Der Letzte seiner Art

16. Juni 2011, 18:41
  • Hände wie Teppichpracker und ein Herz für die Tiere, die er schlachtet: Jede Sau, jeden Stier holt Christoph Hödl selbst vom Bauern.
Foto: Heribert Corn
    foto: heribert corn

    Hände wie Teppichpracker und ein Herz für die Tiere, die er schlachtet: Jede Sau, jeden Stier holt Christoph Hödl selbst vom Bauern.

    Foto: Heribert Corn

Nur wer ein Herz für Tiere hat, kann sie richtig schlachten - Christoph Hödl ist gemeinsam mit seinem Vater der letzte Fleischermeister, der das in Wien noch selbst tut

Leopold Hödl war zehn, als ihn sein Vater erstmals mitnahm auf den Bauernhof. Am Samstagmorgen fuhren sie ins Tullnerfeld und sahen sich die Schweine an, diese quiekten und grunzten und suhlten sich im Stall. Dieses da nehmen wir, sagte der Vater, dieses hier und das. Eine Woche später brachten sie diese nach Wien und stachen sie gemeinsam ab.

Heute ist Hödl 55 und macht das noch immer so: 20 Schweine schlachtet er pro Woche, dazu drei Kälber, drei Stiere und alle paar Wochen einmal ein Pferd. Seit ein paar Jahren macht Sohn Christoph mit. Die beiden sind die letzten Fleischer, die in Wien noch selbst schlachten. Seine Kollegenschaft lässt sich die "Weidnerware", wie die fertig zugerichteten Rinder- und Schweinehälften im Fachjargon genannt werden, längst fixfertig aus dem Schlachthof anliefern.

20 Schlachthöfe statt tausenden Fleischern

Als Hödl Senior seine Meisterprüfung machte, traten mit ihm 40 andere Lehrlinge an. Bei Hödl Junior waren es nur noch zehn, von denen außer ihm nur einer wusste, wie man einen Stier schlachtet. Bestanden haben sie trotzdem alle, denn sie brauchen dieses Wissen nicht mehr im Beruf. Was früher tausende Fleischer taten, erledigen heute 20 große Schlachthöfe: 95 Prozent der Schlachttiere Österreichs werden dort geschlagen. Der letzte Kahlschlag unter den Selberschlachtern kam Anfang 2011, als die EU ihre Auflagen verschärfte: Die Hofschlachtung ging dadurch um 80 Prozent zurück.

Hödl will nichts Schlechtes sagen über andere. Aber Schlachthöfe sind Fleischfabriken, wo schlecht bezahlte, unmotivierte Hilfsarbeiter am Fließband schlagen: Der Erste betäubt, der Zweite schlitzt, der Dritte zerlegt mit der Hydrauliksäge. Weil die Tiere vorher oft Stunden auf dem Laster fahren und dann vom Lkw gleich in den Tod getrieben werden, sind ihre Muskeln voller Stresshormone, die das Fleisch später wässrig machen. "Fleisch vom Schlachthof ist wie eine Gummipuppe", sagt Hödl: So tot, als ob es nie lebendig gewesen wäre. Wer Tiere richtig töten will, der muss sie achten - weil Fleisch so schmeckt, wie es als Tier behandelt wurde und nur ein glückliches Tier auch seine Esser glücklich macht.

Gutes Fleischhauen braucht Platz

Hödls Geschäft liegt weit draußen, an der Breitenfurter Straße, wo die Stadt langsam nach Westen ausfranst. Gutes Fleischhauen braucht Platz, für einen Hof mit Stall, in dem die Tiere sich über Nacht erholen können von der Anfahrt, und einer Dusche, um sie zu beruhigen.

Jeden Sonntag fährt er hinaus ins Tullnerfeld und holt die Schweine und die Kühe, wo Letztere mit Mais gemästet werden, weil mit Heu allein wird das nichts mit der Marmorierung. Die Kälber holt er aus der Buckligen Welt, wo die Milchkühe auf der Weide stehen und ihren Nachwuchs stillen können. Er wählt sie alle selbst aus, so wie er auch sonst alles selbst macht. Das Schwein muss einen breiten Buckel haben und entsprechenden Fettanteil: 56 bis 58 Prozent Karree zu Speck gilt als ideal. Das Rind muss gut gemästet und gewachsen sein, mit Muskeln an den richtigen Stellen.

