Wein im Gerede

Sommerdrinks Teil 1: Pastis

14. Juli 2011, 17:27
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    foto: birgith./pixelio.de

    In der Produktion wird Anis heute oft durch den aus Asien stammenden Sternanis ersetzt, der - weder verwandt oder verschwägert - ähnlich schmeckt und billiger herzustellen ist, weil er als Pflanze ergiebiger ist.

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Was Anis für Sie tun kann, erläutert Luzia Schrampf

Pastis ist der neue Aperol, hieß es zu Frühlingsbeginn. Die Hoffnung, die bei Aperol-Genervten respektive Anisgetränk-Fans aufkeimte, verflüchtigte sich allerdings. Tatsache ist, dass Pastis bei weitem nicht so flächendeckend zu finden ist wie Aperol, was schade ist.

Wer je in Südfrankreich geurlaubt hat, wird kaum an Pastis vorbei gekommen sein. Serviert wird eine kleine Menge eines transparenten Getränks und eine riesige Karaffe Wasser. Gießt man Wasser hinein, wird die Flüssigkeit gelblich trüb und weißlich mit zunehmendem Verdünnungsgrad, wofür es sogar einen eigenen Begriff gibt: den Louche-Effekt. Pastis ist äußerst erfrischend durch den kühlen Kräutermix, in dem der Geschmack von Anis dominiert.

Gegner sprechen von Hustensaft

Und genau der polarisiert. Gegner von Pastis sprechen von Hustensaft. Zu Recht, Anis ist seit der Antike als Heilpflanze bekannt und soll antibakteriell, krampflösend und tonisierend wirken. Manche Quellen sprechen auch von aphrodisierenden Effekten, Schutz vor schlechten Träumen und sogar Abhilfe gegen den bösen Blick - na bitte!

In der Produktion wird Anis heute oft durch den aus Asien stammenden Sternanis ersetzt, der - weder verwandt oder verschwägert - ähnlich schmeckt und billiger herzustellen ist, weil er als Pflanze ergiebiger ist. Dass Anis im östlichen Mittelmeerraum zu Hause war, erklärt, weshalb man in der Türkei Raki und in Griechenland Ouzo schlürft, und das seit vielen Jahrhunderten. Bei beiden Destillaten liefert Anis in einer zweiten Brennrunde den Grundgeschmack.

Urfranzösisches Produkt

Bei Pastis beruft man sich darauf, ein urfranzösisches Produkt wie Baguette zu haben, weil es aus der Brenntradition der Provence entstand. Herr Pernod begann Anfang des 19. Jahrhunderts an der französisch-schweizerischen Grenze im Zuge des Absinth-Brennens mit seinen Anis-Versuchen, Herr Ricard in den 1930ern in Marseille.

Beide fusionierten und wurden zu einem der größten Getränkekonzerne weltweit, der heute beide Marken unter einem Dach hält. Unbekanntere Namen zu probieren, sofern man ihrer habhaft wird, lohnt sich dennoch, da dahinter oft feinste Qualität steckt.

Nicht zu vergessen sind die Meriten von Pastis beim Kochen. Miesmuscheln im Sud oder eine Bouillabaisse mit einem Schluck Pastis holen einem mit einem Schuss Pastis Südfrankreich ins Haus. Ganz ohne Baguette. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/15/07/2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
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Hui Buh
00
22.7.2011, 13:20
Ich mag das Zeugs überhaupt nicht,

weder Pastis, noch Raki, noch Ouzo, noch Arrak. Aber ich mag auch keine Aniskekse. Gibt auch Bäcker, die Anis in den Teig geben, das mag ich auch nicht.

Vayav indrasca
00
21.7.2011, 14:10

bei Raki ist Anis nicht Grundgeschmack, sondern Sekundäraroma. Raki schmeckt stark nach Weintrauben

Poldi Fesch
00
22.7.2011, 12:58
???

WO ?

cho
00
19.7.2011, 15:50
Wein im Gerede??

Wenn unter "Wein im Gerede" über "Sommerdrinks" (in vermutlich mehreren Teilen) wie Pastis geschrieben wird, klingt das nach glatter Themenverfehlung.

Wie wärs stattdessen mit "Sommerdrinks" als Kategorie und dafür unter "Wein im Gerede" Artikel mit klarem Weinbezug?

Das Thema Wein gibt unendlich viel her, oder sind Frau Schrampf die Inhalte ausgegangen?

Karl Radek
00
18.7.2011, 09:42

das original ist aber doch der gute alte absinth

Nevim
02
16.7.2011, 01:23

Mmmmm Pastis ...

Sarah L.
 
11
15.7.2011, 17:38

kann mir nicht helfen, aber der ouzo schmeckt nicht in Ö. auch wenn´s die gleiche flasche ist. wahrscheinlich gehören auch das richtige wasser, die richtige luft und das richtige panorama dazu.

Hui Buh
00
22.7.2011, 13:23
Da haben Sie vollkommen Recht.

