Stinkenden Hasen stören die Kaffee trinkenden Arbeiter, die den Dichterfürst zum Einkaufen schicken
Der Dichterfürst kommt aus dem Urlaub zurück und findet im Garten einen von Schlüsselgästen gebauten Lehmofen vor, der aussieht als hätte sich dort ein Brachiosaurus erleichtert. Im Hof hoppeln drei Hasen herum, die bisher nicht dort herumhoppelten. Laut den im Garten Kaffee trinkenden Arbeitern, die während des Urlaubs das Haus hätten renovieren sollen, aber damit noch nicht ganz fertig geworden sind, weil die Zeitrechnung des kapitalistischen Erwerbssystems entschieden mit jener der Waldviertler Rastafaribewegung disharmoniert, kommen die Hasen vom Nachbarbauern. Die Hasen stinken. Das würde beim Kaffeetrinken stören.
Der Kaffee gehe übrigens langsam zur Neige, aber morgen fahre der Fürst sicher einkaufen, oder? Ach so, aus den drei Zugehkatzen seien fünf geworden. Ob man eh genug Futterdosen im Haus habe? Gut.
Ermattet sinkt der Dichterfürst auf die Sonnenbank. Er schaut Richtung Untergang des Abendlandes und Rohbau des Schnauzers. Es war ein langer, langer Tag.
Es braucht eine Weile, bis er es registriert, aber: Auch die Fenster im Rohbau des Schnauzers haben sich vermehrt. Zu den drei unterschiedlich großen Löchern im Erdgeschoß und den zwei jüngst in verschiedener Höhe angebrachten, unterschiedlich großen Dachluken hat sich noch ein kleines Geschwister gesellt. Auch die kurzfristig zerstörten Schindelinitialen sind wieder da, selbstverständlich nicht auf gleicher Höhe.
Der Rohbau sieht nun endgültig aus wie das Haus des Märzhasen aus dem Drogenmärchen Alice im Wunderland. Der Dichterfürst brummt: Lauf, Hase, lauf. (Christian Schachinger, Rondo, DER STANDARD, 22.06.2011)