Bier im Gerede

Starke Auswahl

21. August 2011, 07:59
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    foto: apa/angelika warmuth

    In der Karibik ist Starkbier aufgrund seiner angeblichen Potenzförderung gefragt.

Conrad Seidl über zwei falsche Mythen bezüglich starker Biere

In heißen Gegenden trinkt man kein starkes Bier. Und auch in der heißen Jahreszeit nicht. Sagt man. Nun ließe sich trefflich darüber streiten, ob der Sommer 2011 hierzulande überhaupt zur warmen, geschweige denn heißen Jahreszeit gerechnet werden kann. Aber die Regel, dass Bockbier nicht vor dem 2. November auf den Markt gebracht wird, wird ziemlich starr eingehalten.

Bockbier: Das ist das alkoholreiche Bier, das für katholische Länder in der Fastenzeit - die nun einmal auf den kalten Advent und die 40 auch eher kühlen Tage vor Ostern fällt - als Nahrungsergänzung ("Flüssiges bricht das Fasten nicht") vorgesehen ist. Wer käme auf die Idee, so ein Bier an heißen Tagen zu trinken?

Starke Sonne, starkes Bier

Ein Aufenthalt in einer wirklich heißen Region kann einen da eines Besseren belehren: Das vornehmste Bier auf Sri Lanka ist das Lion Stout - ein Imperial Stout mit acht Prozent Alkohol. Die Guinness-Version, die in Nigeria unter Verwendung von Hirse gebraut wird, ein Foreign Extra Stout, hat ebenfalls rund acht Prozent. Und in der Karibik sind Starkbiere ebenfalls gefragt: In entsprechender, wohl eher knapper Dosierung sollen sie potenzfördernd sein. Und natürlich schmeckt kräftiges Bier an warmen Tagen nicht schlechter als im Winter.

Es war also nur eine Frage der Zeit, dass heimische Brauer daran denken, das eine oder andere ihrer Starkbiere allen vorurteilsbehafteten Mythen zum Trotz im Sommer zu präsentieren. Ja ist denn da das Bier überhaupt frisch? Nein, da gilt es dem nächsten Vorurteil entgegenzuwirken: Während die meisten gängigen Biere bei der Alterung an Aroma und sonstiger Qualität einbüßen, ist das bei Starkbieren ganz anders: Hier sind genügend Alkohole vorhanden, die bei längerer Lagerung durch Veresterung eigentümliche Fruchtaromen entwickeln, um dem Bier zusätzlichen Wert zu verleihen.

Bierviertel Selection

Die Mühlviertler Brauereien haben - angeleitet vom ersten Biersommelier-Weltmeister Karl Schiffner - dieses Potenzial erkannt und ein kommerzielles Produkt entwickelt: Kürzlich präsentierten sie mitten im Sommer die Auswahl-Dreierpackung "Bierviertel Selection" mit 2009 eingebrauten Bockbieren: je ein "Abteibier" aus Schlägl, ein "Freistädter Elixir" und eine Hofstettner "Granitbock-Reserve" zusammen um 15,90 Euro. Wer sich nicht gleich traut, kann die Biere ja lagern, bis es mal richtig kalt wird. (Der Standard/rondo/19/08/2011)

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Alvy Singer
 
00
23.8.2011, 09:41
Bier, Preis, Qualität

Ich liebe Bockbiere. Letzten Advent habe ich mich
mit 2 6er Tragerln Schremser Weihnachtsbräu eingedeckt.
Das ist Ös bester im Handel erhältlicher Bock. Preis: 1 Euro. Schloß Eggenberg bietet ganzjährig den Urbock(0,3 l 1,60) und das 14%ige Samichlaus (0,3l 2,--) an.
Auch möchte ich auf die wechselnden Bockbiere im 7* hinweisen. Ich finde sie großartig, auch weil sie sich geschmacklich stark von den handelsüblichen Böcken(nicht nur der Rauchbock) unterscheiden. Preis pro Krügel: 3,90

Was rechtfertigt nun einen Preis von 5 E? Oder 11 Euro pro 0,75 l für ein italienisches IPA?
Geht es da nur um die Verschnöselung eines "Proletengetränkes", oder gibt es brautechnische Gründe?
Ich bin auf alle Fälle gegen die Veschnöselung.

Bierpapst
00
25.8.2011, 10:13

Folgende Aspekte können für einen deutlich höheren Preis rarer Biere sprechen:
+ teure Rohstoffe: Es gibt Aromahopfensorten, die eine Zehnerpotenz teurer sind als die gängigen Sorten - und in speziellen Bieren wird dann auch besonders viel davon eingesetzt.
+ teure Verpackung: die 0,7-Literflasche kostet alleine schon an die zwei Euro, das Etikett bei kleiner Auflage einige Cent (da gibt es Kosten für Design, Druck etc.)
+ generell höhere Kosten in kleinen Brauereien, die (anders als Schloss Eggenberg) eben nicht die Kostenvorteile industrieller Serienproduktion nutzen können.
+ Lange Lagerung/Reifung (kostet Platz und Kühlenergie)
+ und schließlich auch die Gegebenheiten des Marktes: Man kann es "Verschnöselung" nennen, aber wenn kleine Unternehmen für ihr Produkt verlangen, was der Markt eben hergibt, dann ist das besser als wenn die Brauereien das Bier verschleudern.