Montags, um halb eins in der Früh, geht dann das Schlachten los, 20 Schweine in vier Stunden, und keines soll sich fürchten, das ist die Kunst des Fleischers. Am Dienstag um halb drei folgen die Rinder. Bis zu 14 Tage dürfen sie trocken abhängen, länger ist schwierig, weil moderne Stiere oft nicht so fett sind, wie sie es sein müssten, um langes Reifen auszuhalten. Den Rest der Woche wird zerlegt und eingekocht, erst Blutwurst, dann Frankfurter, Krakauer, Polnische. 14 Stunden am Tag, fünfmal die Woche, haut Hödl Fleisch. Zwei Wochen Urlaub macht er im Jahr, eine verbringt er in Kärnten, die andere im Geschäft.

Idealismus und Besessenheit

Die Fleischerei ist alles, was er hat, sagt er, und wenn er durch die gefliesten Räume geht und seine massive Statur sich in den Edelstahltüren spiegelt, ist schwer zu sagen, wo die Fleischerei anfängt und Hödl aufhört. Idealismus, nennt Hödl die Einstellung zu seiner Arbeit, Besessenheit käme aber auch hin.

Was er verkauft, das soll perfekt sein, besser als das, was alle anderen verkaufen. Der schönste Lohn ist, wenn's den Leuten schmeckt. Einmal, erzählt Hödl, hat er einen ganzen Beinschinken geliefert an eine Hochzeitsgesellschaft, feine Leute mit teuren Autos und einer Vorliebe für Meeresfrüchte. Als er mit seinem Schinken kam, haben sie ihn schräg angesehen. Am nächsten Tag aber haben sie ihn angerufen, weil so was Gutes wie den Beinschinken, das hatten sie noch nie.

Hödl muss los, Handschuhe kaufen für den neuen Lehrling, den ersten seit zwölf Jahren. Der ist zwar noch etwas schmächtig, aber mit ordentlich Extrawurst und Leberkäs wird das schon werden. Wenn nicht, gibt es seit kurzem die nächste Generation Hödl, und die kommt bestimmt schon bald mit auf den Bauernhof. (Tobias Müller/Der Standard/rondo/17/06/2011)

Fleischerei Hödl
Loosgasse 1
1230 Wien

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Posting 426 bis 475 von 1002

bitte vergiss den Schweinsbraten nicht, jeden Tag Schnitzel wär ja langweilig

Natürlich,

wie konnte ich nur.
Dann noch die Extrawurst, der Leberkäse, …

Eine vegane Ernährung entspricht nicht unseren Bedürfnissen?
Dann folge ich wohl der gesamten VGÖ bald ins Grab?

Naja, Hautausschläge und andere sichtbare Mangelkrankheiten sind unter Veganern nicht selten; mancher, der umsteigt, nimmt anfangs auch dramatisch ab. [Allerdings hab ich den Verdacht, dass manche der Veganer in meinem Bekanntenkreis eher krankhaft magersüchtig sind und sich deshalb vgean-rohkost ernähren]

Ich lebe seit Jahren vegan und betreibe in meiner Freizeit zu meinem Vergnügen Ausdauersport.

Was Sie da behaupten ist schlechtweg falsch. Wer sich ausgewogen ernährt hat weder ständig irgendwelche Krankheiten, Hautausschläge, Mangelserscheinungen oder sonstige Probleme.
Ob bei der Ausgewogenheit Fleisch oder tierische Produkte eine Rolle spielen ist Teil der Lebensphilosophie.

Nur weil ein Lebensstil ohne tierische Produkte auskommt heißt das noch lange nicht das mir und anderen irgendwas fehlt.
Genauso absurd ist es zu behaupten das alle die Fleisch essen potentiell Herzinfarkt gefährdet sind aufgrund der zu erwartenden Fettleibigkeit.

Naja, dramatisch nimmt man nur ab, wenn man vorher fett war. Ich hab auch bissl Gewicht verloren, bis ich recht schlank (Aber auch nicht krankhaft dürr) war.

Mittlerweile schaue ich, dass ich durch bissl Krafttraining und proteinreiche Ernährung bissl zulege und es funktioniert hervorragend :)

Ich kann natürlich nur von mir sprechen, aber viele wirklich dünne Veganer kenne ich eigentlich auch nicht. Gerade mal einen un der war schon dünn bevor er vegan wurde ^^

Abnehmen könnte bei den allermeisten Österreichern nix schaden.

