Alpine Träume: Von Twiggys und Lollobrigidas

30. August 2011, 14:51
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    foto: gregor fauma

    Die schmächtig schüchterne Schönheit hochalpiner Blüten (im Bild: Erikaceen) kann auch städtische Gärtner in ihren Bann ziehen.

Gregor Fauma erklärt, warum er von Lollobrigida-Blüten genug hat und ab jetzt auf Twiggy-Blümchen setzen will

Zurück aus dem Hochzillertal. Fazit: Es muss und wird sich alles ändern. Und dem wird ein Prozess vorangehen, im Rahmen dessen sich der Gärtner seine Neigungen und Vorlieben endlich eingesteht. Kein Sich-Outen, sondern ein Zulassen setzt ein.

Dabei weiß es der Gärtner eh längst. Immer schon hat er für die blassen, unscheinbaren Twiggys geschwärmt - aber abbekommen hatte er stets grelle, auffällige Lollobrigidas. Im Garten ist es nicht anders. Barock anmutende Rosen, schwülstig duftend und ausladend blühend, stehen Blatt an Blatt mit laut ihre Pracht herausschreienden Malven und verschwenderisch blühenden Clematen.

Ära der zarten, vorsichtigen und filigranen Stängelchen

Nur wer schneller und höher wächst und dabei seine Pracht maximal in Szene setzt, hat in diesem Garten seine Chancen. Doch die Zeit der Garten-Lollobrigidas ist nun definitiv vorbei. Es beginnt eine neue Ära, eine Ära der zarten, vorsichtigen und filigranen Stängelchen, die eventuell das eine oder andere Blütenköpfchen schüchtern lächeln lassen.

Es sind die Schönheiten des Hochzillertals, die den müden Wanderer allein durch ihre Anwesenheit zu Spitzenleistungen treiben. Ach, hätte der Gärtner doch ein Schauferl mit auf den Berg genommen. Die Planungen für das kommende Jahr haben längst eingesetzt, die Kataloge niederländischer Großgärtnereien verstopfen längst das Postkasterl, und es gilt, bereits unter bestehender Vegetation vorzuselektieren und kraft Imagination ein sub- bzw. alpines Stein- und Felsenbeet zu planen.

Mit Höhenmetern wird das nicht gelingen, ist die subalpine und alpine Zone doch von 1900 bis 3000 Metern NN (steht für: durchschnittlicher Mittelwasserstand der Adria gemessen beim Pegelhäuschen von Triest) definiert. Aber hier helfen die planar-kollinen Jahreszeiten aus.

Raue Gegebenheiten einer alpinen Zone

Denn der frühe Wiener Frühling kommt mit seinen Rahmenbedingungen durchaus den rauen Gegebenheiten einer alpinen Zone im Sommer nahe. Geringe Temperatur, reichlich Niederschlag, heftiger Wind und trotzdem ausreichend Licht zeichnen dafür verantwortlich.

Diese Faktoren halten die Blätter klein, die Pflanze niedrig und die Gesamterscheinung schmächtig - entzückende Pflänzchen, mit anderen Worten. Anhimmelnswert gedeihen sie im Schutz krautiger und verholzender Pflanzen, die deutlich höher werden und für Windschutz sorgen - die Schrift ist von der Bewimperten Alpenrose Rhododendron hirsutum, von der Heidelbeere Vaccinium myrtillus und den zarten Blühern Silberwurz, Küchenschelle, Berg-Hahnenfuß, Alpenglöckchen und Arnika. Sie alle können sich schon einmal auf den Weg machen, die Tür zu meinem planar-kollinen Garten steht ihnen weit offen. (Gregor Fauma/Der Standard/rondo/26/08/2011)

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Aurora17
01
31.8.2011, 12:11

dieser Artikel verstößt in einer Hinsicht gegen geltendes Recht, ruft in anderer Hinsicht zu einer strafbaren Handlung auf und in einer Hinsicht ist er schlichtweg falsch

gegen reaktion
00
gehns könnens das

präzisieren, speziell die punkte 1 und zwo. aber bitte getrennt abhandeln, danke

Preger
00
31.8.2011, 12:41
Qualitaetszeitung eben ;-)

PriMar20
01
31.8.2011, 09:22
@Schauferl mit auf den Berg

Genau, gehts noch?!! Wo kommen wir da hin, wenn sich jeder Hobbygärtner sich seine Pflanzerl in der subalpinen und alpinen Stufe ausgräbt!

Preger
02
30.8.2011, 18:31
@ Schauferl mit auf dem Berg:

Geht's noch?!!

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