So gehts einem auch häufig mit Weinen im Uralubsort. Man ist begeistert, kauft ein paar Flaschen und ist zutiefst enttäuscht, wenn man davon eine zu Hause trinkt. Der arrogante, sich aber auskennende Siebeck schrieb schon vor Jahren, daß die Friulanischen Weine den Transport über den Brenner nicht schaffen. ;o)

Poldi Fesch
01
17.7.2011, 22:29
es fehlt, meist,

die Hitze

Odette
00
15.7.2011, 13:56
wo krieg ich in wien

anis milbar, licor escarchado, bebilusa?
ist portugiesisch und der beste unter den picksüssen anislikören!! ziemlich fantastisch und flasche ziemlich leer...
anis anis anis anis anis mhmmmm!

Wunibald
03
15.7.2011, 12:48
Verfügbarkeit und Preise

Bei uns gibt's meinen Favoriten Ricard kaum, und wenn, dann gegen 16 EUR pro 0,75l.
Ich nehm halt immer aus Italien eine Kiste mit, zuletzt 9,50 EUR für 0,75l.
Sehr zu empfehlen (wenn auch in einer anderen Kategorie, jedoch immer noch leistbar (20 EUR): Pastis Henri Bardouin.

miss.verständnis
00
und wo gibts

Pastis Henri Bardouin?

frankiegoes
00
15.7.2011, 12:40
Stimuliert leicht

also aufpassen am Abend, ansonsten schlechter Schlaf. Ansonsten sehr zu empfehlen. Wasser nach Geschmack.

bürger 4631
01
15.7.2011, 11:55
51

cinq et un: wer den nicht kennt, unbedingt probieren. nicht so süß wie ricard und trotzdem mollig. der name bezieht sich auf das mischverhältnis.

Poldi Fesch
00
17.7.2011, 22:30
ja, ist

beim Sambuco das gleiche. zu suesz, im Vergleich mit Ouzo u. Raki

Miguel Rodrigez
01
15.7.2011, 12:24

wo gibt's den in Wien im Handel?

dajonny
00
15.7.2011, 13:57
Bin mir nicht sicher

ob es der hier ist:
http://killis.at/index.php... 782&page=3

guitarero
00
15.7.2011, 15:37

Ja, das ist er!

der_Mann_von_der_Straße
 
05
15.7.2011, 10:44
Danke Luzia!

Wäre schön, wenn dieser Artikel dazu beiträgt, dass man mehr von diesem herrlich erfrischenden Hauch provencaler Lebensfreude in Wiens Gastroszene bekommt. Und noch ein großer Vorteil gegenüber Aperol Spritz (der oft mit billigem Fuselwein kommt): Pastis kann man durch nichts verpanschen. Wiener Hochquellwasser, Pastis, Eis. Und aus.

hans kastorp
10
15.7.2011, 13:30
seh ich nicht so;

bin in südfrankreich und gleich an der granze zu italien (ventimiglia); hier kriegt man alle arten von pastis die denkbar sind; ABER auch: kleine fläschchen mit pastisaroma (51, ricard, pernod) ca 5ml; die mischt der franzose dann mit nem halben liter reinem alk und nem halben liter wasser an und voila: man hat nen liter fusel...

der_Mann_von_der_Straße
 
01
15.7.2011, 13:50

Ja, da hast schon recht. Aber hier war ja die Rede von der klassischen Zubereitung. Also ein passendes Glas mit Eis, eine der klassischen Wasserflaschen und am besten noch ein Schälchen mit Oliven (die kleinen aus Nizza!)

Poldi Fesch
00
17.7.2011, 22:32
die kleinen

sind aus Arma di Taggia, jedenfalls nennt sich die Sorte so

der_Mann_von_der_Straße
 
00
22.7.2011, 12:52
Nicoise

hab gerade gegoogelt. Vielleicht sind die Verwandt. Arma di Taggia liegt nahe Imperia, also nicht weit weg von Nizza. Aber es gibt scheinbar eine Sorte die Nicoise heißt, und die meinte ich. Gibt nicht viel davon, weil es an der Côte mehr Villenviertel als Olivenhaine gibt, aber sie sind sehr gschmackig. Vielleicht kennt sich ja beim Standard jemand mit Oliven aus (Luzia?) Dann könnte man mal einen Artikel über autochtone Olivensorten schreiben.

Poldi Fesch
00
22.7.2011, 13:25
ja, ist

wahrscheinlich.

http://www.taggiasca.com/

Martin Circus
00
15.7.2011, 12:57

Aperol Spritzer kann schon was, aber, für mich, kann Pastis viel mehr! Mir schmeckt besonders der von Henri Bardouin (habe ich lange gesucht aber eigentlich ist er in Wien ganz leicht zu kriegen), extrem frisch mit wunderbare Kraüternoten. Artikel gefällt mir sehr gut, aber vielleicht nicht vergessen, Pastis ist der Nachfolger von den damals, 1915 in Frankreich, verbotenen Absinth und wurde in 1922 als "nicht schädlich" eingestuft. Wir treffen uns à l'apéro, santé!

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