Häkel-Arbeiten: Die Nadel ist der Pinsel

10. Juli 2011, 19:16
posten

Die Galerie V&V zeigt Häkel-Arbeiten von Monika Sarnitz aus vier Jahrzehnten

Völlig frei, ohne Vorlagen und Skizzen, sozusagen direkt aus der eigenen Musenstube schafft es das Getier und Fratzenvolk von Monika Sarnitz (Jg. 1924), über die Häkelnadel in handtellergroße Form zu kommen. Die Garn-Menagerie der Gestalterin hat in Sachen Spezies einiges zu bieten, speziell von allerlei Meeresbewohnern hat sich Sarnitz bei über 650 Tauchgängen inspirieren lassen.

In der Galerie V&V gibt es derzeit neben den Stücken aus Garn auch Handschmuck, Halsbänder, Leinenhemden mit applizierten Köpfen und eine kleine Auswahl von Zeichnungen zu sehen. 

Sehnsucht nach Handgemachtem

Letztere sind zwischen 1942 und 1944 für die Zeitung Wimmers Weekly entstanden. Eduard Wimmer-Wisgrill war Professor an der Meisterklasse für Mode an der Kunstgewerbeschule (mittlerweile Universität für angewandte Kunst) und hat neben Mondgesichtern, Katzenköpfen und Spukfratzen den Stil von Monika Sarnitz mitgeprägt.

In Zeiten, in denen auch so manche Jungdesigner wieder verstärkt auf textiles Kunsthandwerk schielen - man denke an das stoffene Obst des Duos Scholten & Baijings oder die gestrickten Lampenschirme von "Pudelskern" - , darf die Schau wohl als ein weiteres Symbol für die wachsende Sehnsucht nach Handgemachtem gelten. (maik/Der Standard/rondo/08/07/2011)

 

 

Monika Sarnitz
"WITHOUT ARSENIC White Faces, White Laces - Arbeiten mit Garn 1977-2011"
Galerie V&V
Bauernmarkt 19, 1. Bezirk
bis 31. 7.

  • Artikelbild
    foto: hersteller
  • Textiles Kunsthandwerk
    foto: hersteller

    Textiles Kunsthandwerk

  • Monika Sarnitz
    foto: hersteller

    Monika Sarnitz

Share if you care.