Krisenszenario

26. Juni 2011, 17:49
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    foto: reuters/brian snyder

    Falls wirklich alles krachen geht, hat der Dichterfürst immerhin eine Wiese im Talon, die man zur Not zum Erdäpfelacker umwidmen kann.

Zwischen Dürfen und Müssen besteht auf dem freien Markt längst kein Unterschied mehr

Wenn man im Rahmen eines runden Geburtstages an einem Tisch sitzt, an dem - in dieser Reihenfolge - über Bluthochdruck, Extremklettern, Motorradfahren und glimpflich verlaufene Gesundenuntersuchungen gesprochen wird, kann man eigentlich froh sein, dass man das frühest mögliche Pensionsantrittsalter eines österreichischen Exekutivbeamten zwar erreicht hat, aber trotzdem noch mitten im Erwerbsleben stehen darf. Zwischen Dürfen und Müssen besteht auf dem freien Markt längst kein Unterschied mehr. Man wird sich also parallel zu Griechenland noch einige Jahre bis zum endgültigen Zusammenbruch weiterhin damit vergnügen, dankbar zu sein, dass man überhaupt noch gebraucht wird. Funky geht anders.

Falls wirklich alles krachen geht, hat der Dichterfürst immerhin eine Wiese im Talon, die man zur Not zum Erdäpfelacker umwidmen kann. Schließlich wird selbst bei Millionärs in der Wiener Innenstadt heutzutage schon jede Dachlandschaft auch dazu genutzt, neben dem regulären Schwimmbetrieb im Hochpool Tomaten für den Eigengebrauch zu ziehen. Und auch den alten Schuppen neben dem Haus könnte der Dichterfürst in der Not wieder mit ein paar Schweinderln und Hühnern statt mit Grillpartygästen füllen, die sich dorthin bei Regenbrüchen flüchten und die Kellerbestände leer räumen. Kein Wunder, dass man angesichts dieser strahlenden Zukunft stets darauf bedacht ist, Sonnenbrillen mit sich zu führen. Solange man körperlich noch dazu in der Lage ist, ein Auto zu manövrieren, braucht man bis zum nächsten Nahversorger ja nur zehn Minuten. (Christian Schachinger, Rondo, DER STANDARD, 24.06.2011)

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milofjodor
01
27.6.2011, 13:35
zu frueh

aber der dichterfuerst sollte auch wissen wann er die knollen aus der erde zieht. sonst ist er mit den kleinen dingern bald am ende und der fensterkitt muss gefressen werden. falls seine fenster noch selbigen beinhalten.

aber solange der standard so leerkolumnen weiterfinanziert, kann der dichterfuerst weiterleben.

wieso eigentlich??

MichaelWar
01
26.6.2011, 23:40

Manchmal, wenn ich diese Kolumne lese, frage ich mich ob ich einfach blöd bin.

santa fe
 
00
26.6.2011, 21:39

landbesitz, ackerbau und nachbarschaftskonflikt sind unverzichtbare erfahrungen für kreative unszufriedenheit, äh, unzufriedenheit natürlich, oh meister.

TAO
 
00
26.6.2011, 21:18
Ich bitt' Sie, Herr Schachinger, ...

... werdens Bauer.

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