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Die Entwürfe von "Lace" basieren auf vier verschiedenen geometrischen Mustern.

Schmuckschatulle AC02 aus Nussholz (für "e15").

Mit dem Deutschen Designpreis ausgezeichnet: Tasche "Paper" aus einem Material namens Tyvek, das sich wasser- und reißfest nennen darf und extrem leicht ist.

Kette "Boule", in 14-karätigem Gold, kombiniert mit echten Süßwasserperlen.

Die goldene Version des Armbands "Big Knot".

Designerin Saskia Diez, der es in Sachen Material mehr um Authentizität als um bloßen Wert geht.
Auch Accessoires stellte Saskia Diez diesen Sommer vor: eine Auster aus Nuss. Oder eine Nussschale für Perlen. Je nachdem, wie man die feinen, modularen Schmuckbehälter sehen möchte, die sich nahtlos ins Werk der Designerin einfügen. Nahtlos nicht bloß deswegen, weil diese zum Aufbewahren von Schmuck - dem wesentlichen Arbeitsgebiet von Saskia Diez - entworfen wurden, sondern vor allem wegen des reizvollen Zusammenspiels aus Material, Form und Idee. Da wäre zunächst die klare Grundform der kreisrunden Scheibe - perfekt, um die schlichte, satte Schönheit des Nussholzes in den Vordergrund zu rücken. Legt man den Deckel der Schatulle zur Seite, dann gliedern konzentrisch angeordnete Kreise das Innenleben der feinen Drechselarbeit. Genau darin besteht auch der eigentliche Reiz des Entwurfs.
Die Designerin (Jg. 1976) hätte die Vertiefungen für Goldringe und ähnliche Schmuckstücke ja auch ganz anders entwerfen können. Mit einem weniger starken Zentrum und gleichwertiger, in etwa wie die Fächer eines Regals. Doch genau auf die abgestufte Bewegung kommt es der Deutschen an: Die Idee eines innersten Feldes, einer Zone für Geheimnisse oder das besondere Lieblingsstück, ist der Intimität ihrer Arbeit eingeschrieben. Das war auch beim jüngsten Projekt sichtbar, das sie bisher gemeinsam mit ihrem Mann, dem renommierten Münchner Designer Stefan Diez, realisierte: "Oyster", ein Entwurf für den deutschen Juwelier Jens Biegel, spürte ebenfalls der Idee des Keimens und Umhüllens nach. Die Diezs umschlossen Perlen mit Laser-geschnittenen Lagen aus purem Gold.
Auch Saskia Diez wirkt ein wenig wie eine Perle, fast durchscheinend. Sie erinnert an eine jener dünnhäutigen, zerbrechlichen Frauen, denen man die Hand nicht allzu fest drücken möchte. Man könnte sich vorstellen, dass ihr spätgotische Spinettmusik mehr zusagt als - sagen wir - die Urgewalt eines James Brown. Vielleicht hat sie in der Vergangenheit auch deswegen mit dezidiert filigranen Entwürfen aufhorchen lassen. Mit Kollektionen, die ihren besonderen Reiz gleichermaßen aus Understatement und der defensiv eingesetzten Schönheit des Materials beziehen wie auch aus einer spielerisch-innovativen Umsetzung.
Da wäre etwa die im Vorjahr mit dem Deutschen Designpreis ausgezeichnete Papierreisetasche "Paper", die die nonchalante Schwere des Schleppens in hauchdünnes Stil-Rascheln verwandelt. Grundlegende Anforderungen an eine Reisetasche, nämlich Leichtigkeit und Widerstandsfähigkeit, werden dabei nicht auf herkömmliche Weise - in Leder oder mit verstärktem Textil - umgesetzt, sondern mithilfe eines synthetischen Papier-Leichtgewichts namens Tyvek, das nicht nur wasser- und reißfest, dabei stabil und extrem leicht ist - die "Paper"-Taschen wiegen nur 115 beziehungsweise 135 Gramm -, sondern dank Siebdruck-Behandlung der Oberfläche auch in optischer Hinsicht glänzt.
