Es muss duften

15. August 2011, 17:43
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    foto: dr. robert markus / visuals unlimited / corbis

    Was Mirabilis jalapa so verträumt duften macht: Pollen am Staubbeutel der auch als "Four o'clock flower" bekannten Blume.

Mögen die anderen im Garten grillen - Gregor Fauma holt sich seinen Duftkick lieber an betörenden Blüten

Gestandene Gärtner legen noch vor dem Sonnenuntergang am späten Nachmittag den Rechen aus der Hand. Sie haben einen neuen Auftrag. Es muss ein Feuer gemacht werden, auf dass daraus eine Glut werde, die dem Garen des Fleisches dienlich ist.

Grillen heißt die Disziplin, und meistens werden dabei mittels gekaufter Kohlen Kohlen fleischlichen Ursprungs mit Dosenbier runtergespült. "Blörb" - und das ist nicht der einzige Duft, der beim Grillen von totem durch lebendiges Fleisch durch die Hecken zieht. Jedem das Seine.

Die vierte Dimension

Deutlich weniger akzentuiert männlich ziehe ich metro-gärtnerisch andere Düfte vor. Duft ist ja die entscheidende vierte Dimension bei der Pflanzenwahl. Neben Form, Farbe und Dankbarkeit ist der Duft jene Conditio sine qua non, ohne die es auf gar keinen Fall geht. Duft muss sein, das ist der kategorische Imperativ nach Fauma und Schorsch (1991). Und die Natur hat es gut mit den Gärtnern gemeint, wiewohl sie es mehr auf andere Tiere dabei abgezielt hatte. Duft soll locken, soll hochkalorische Nahrung erwarten lassen und somit direkt zum Sex führen.

Unter den Duftern stechen natürlich die Rosen hervor. Rosenduft ist mit das Betörendste, das einem durch die Nebenhöhlen fahren kann. Und es gibt kaum eine größere Enttäuschung als den Moment, an dem man an einer wunderschönen Rosenblüte mit geschlossenen Augen voll gieriger Erwartungshaltung schnuppert - und es passiert nichts. Aber David Austin und Alain Meilland haben den Trend rechtzeitig erkannt und züchten seit den frühen 90ern des vergangenen Jahrtausends duftende "Englische Rosen" beziehungsweise "Duftrosen der Provence".

Unsagbar verträumten Aromen

Das Problem dabei ist die Genetik. Gut duftende Rosen entstehen am ehesten durch Inzucht, und der Preis dafür ist schlechte Wüchsigkeit, wie der Adel zu berichten weiß. Diese bedingt wiederum verstärkte, kompensierende Zuwendung im Garten, und am Schluss sind alle glücklich.

Herr Professor Sieber verdanken wir die simple Einteilung der Rosen nach Duftstärke. Fünf Sternchen sind das Maximum an Duftstärke, drunter sollte man es im Einkauf eh nie geben.

Wem Rosen zu gewöhnlich sind, der kann zu anderen Ausdünstern schwülstiger Aromen greifen, um sie in die Erde zu drücken. Zu meinen Favoriten zählen Engelstrompeten und die wunderbare Mirabilis jalapa, welche sich erst abends öffnet, um mit ihren unsagbar verträumten Aromen zu betören. Abgesehen davon blüht sie ohne Unterlass und das auch noch im Schatten. Vorhang auf für Mirabilis jalapa, das Duftwunder. (Gregor Fauma/Der Standard/rondo/12/08/2011)

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gnu1
00
17.8.2011, 11:12
endlich...

...ist mir eingefallen, was sich schon immer unter diese Rubrik posten wollte ;-)
http://www.youtube.com/watch?v=kQ-4dgK_Dfs

jumpingjack flash
00
16.8.2011, 17:43

Mirabilis jalapa - ich hab die seit jahren - duften tut sie nicht....

uni versalis
00
17.8.2011, 00:05
gibts vielleicht verschiedene selektionen?

jumpingjack flash
00
17.8.2011, 00:10

anscheindend - ich sammle die samen (pfefferkorngross) seit vielen jahren im urlaub in diversen griechieschen orten - duft ist mir keiner aufgefallen.
dagegen gibst dort grüne sträucher mit unscheinbaren blüten (jasmin?) die duften nächtens betörend.

no_vero
00
16.8.2011, 22:16
zustimm´!!!

kommentar
01
16.8.2011, 10:08

aha.

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