I joj
00
23.8.2011, 13:51

Genauso komisch finde ich es auch, dass man noch immer kein IPA einer österreichischen Brauerei kaufen kann...
Schade eigentlich

Bierpapst
00
25.8.2011, 10:04

Das Hofbräu Herzog in Wundschuh (Steiermark) hatte im Vorjahr ein sehr gutes IPA in Flaschen. Aber die Frau Herzg produziert das leider nicht ständig.

Alvy Singer
 
01
23.8.2011, 15:15
Stimmt!

In Wien kann man zur Brewing Company gehen, und
deren grandioses India Pale Ale zu genießen, aber i
Handel fält mir auch keines ein.

I joj
00
26.8.2011, 07:34

deswegen bin ich ja Stammgast im 1516 :)

noldman
01
22.8.2011, 22:18
Sorry aber das hat in der Karibik einen einfachen

Hintergrund: Geldmangel, also geringes Einkommen.
Die kaufen ja auch beim Rum nicht zum Spaß Overproof (oder wie der hochprozentige Rum genau heißt). Beim Bier ist es das gleiche. Das hochprozentige kostet nicht so viel mehr, man braucht aber viel weniger um "Dicht" zu werden.
So erklärte man es mir zumindest auf Jamaica als ich einen Einheimischen bei Wray and Nephew fragte wieso die Einheimischen immer das hochprozentige kaufen.

KomaPoster
00
22.8.2011, 10:41
Und wo ist das Urlaubsfoto mit dem Hrn. Seidl im Wasser?

algierfranzösischer Kulturattaché
04
22.8.2011, 10:55
Nudi Kahaaramsaki
02
22.8.2011, 10:01
...

Der Saft aus Hopfen
erfrischt und labt uns alle
bis zum nächsten Tag.

Neuer Nick neues Glück
10
21.8.2011, 21:42

Sehe ich das richtig, dass man da für 3x0,5l Bier 16 Euro bezahlen soll?
Wird man da beim Kauf wenigstens automatisch entmündigt?

HenningvonTresckow
11
21.8.2011, 18:19
...

Starocech in Tschechien beim Penny :-) 15cent/0,5 Flasche und echt gut.

Duck of Death
14
21.8.2011, 18:16

Schöne Rauschgiftwerbung

Thomas Höbelt
 
14
21.8.2011, 13:30
Bitte als Advertorial kennzeichnen !!!

Und im übrigen lieber Herr Seidl, das Eggenberger Urbock gibts nicht nur seit Jahr und Tag, sondern auch immer schon ganzjährig im Handel.

Wievile Kisterln vom überteuerten ( 5 Euro / Flasche ) hat's denn als Kostprobe gegeben ???

Vayav indrasca
21
21.8.2011, 17:36

Lassen's doch den Seidl in Ruh, Sie provinzieller Suderer! Ist ja unglaublich, sobald einer über etwas wohlwollend schreibt, ist er bestochen. Mit Ware, die ein paar Euro wert ist.

jassl11
10
21.8.2011, 12:37

bier schmeckt schon, nur trink ichs schoen lange nicht mehr.

jassl11
00
21.8.2011, 22:39

sie, unten, mit antworten. also sie trinken alle noch bier? weiviel? rein interessenhalber.

und noch eine unpassende geschichte, und auch nur so: heute, im freibad, ca. 15.00 uhr, ca. 35 jähriger, neben mir bei der Selbstbedienungsbar. innert 1 stunde 4 x krügerl. ganz unscheinbar, aber doch. so ungefähr? oder zumindest auf dem besten weg dorthin? dann, prost!

werwolfi
02
21.8.2011, 19:12

als ersatzhandlung liest du artikel über bier?
;o)

baroli
10
21.8.2011, 19:15

Muß ein ähnliches Leiden sein, wie das der angeblichen Ex-Raucher, die uns im Raucherforum quälen.;-)

thomazz
02
21.8.2011, 14:23

hochinteressant. erzählen sie mehr.

gauxx
01
21.8.2011, 14:00

Aha, und weshalb?
Und weshalb erzählen sie uns das hier?

Mauline de Wurf
11
21.8.2011, 08:54
Lions

Erfahrungsgemäß ist bei der Hitze, die tagsüber in Sri Lanka herrscht, auch ein mit unserem normalen Bier vergleichbares "Lions Lager" mit 4,8% schon zu viel...

Nach Sonnenuntergang sieht das das wieder ganz anders aus (-:

Wer dort Bier mit über 8% trinkt, ist mir schleierhaft, denn Einheimische hab ich kein Bier trinken sehen und nein, ich saß nicht nur in Hotelanlagen.

Augenausstecher
 
21
21.8.2011, 11:01
gut, sie sind halt zartbesaitet, aber andere leute mögen bier auch untertags.

virt
00
21.8.2011, 08:27

drei flascherl um € 16,-
viel erfolg!

skipper2002
00
21.8.2011, 10:06
das ist der neue wasserpreis in wien.

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