BIER IM GEREDE

Amateurbier

24. Juni 2011, 17:31
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    foto: apa/evert elzinga

    Kölsch ist gar nicht so einfach im größeren Maßstab zu brauen.

Conrad Seidl über einen polnischen Wettbewerb, der die Bierszene herausfordert

Dominik Szczodry hat sich schon mehr gefreut. In der Brauerei Bracki in Cieszyn - einer habsburgischen Gründung aus dem Jahr 1846 in der damals österreichischen Stadt Teschen - könne er beinahe jedes Bier brauen, hatte er vor dem Wettbewerb um das beste hausgebraute Bier Polens erklärt. Nur mit einem Kölsch, da täte er sich schwer.

Nun aber muss er. Das kam so: Jedes Jahr veranstaltet die Vereinigung polnischer Hobbybrauer (PSPD) einen Wettbewerb, in dem Amateure zeigen, wie gut im heimischen Kochtopf (oder einer privaten Kleinstbrauanlage) gelingt, was es an großen Bierstilen auf der Welt gibt. Sechs Kategorien waren heuer vorgegeben, von ganz leicht bis sehr stark: 70/- (sprich: seventy shilling), Kölsch-artig, Böhmisch Dunkel, Wiener Lager, starkes helles belgisches Ale und Russian Imperial Stout. 

Siegerbier von Heineken nachgebraut

200 Einsendungen sind gekommen - und aus denen wurde von einer internationalen Jury das Siegerbier des Wettbewerbs gekürt. Es war eben das in der Kölsch-Kategorie eingereichte Bier von Jan Szata, einem 21-jährigen Studenten. Dem jungen Mann ist das Bierbrauen quasi in die Wiege gelegt, sein Vater ist Mälzer.

Und jetzt kommt der spannende Teil: Das Siegerbier wird nämlich traditionsgemäß auf Kosten des Sponsors Heineken mit allem drum und dran (eigenes Glas, eigenes Etikett, sogar eigener Kronkorken inklusive) im industriellen Maßstab in Teschen nachgebraut - nach dem Original-Rezept des Amateurs. Was als Beitrag zur Bierkultur inzwischen enorme Breitenwirkung erzielt hat, stellt Braumeister Szczodry und den Hobbybrauer Szata vor einige Herausforderungen: Kölsch ist gar nicht so einfach im größeren Maßstab zu brauen. Und es ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung: Das fertige Bier wird also nicht Kölsch heißen dürfen. Aber es wird gut schmecken, so viel ist gewiss. (Conrad Seidl/Der Standard/rondo/24/06/2011)

Kommentar posten
19 Postings
WarumWhy
 
00
21.8.2011, 14:10
Heineken oder wie zerstöre ich eine Bierkultur

Heineken hat halt über das letzte Jahrzehnt durch gute PR- und Marketingmaßnahmen sich geschickt positioniert. Noch dazu haben sie viele Events gesponsert und das "Bier" billig in die Gastro verkauft. Nebenbei haben sie viele Brauereien aufgekauft und etliche Biersorten sterben lassen... so kann man mit einem gefärbten Wasser auch erfolgreich sein. Der 08/15 Geschmack macht es möglich, weltweit das Produkt in gleicher "Qualität" brauen und anbieten zu können.
Glücklicherweise gibt es immer noch ein paar freie Brauereien die gutes Bier brauen und es kommen viele neue kleine Brauereien nach... idS. Prost!

Alvy Singer
 
00
29.6.2011, 17:36
Heineken, ein Bier ohne Eigenschaften(frei nach Musil)

Dieser global agierende Konzern reduziert mit seiner
Markt und PR-Macht die Biervielfalt und damit auch die Bierkultur. Solche Sponsortätigkeiten sollen diese Tatsache nur bemänteln, ändern können sie daran nichts.