Lieber Herr Singer,
mit der Begründung "Wir tun das auch seit ewigen Zeiten" lässt sich fast alles begründen. Ich finde es löblich, dass sie die Exzesse der Fleischindustrie nicht verteidigen, es ist jedoch fast unmöglich, sich als Fleischesser nicht von diesen Exzessen zu ernähen, solange Menschen große Mengen Fleisch zu billigsten Preisen wollen und der Staat das fördert. Daran liegt das Problem - den Fleischkonsum selbst muss jeder für sich entscheiden.

"Es ist natürlich, dass wir Menschen Fleisch essen. Wir tun das auch seit ewigen Zeiten." ?

Es tut mir leid aber das ist nicht mal annähernd ein Argument. Menschen machen viele dumme Sachen schon seit Ewigkeiten. Die bloße Tatsache, dass Fleisch gegessen wird kann per se nicht die moralische Rechtfertigung für sich selbst bilden. Eine Vegane Ernährung ist sehr wohl für Menschen geeignet, obs ihnen ins Konzept passt oder nicht.

Ihre Argumentationsweise ist mehr als nur lückenhaft. 1. Wir essen Fleisch.
2. Vegan ist ungesund.
Ergo gilt: Schlachten ist zulässig.

Inhaltlich möchte ich jetzt gar nicht auf ihr Posting eingehen. Was sie unter "Denaturierung" verstehen hätte ich aber gern noch genauer gewusst.

denk ich auch. allerdings gibt es bei uns gewisse gesellschaftliche tabus. wobei dank internet/tv kann man sich vom schlachten bis zu vielen operationen eh alles reinziehen. sogar tote menschen findet man.
ob man es allen "aufdrängen" sollte ist halt die frage.
ich würde sagen nein - wer kein blut sehen will/kann soll verschont werden :-)

Was an vegetarischer Ernährung ist bitte schön "nicht unproblematisch"?
Da widersprechen Sie den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Bitte um einen Link zu den "aktuellen wissenschaftlichen Erkentnissen"
Vielen Dank

http://www.vrg.org/nutrition... _paper.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Vege... us#Studien

http://en.wikipedia.org/wiki/Vege... d_concerns

Natürlich muss man ein paar Dinge mehr beachten als bei "normaler" Ernährung, aber problematisch ist eine richtige vegetarische/vegane Ernährung für den Körper nicht.

es ging nicht um vegane, sondern vegetarische Ernährung.

Dann hab ich Thema verfehlt und werde setzen ... :-(

"Denaturierung" ist auch schon das Kochen von Nahrung, das Wohnen in beheizten Räumen, usw. usf. Dass die Grenze zwischen zu akzeptierender und nicht zu akzeptierender "Denaturierung" genau zwischen diesen Dingen und dem Konsum von Fleisch liegen soll, ist lediglich eine Folge des Ist-Zustands und keine objektive Feststellung.

Ich bestreite natürlich nicht, dass unser Körper auf die Aufnahme von tierischer Nahrung ausgelegt ist, aber es geht auch ohne. Wie weit weg unsere Ernährung eh schon von den Bedürfnissen des Körpers entfernt ist, sieht man wenn man in die U-Bahn sitzt. Sich bewusst und gesund vegan zu ernähren wäre für viele Menschen eher ein Schritt in die richtige denn in die falsche Richtung imho.

Vegan vs. Vegetarisch vs. "Normal"

Unterm Strich kann man sich natürlich ohne weiteres vegan oder vegetarisch ernähren. Allerdings gilt eben: wer keine Ahnung von Ernährung hat und sich damit nicht auseinandersetzt, wird vegetarisch und vor allem vegan sehr schnell unter Mangelerscheinungen leiden.

Beim oben zitierten U-Bahn Proleten mit dem Döner ist wohl die Wahrscheinlichkeit recht groß, daß er als Vegetarier um nichts gesünder leben wird. Die Fettleibigkeit verschwindet vielleicht - dafür kommen Eiweißmangel und anderes

Alle Ernährungsformen sind vollkommen okay. Je mehr man allerdings einschränkt, desto besser muß man bei der Nahrungsaufnahme auf Ausgewogenheit und Zuführung wichtiger Stoffe achten.

Wer keine Ahnung hat, wird als Fleischesser vl nicht so schnell Mangelerscheinungen haben, wohl aber fehlernährt sein, so schließt sich der Kreis wieder ;)

Natürlich.

Ganz lustig finde ich Veganer mit Katzen oder Hunden...

