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Monatsbier im August, gebraut für die Stiegl-Brauerei: Rötlich-bernsteinfarbenes Lagerbier mit einer feinen Hopfenblume, vollem Körper und einem milden, nicht zu bitteren Nachtrunk.
Anton Dreher hat den Stil erfunden. So viel steht fest. Und ohne Christian Pöpperl gäbe es ihn heute in Österreich wahrscheinlich nicht: "Wiener Lager" ist Österreichs berühmtester Bierstil - mit dem beachtlichen Schönheitsfehler, dass er eigentlich schon ausgestorben war. Dennoch haben Vertreter der Brauerei Schwechat jahrzehntelang behauptet, dass das Schwechater Lager überhaupt das erste Lagerbier der Welt gewesen sei - und dass man genau dieses Bier kaufe, wenn man sich ein Schwechater bestellt.
Der wahre Kern dieser Marketing-Behauptung: In der damaligen Kleinschwechater Brauerei hat der Brauereibesitzer Anton Dreher in den späten 1830er-Jahren mit englischer Technologie einen relativ hellen Malztyp hergestellt - anderen Mälzereien gelangen damals nur dunkle (und entsprechend "brenzlig" schmeckende) Malze. 1841 produzierte er aus seinem "Wiener Malz" nach bayerischem Vorbild ein lange kalt gelagertes Bier. Die Gärungstechnologie - kalte Gärführung und Lagerung in kalten Kellern - war längst bekannt, Brauer wussten: "Ein kalter Keller ist ein halber Brauer."
Ein neuer Bierstil
Zusammen mit dem helleren Malz entstand dennoch ein neuer Bierstil, der zum Welterfolg wurde. Doch die technologische Entwicklung blieb nicht stehen: In Böhmen wurden bald hellere Malze, die sogenannten "Pilsner Malze", entwickelt - man konnte (auch in Schwechat) noch hellere Biere daraus brauen. Die bernsteinfarbenen Wiener Biere verloren an Bedeutung. Um 1900 war der Stil in Österreich ausgestorben.
Christian Pöpperl hat ihn wiederbelebt - und das nicht erst gestern: Als der heutige Technikchef von Stiegl im Herbst 1993 als frischgebackener Braumeister in die elterliche Brauerei in Weitra zurückkehrte, kreierte er das Bier für die Landesausstellung 1994 und benannte es nach Hadmar von Kuenring. Stilistisch orientierte er sich an jenen untergärigen Bieren, die Anton Dreher 1841 auf den Wiener Markt gebracht und in den folgenden Jahrzehnten in alle Welt exportiert hat: rötlich-bernsteinfarbenes Lagerbier mit einer feinen Hopfenblume, vollem Körper und einem milden, nicht zu bitteren Nachtrunk. So ein Bier hat er als Monatsbier für den August 2011 für die Stiegl-Brauerei gebraut - übrigens mit Biomalz und Biohopfen, wie sie heute noch im Hadmar verwendet werden. (Conrad Seidl/Der Standard/rondo/05/08/2011)
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so weit ich weiss ist der unterschied zwischen wiener lager und märzen aber sehr fließend, es kann theoretisch dünkleres märzen als wiener lager geben und sowohl die bitterkeit (IBU) als auch die stammwürze sind meist im gleichen rahmen. .
oder sind da meine quellen falsch (bsp tasting beer vl. randy mosher)
hm, den literpreis von 10 eur wirklich wert? ich bin ja durchaus bereit für solche spezialitäten etwas mehr abzulegen, aber das war mir denn doch etwas zu heftig.
btw, am karmelitermarkt gibts jeden samstag beim jani drei sorten selbstgebrautes, die wirklich exzellent schmecken, um 3 eur den liter.
das grossartige weinbier "cerevinum" vom brauhaus gusswerk kostet knappe 15€ ab hof und damit um einiges mehr als ich für einen guten wein auszugeben bereit bin, und dennoch hab ich einige flaschen geordert - ist einfach ein unwiderstehliches getränk!
naja als alltagsbier sind 10e natürlich absurd, da greife ich lieber zum sixtusbräu vom hofer (nach einem rezept von 1978(sic)) um 40c. zum probieren sind mir 10e egal. übrigens der flascheneinsatz beträgt 3,50e - vom stiegl, nicht vom sixtus.
das karmelitermarktbier hab ich schon gesehen - werd ich das nächste mal probieren, danke für den tip.
an den kommenden beiden samstagen hat der gute mann am karmelitermarkt übrigens urlaub und der flascheneinsatz beträgt immerhin stolze 6 eur ;)
vielleicht schau ich ja heute doch noch mal zum m.a.g. - zum probieren sind 10 ja wirklich egal. übrigens, egal: mein derzeitiger (überteuerter, rechne eben erschreckt einen literpreis von 9e nach :) nicht-alltagsbier-favorit ist das steinbier aus gusswerk / salzburg - gibts beim gragger in der spiegelgasse.
Schönen Dank für die Wahrheit über das Wiener Lager, Herr Seidl!
Ich (schon älter, zufällig Sohn von einem
Brauer+Mälzer, der mir von diesem Biertyp erzählt hat) habe dieses Bier ja nie erleben können; zu "meiner" Zeit hat es das in Wien einfach nicht gegeben, nach dem hat sich aber auch niemand gerissen.
In den letzten Jahre bin ich auf ein paar feine (untergärige) bernsteinfarbene Biere gestoßen, zB. das Kaltenhausener etc. - und habe eine Ahnung entwickelt, wie dieses Wiener geschmeckt und ausgesehen haben könnte...
Interessanterweise war es dann das 16er-Blech von der O.B. (von der ich sonst - bis auf das Pils - nichts runterbring), das mich geschmacklich und farblich "rückführte". (Aber: wer schenkt sich oder wem das 16er schon im Glas ein
hoffentlich bekommt man das auch in wien..
habe mehrere jahre in den usa gelebt und dort auch das homebrewing kennengelernt und war äusserst überrascht,daß es unter den zahlreichen biertypen eben auch den wiener typ gibt...
die ach-so-dummen amis haben den gekannt(also zumindest die,die sich für homebrewing interessiert haben),in wien hatte ich davon noch nie gehöhrt...
ebenfalls ein guter ort um solche biere zu genissen ist mexico,dort gibt es einige brauerein die auch noch wiener lager barauen-am bekanntesten und gelegentlich auch hierzulande zu bekommen sind das Dos Equis Ambar und das dunkle Bohemia
Das Hadmar, das ich gerne kaufe findet man überall. Wäre aber interessant inwieweit sich die beide Biere unterscheiden. Auch das 1270 von Hirter ist ein Wr. Lager.
Mein liebstes Wr. Lager ist übrigens das Märzen
im 7* Bräu. Und das rote Zwickl von Ottakringer gehört eigentlich auch zu dieser Kategorie.
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