Apropos Kölsch

Vor einigen Monaten gab es in der Brewing-Company
ein Kölsch. Ich muss gestehen, dass es mich nicht vom Sitz gerissen hat. Kein Vergleich zum grandiosen "Grapefruitbier"(=IPA). Ich muss aber
gleichzeitig gestehen, dass ich noch nie ein echtes
Kölsch aus Köln getrunken habe.

bixente uhudla
 
00

"grapefruitbier"...sie banause ^^

aber ganz egal wie man es nennt,imho das beste bier das es in wien so gibt

was heineken an geht,stimme ich ihnen prinzipiell auch zu,wenngleich dieser wettbewerb ein schtitt in die richtige richtung(=mehr bier-diversität) wäre...

vielleicht kommt man in der konzern-zentrale ja auch schon schön langsam darauf,daß man sich in den letzten jahren in die falsche richtung bewegt hat(globales 0815 lagerbier)

flascheleer
01
26.6.2011, 17:41
Heineken

ist in der Gastro-Szene so beliebt, weil es aufgrund des eher milden Geschmacks einfach schneller runtergeht. Schon mal einen Jugendlichen gesehen, der probiert hat sich mit Puntigamer einen Rausch anzutrinken? :D

Am Feierabend trink ich auch lieber ein herberes Bier, aber eben nur eines. Mehr würde ich wsh auch nicht runterkriegen, bei größeren Mengen sind halt Becks&Co einfach praktischer.

lg

tramezzino
01
27.6.2011, 21:36

ein kölsch ist das richtige vormittags bierchen...

der_Mann_von_der_Straße
 
00
25.6.2011, 21:38
making love in a boat

it's f**cking close to water!

thatslife
10
25.6.2011, 19:16
wie verkauft man kölsch in flaschen?

sind dass dann 0,2 oder doch nur 0,1 liter fläschchen?

wär mir zumindest zu mühsam zum heimtragen, ist ja mehr glas als bier, da trink ich lieber ein echtes bier.

Viper001
02
25.6.2011, 17:42
Sehr geehrter Herr Seidl

Ihre "Biervignetten" sind immer sehr nett zu lesen und machen Lust auf ein Seidl..

Kapitalismus Luege
114
25.6.2011, 15:46
Trifft ein Bayer seine 2 Holländischen Freunde in der Kneipe

bestellt der erste Holländer Heineken
bestellt der zweite Holländer Heineken
bestellt der Bayer eine Cola:

"Wenn ihr ka Bier trinkts, dann trink I a kans"

Michael_Gutsch
00
25.6.2011, 17:45

Wobei man sagen muss, das gerade die Deutschen Heineken unverständlicherweise sehr gerne trinken. Gerade bei Jugendlichen kommt das warum auch immer gut an.

gensfleischs_erbe
01
26.6.2011, 12:25

Das halte ich aber für ein Gerücht, das hat doch wohl eher was mit dem POS zu tun (Positionierung in der Szene-Gastro). Es schmeckt einfach nicht, und wenn es im nächsten Club Beck's Ice gibt, dann wird halt das gesoffen. Das kostet die Brauereien viel Geld und brigt langfristig nix. Zuhause beim nächsten Fest gibt es dann wieder Oettinger (€ 4,- für 20x0,5l).

bixente uhudla
 
00

würde gar nicht sagen daß es nicht schmeckt...es schmeckt eher nach nichts ;-)

Alter Knochen
05
25.6.2011, 18:06

es hat sich gut positioniert, das image ist jung/chic, die kleinen flaschen gehen schnell runter...

dass es nach nix schmeckt, ist nach dem 3. flascherl eh egal.

Thomas Höbelt
 
11
25.6.2011, 11:40
Ja auch so

kann man viel Geld für angestellte Produktentwickler ( Plagiatoren ) sparen. Trotzdem nette Idee.

double standard
36
25.6.2011, 11:06

heinecken: the germans piss in the rhine and the dutch make beer of it

Objektiv_Subjektiv
36
25.6.2011, 08:56
Heineken und Corona

Sind amateurhaftes Mädchenbier

Michael_Gutsch
02
25.6.2011, 17:45

Ins Corona kann man ja eine Limette rein werfen, damit man nicht schmeckt wie grauslich es eigentlich ist.

MrTee
00
29.6.2011, 15:46

das limettal gibts eher wegen der Baktierenbrut im Flaschenhals weil die Flasche durchsichtig ist...

OphiuchuS
01
24.7.2011, 17:42

Ich hab gehört, die Limette hätte sich in Mexico eingebürgert da die Kronkorken dort anfangen zu rosten; man wirft die Limette also nicht ins Bier, sondern sie dient dazu den Rost an der Flaschenöffnung zu beseitigen. Dies wurde dann international verfälscht übernommen ==> man wirft die Limette in die Flasche, obwohl sie darin eigentlich nix zu suchen hat.

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