Ich möchte niemanden seinen Spleen abspenstig machen, jeder soll nach seiner Facon glücklich werden, solange dabei niemand anderer eingeschränkt wird. Für Kinder etwa soll vegan ganz ganz schlecht sein...
Aber mir geht es darum, festzuhalten, dass Veganer/Vegetarier, keinen moralisch höherwertigen Standpunkt vertreten, was sie
aber sehr oft tun. Und dieses Mörder! Geschreibsel
ist so und so grenzwertig.

"Für Kinder etwa soll vegan ganz ganz schlecht sein"

Ich will dein Weltbild ja nicht zerstören, aber Mediziner und Ernährungswissenschafter sagen da was anderes. Für Links siehe weiter oben.

vegan wär für mich völlig unnatürlich - vegan unbewusst sogar gesundheitsschädlich - als veganer müssen sie ein kleiner ernährungswissenschaftler sein :-)

"als veganer müssen sie ein kleiner ernährungswissenschaftler sein"

naja, ein merkzettel am kühlschrank würde reichen. man muss ja nicht wissen warum man bestimmte dinge als ausgleich mehr essen sollte, sondern nur dass.

respekt

bin seit gut 14 jahren vegetarier, und die vorstellung zu töten wird mir immer eine gänsehaut den rücken hinunter jagen.
wenn aber geschlachtet wird, wünsche ich mir genau solche fleischer. die, die scheinbar verstanden haben, dass sie es mit einem lebewesen zu tun haben.
ein tier, so aufgewachsen und gehalten wie es seine art ist, schmerzfrei und ohne angst geschlachtet. das ist das ideal. wenn es jemals erreicht wird, dann von leuten wie hrn. hödl. so ein fleisch zu essen hätte ich wenig (wenn auch nicht keine) skrupel.

zustimmung - ich denke auch dass bei uns heute das schlachten so schnell und schmerzlos vor sich geht wie noch nie zuvor in der menschengeschichte. denken wir nur ein paar jahre, jahrhunderte usw. zurück - das war qualvoll.

Mit einem Messer die Schlagader zu durchtrennen, so dass der Blutdruck im Gehirn schlagartig abfällt, so dass das Tier in einem Sekundenbruchteil ohnmächtig wird -- das ist bereits in der Bibel die vorgeschriebene Schlachtmethode. [schächten ist nicht schmerzhaft]

... und zB aus der minoischen Kultur sind Tontafeln erhalten, so dass wir wissen, dass ein Bauer auf Kreta noch lange vor der griechischen Antike zwei Rinder hatte, die er - frei übersetzt - Großer und Schwarzer nannte, oder noch freier Bigboy und Blacky ... daraus könnte man schlussfolgern, dass auch damals die Bauern ihre Tiere mochten und mit einiger Sicherheit unnötige Qualen zu verhindern trachteten.

"schächten ist nicht schmerzhaft"

http://www.youtube.com/watch?v=T4XMOYnEQ7U

Mhm, die Tiere sehen total entspannt aus beim Tod.

Nimmst du jeden Müll ernst, den irgendwelche deutschen Fernsehjournalisten und/oder Veganersekten aufnehmen?

Nein, genausowenig wie jeden Müll den Leute posten. Aber wir hatten eh schon mal das Vergnügen, viel Spaß noch in dem Forum ;)

mag sein - aber es gäbe noch erschlagen mit steinen, verbluten nach einem speerwurf usw.

geht auch. ..

...heute noch qualvoll - siehe schächten bzw. halal schlachtung.
gibts sehr erhalalende videos auf youtube zu dem thema.

Du sitzt brauner Propaganda auf. Natürlich kann man einem Schächter Geld dafür geben, dass er vor der Kamera ein Viecherl extra lang leiden lässt ... Derartiges Fehlverhalten von rabiaten Boulevardjournalisten soll schon wiederholt angezeigt worden sein.

Man kann sich auch auf das ach so böse Schächten konzentrieren, aber die weitaus grausameren Zustände in den Schlachthäusern ignorieren - dann aber muss man sich fragen lassen, wieso man auf Juden und Moslems hindrischt, aber die "eigene" Fleischindustrie gezielt schönredet.

Alles ist besser als Massentierhaltung, solche Betriebe sollte man zu schätzen wissen und die Politik sollte versuchen von dem Antibiotika versetzten Fleisch aus den riesigen Industrieanlagen wegzukommen.

Es ist ja bezeichnend für die Haltung, dass man früher auf jeden Bauernhof gehen und sich die Schlachtungen persönlich ansehen konnte, es einem jetzt aber verwehrt wird Massentierhaltungsanlagen von innen zu begutachten.

