doch, die gibt es.

tramezzino
00
11.9.2011, 19:43

nicht alle saisonarbeiter werden "ausgebeutet".

manche weingüter machen es geschickt, da kommen die leute schon seit zig jahren kostenlos und gerne zum weinlesen (auch aus dem ausland) und im herbst gibt´s dann ein großes erntedankfest mit allen helfern...

florian holzer2
00
12.9.2011, 14:59

eh nicht alle, aber eben viele. vor allem in grenznahen regionen. und um die lustige lese gehts da gar nicht, sondern um die mühsame scheiß-arbeit, die das ganze jahr über im weingarten anfällt. und da hat man’s halt schon sehr oft mit pauschalierten einzelunternehmern und selbstversicherern aus der slowakei und aus ungarn zu tun. wer seine leute nachweislich anstellt und sozialversichert, sollte auch eine art fairtrade-label bekommen, find ich.

tramezzino
00
12.9.2011, 18:16

stimmt, da gibt´s ja noch sehr viel zu tun außerhalb der reinen ernte.

ein guter ansatz mit dem label, wenn auch ungewöhnlich für unsere breitengrade.

umkehrschluß: im weinviertel und im burgenland wird viel "ausgebeutet" ?

florian holzer2
00
14.9.2011, 20:22

ja. je billiger die weine eines betriebs, desto größer die wahrscheinlichkeit, dass bei den personalkosten "gespart" wird. steiermark bitte nicht zu vergessen, auch schön grenznahe, und keineswegs nur die grenznahen regionen niederösterreichs, sondern alle.

tramezzino
00
15.9.2011, 08:55

ich wundere mich eh, wenn weine um 2-3 euro inkl. mwst im supermarkt verkauft werden, was da noch übrig bleiben soll. offensichtlich geht´s auch über die personalschiene. erntemaschinen (wie in frankreich) sind in österreich ein thema oder geht das aufgrund des geländes nicht?

rucolarot
 
00
11.9.2011, 11:18
re-thinking

man kann leider nie ganz sicher sein, ob der handel wirklich fair abläuft. aber man setzt mit dem kauf von fair trade- produkten dennoch ein statement für ein umdenken in sachen produktions- und verkaufsbedingungen.

Naseweiss1
43
11.9.2011, 09:59
Danke an unsere Konsumenten

Mit Ihrer Hilfe und der Bereitschaft mehr für einzelne Produkte zu zahlen, können wir unseren aufwendigen Verwaltungsstaat weiter auf-blähen und unsere Umsatzgewinne steigern. Aufgrund dieser Tatsache müssen wir noch an dieser Stelle der ordungshalber noch sagen, das wir dem Urproduzenten nur im Promille- Bereich den Mehrwert weiter geben können.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Fair Trade

Bitte einmal der Realität nachgehen und hinterfragen !

tramezzino
00
11.9.2011, 19:45

den begriff "umsatzgewinn" gibt es nicht.

Manahmanah
01
11.9.2011, 13:34
Haben sie Quellen und Nachweise für ihre in der Ironie dargebrachten Behauptungen?

Wäre interessant!

Poldi Fesch
11
11.9.2011, 18:09
was wollens offenkundiges

beweisen ?

Manahmanah
01
11.9.2011, 19:11
Was ihnen offenkundig erscheint, ist irrelevant. Es geht um die Frage, was entspricht den Tatsachen, der "Realität", wie sich der Vorposter ausdrückt.

Bisher bleib es bei bloßen Behauptungen ohne Nachweis.

Der Kluge
20
11.9.2011, 04:53

Trade ist immer fair. Durch Tauschgeschäfte wird niemand ausgebeutet.

die dudeheit
00
10.9.2011, 22:41
gott sei dank gibts für regionale produkte kein fair trade siegel

hier sind wir mit den gesetzlichen rahmenbedingungen weiter und fair trade ist nicht notwendig.

Bailando Arriba De Una Mesa
104
10.9.2011, 21:50
Wein und Fair Trade?

Was für ein Schwachsinn in einem Land wie Österreich. Ich fahre persönlich zu den ca. 15 Weinbaueren, deren Wein ich gerne trinke, der verlangt dafür, was er für richtig hält, wenn ich das angemessen finde, dann zahl ich das und gut ist es.
Wofür Fair Trade?
Muss dann immer ein Zimtlatschen tragender betroffener Jutesackverwender zwischen mir und dem Weinbauern sitzen und vermitteln?

tramezzino
00
11.9.2011, 19:47

grün für´s jutesackl ;-))

Dr. W. Shizzle
03
11.9.2011, 09:47

Sie haben offensichtlich den Artikel nicht verstanden... bitte nochmals lesen und nachdenken.

Rot für "Jutesackverwender".

Bailando Arriba De Una Mesa
10
11.9.2011, 15:51
Das geht in die falsche Richtung

Genauso, wie es Unsinn ist, BIO - Produkte zu kaufen, die tausende Kilometer zu uns transportiert werden, ist es ein Unding Wein aus "weit weg" nach Österreich zu importieren und dann ein Beruhigungspickerl für die Konsumenten drauf zu pappen.
Damit trinkt man dann "guten Gewissens" Wein, der zB aus Südamerika kommt, weil der wird "eh so FAIR hergestellt, weisst"
Schwachsinn.

Poldi Fesch
20
11.9.2011, 10:28
verstanden hat er

schon, nur drueckt er es halt krasser aus

http://derstandard.at/plink/157... id22838042

Dwain
03
10.9.2011, 21:29

einfach heimischen Wein kaufen.

Ist doch irre den Transportweg in kauf zu nehmen wenn das Produkt im Heimatland mehrfach ausgezeichnet hergestellt wird.

thatslife
67
10.9.2011, 20:11
fairtrade ist sowieso nur fake und abzocke der händler

gab erst letztens, ich glaub auf ard, ein bericht über fairtrade bananen, wo die fairtrade bauern 1cent mehr pro kg bekommen verglichen mit standard bananen, der endpreis aber um über 30cent höher liegt.

somit freuen sich hauptsächlich ein paar zwischenhändler und der lebensmittelhandel drüber.

dr.no3
00
11.9.2011, 10:35

es kostet keinen einzigen cent mehr eine fairtrade banane zu transportieren

für die vermarktung was abzuzweigen würde ok sein
wenn
dass auch irgendwie dokumentiert werden würde

Poldi Fesch
00
11.9.2011, 18:13
ich hoffe, das

meinens jetzt nicht ernst. Der Arbeitsaufwand fuer einen Kontainer o. fuer 10 Kontainer ist in der Vw. gleich. Die gesamte Rewegruppe kauft ein Schiff "Normalbananen", 2 Klicks mit der Maus. 25 biogeinkaufsgenossenschaften kaufen das gleiche Volumen, 50 Mausklicks

Jox1
12
10.9.2011, 20:43

Wenn du überlegst, dass Plantagenarbeiter oft von einigen wenigen Dollar pro Tag leben müssen und täglich aber mehrere 100 kg Banaen ernten - dann kann selbst das 1 Cent pro Kilogramm ihren Lohn beträchtlich erhöhen.

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