Hanteln fürs Handgelenk
Tyvek statt Jute statt Plastik. Das ist allzu typisch für den Weg der gelernten Goldschmiedin, die nach dem Umweg des Studiums für Industrie-Design an der Fachhochschule in München und Kreativjobs bei renommierten Namen wie Rosenthal oder Konstantin Grcic schließlich doch wieder beim Schmuckdesign ankommen sollte - allerdings mit erhöhter Sensibilität für das jeweils eingesetzte Material. Authentizität und Gleichwertigkeit des Werkstoffs markieren freilich nur einen Ausgangspunkt neben anderen. Hinzu gesellt sich auch die Suche nach einer neuen, zweckentfremdeten Technik oder Konstruktion. Im Falle eines Verlobungsring von Tiffany, wurden dessen formale Strukturen etwa so lange weiterentwickelt, bis daraus ein neuer, eigenständiger Typus entstanden war, der sich heute über jeden Verdacht der Nachahmung erhebt.
Ein eigenständiges Konzept steht denn auch am Beginn ihrer Karriere, als Saskia Diez Armbänder aus einer schweren Bleilegierung entwarf, die zugleich einen Trainingseffekt haben sollten. Später wurden die Hanteln fürs Handgelenk zierlicher und in Bronze gegossen - woraus sich wiederum ihre erste Kollektion, "Diamonds", entwickeln sollte: In Bronze oder Glas gegossene, mit Gold oder Silber überzogene Armbänder, deren Form den für Edelsteine verwendeten Diamant-, Smaragd- und Saphirschliff widerspiegeln.
Luxus der Reflexion
Trotz dieses Design-Starts gilt: Saskia Diez hebt sich an ihrem Schmuck keinen Bruch. Das schafft sie auch mit den später entstandenen, feminin-eleganten Stücken nicht, die die Grenzen traditionellen Schmuckdesigns mit schöner Leichtigkeit zu verwischen pflegen. Die Serie "Fine" wäre so ein Fall: beinahe unsichtbare Ketten, Armbänder und Ringe, die die Haut schmücken, aber nur als feine Ahnung. Sichtbar werden die hauchzarten Kettchen vor allem dann, wenn ihr Glanz im Licht schimmert - es ist der Luxus der Reflexion.
Der delikate Reiz der Andeutung, des Flüchtigen, der "Fine" charakterisiert, findet sich bei mittlerweile neun unterschiedlichen Kollektion in mehr oder weniger abstrahierter Form. Für die "Knots"-Serie ließ sich Saskia Diez von der Technik des Knotens aus der Seefahrt inspirieren, während ihre "Lace Collection" fast schon an Bekleidung grenzt. Die Serie "Rope" mag währenddessen als Missing Link der Diez'schen Schmuckevolution betrachtet werden: Armreifen und Halsschmuck aus geflochtenem Baumwollseil, das teilweise oder vollständig mit Silber ummantelt ist. Die Länge der Halsreifen ist variabel: Die Schmuckseil-Schlinge wird einfach dort im Nacken geknotet, wo man "Rope" tragen will. (Robert Haidinger/Der Standard/rondo/09/09/2011)
Saska Diez' Kollektionen werden im Online-Vertrieb sowie in ausgewählten Geschäften und Galerien in 24 Ländern in vier Kontinenten vertrieben. In Österreich ist das zum Beispiel www.beagoodgirl.com in Wien. Preise zu den Arbeiten von Saska Diez finden sich auf der Homepage www.saskia-diez.com. Unter dem Menüpunkt Collection sind alle Produkte nach Preiskategorien - bis 50 €, von 50 bis 100 €, von 100 bis 200 €, über 200 € - übersichtlich sortiert. Typische Preise (je nach Material): z. B.: Lace-Armbänder (lackierte Holzperlen) um ca. 40 €, Ringe mit selbst gefundenen Isar-Steinen um 90 €, Goldkette Big Knot ca 720 €.
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