Zur Debatte: jeder Vegetarier der hier Fleischfressern irgendwelche Dinge an den Kopf wirft, sollte sich auf den Kopf greifen und sich ganz schnell im Eck verstecken. Denn Milchkühe und Legehennen leiden auch. Einfach mal Eating Animals lesen oder Earthlings schauen. Entweder man ist vegan, oder man ist nicht konsequent.

Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht, ich findet aber nicht, dass man jetzt auf Leute losgehen sollte, die auf Eier und Käse nicht verzichten, sehr wohl aber auf Fleisch. Man kann auch Freilandeier kaufen und schauen, wo der Käse herkommt. Und jedes nichtverzehrte Schnitzel sollte die Fleischproduktion und damit den Ertrag der Massentierhaltung mindern. Jeder gibt, wie er kann. Und wenn alle Österreicher auf ein bissl was verzichten könnten, wäre auch schon viel geholfen!

Und wo ist jetzt der Unterschied, wenn man sich beim Fleischkauf ebenso an diese Kriterien hält? Und das Fleisch dort kauft, wo man weiß, dass es nicht durch Massentierhaltung erzeugt wurde?

Da ist für mich kein Unterschied! Ich finde das sehr gut so, wenn sich jemand so viele Gedanken macht. Und das ist auf jeden Fall besser als Fleisch aus Massentierhaltung zu kaufen. Grundsätzlich würde ich es toll finden, wenn es nur mehr solche Produkte gibt!

Natürlich, jeder sollte für sich seinen Teil ändern. Ich greife auch niemanden an, aber wenn ich hier rasende Vegetarier sehe die glauben sie retten die Tierwelt mit ihrem Verzicht auf Fleisch, dann muss ich sie eben auf das Leiden der Milchkühe und der Hennen hinweisen.

Generell finde ich es ziemlich fragwürdig, wenn man sich aufgrund seiner Ernährung versucht über andere Menschen zu stellen. Ich für meinen Teil habe zuhause nur vegane Produkte, laufe jetzt aber trotzdem nicht durch die Weltgeschichte und/oder durch Internetforen und zwinge jedem meine Essgewohnheiten auf.

habe zuhause nur vegane Produkte, laufe jetzt aber trotzdem nicht durch die Weltgeschichte und/oder durch Internetforen und zwinge jedem meine Essgewohnheiten auf.

Danke!
Und das meine ich wirklich und aus tiefstem Herzen ehrlich.

... wobei Moonies, Rohkostveganer, militante Pelzjackenzerstörer und Männer mit Hüten aus Alufolie durchaus auf ihre eigene, irre Weise "konsequent" sind, was aber nicht unbedingt positiv ist.

Wer redet von diesen Extremen? Ich habe versucht das Thema zu versachlichen und es frei von Polemik zu halten, aber anscheinend sind hier ja einige nicht an einer Diskussion interessiert.

Sorry, da hatte ich's beim Trollen mal wieder übertrieben. Hintergrund siehe weiter unten: Zuviel Konsquenz schadet IMO mehr als sie nützt :)

Natürlich, um eine sinnvolle Diskussion zu führen müsste man sich ja als Fleischesser damit auseinandersetzen, dass es vl nicht ganz richtig ist, jeden Tag ein 99 Cent Henderl vom Hofer zu fressen, da reagiert man lieber mit schlechten Witzen/Polemik/Ausflüchten/Anfeindungen...

und du unterscheidest dich davon wie genau??

oder möchtest du behauptet dass das keine polemik ist was du da absonderst?

Ich halte es eher für eine Tatsache, was auf persönlichen Erfahrungen basiert.

Sie kennen jemanden, der jeden Tag ein Hendl vom Hofer um 99c frisst?

Nein, aber Leute, die kein Problem damit hätten :D

Das ist dann aber genau genommen keine persönliche Erfahrung, sondern eine persönliche Unterstellung. ;-)

das ist eben polemik...

Ich halte es schlicht nicht für erstrebenswert, in allen Dingen, zu denen man eine Meinung hat, nur mehr völlig "konsequent" zu sein. Die übertriebene Suche nach "konsequentem" Verhalten führt meiner Erfahrung nach zu Engstirnigkeit, Unlockerheit, Fanatismus -- man wird zum "linken Spießer", zum Linksdogmatiker, der schon mal Freundschaften aufkündigt, weil sich jemand gedankenlos neben einer Veganerin einen Schinkentoast bestellt. (ist mir mit einer ehemaligen Bekannten in Berlin so passiert. Gell Bärbel?)

Posting 426 bis 475 von 1002

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