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"Makart - Ein Künstler regiert die Stadt" ist bis 16. Oktober im Wiener Künstlerhaus zu sehen.
Foto: Heribert Corn
Eigentlich sind Petra Bachers spektakuläre, nur auf Vorbestellung gefertigte Tortenskulpturen als Aufputz richtig luxuriöser Partys gedacht - ihre jüngste Kreation aber wurde vom Atelier schnurstracks ins Museum verfrachtet. Konkret ins Wiener Künstlerhaus, wo seit vergangener Woche die große Makart-Ausstellung läuft.
Nachdem es ein klassisches (und geradezu unerhört geiles) Wiener Tortenrezept für eine Makart-Torte gibt - mit hauchdünnen, in brauner Butter getränkten Biskuitschichten, die mit Nougat alterniert werden - sahen es die Ausstellungsmacher ganz offenbar für opportun, gleich ein entsprechendes Exponat in Auftrag zu geben, und zwar im Stil und der Anmutung historischer Schautorten. Schließlich soll die hemmungslose Prachtentfaltung, für die das Werk des Wiener "Malerfürsten" steht, auch irgendwie dingfest gemacht werden.
Unerreichte Eleganz
In früheren Zeiten wäre als ausführendes Unternehmen für so ein Schaustück wohl einzig der Demel infrage gekommen - der einstige Hofzuckerbäcker lebt ja bis heute nicht unwesentlich von jenem Nimbus des genialen Tortendekorateurs, den der legendäre Eigentümer Federico von Berzeviczy-Pallavicini in den späten 1960ern und frühen 1970ern mit unerreicht eleganten Schautorten und Schaufensterdekorationen begründet hatte. Nur: Wer dieser Tage einen Blick in die Auslagen des Traditionsbetriebs wagt, der muss erkennen, wie lange die Herrlichkeit des Ruhms auch in diesem Fall schon vergangen ist.
Petra Bacher ist eigentlich Designerin. Sie hat etwa den gesamten Relaunch der Meinl-Produkte, von den Packungen der nur am Graben erhältlichen, edlen Hauskaffees über die eleganten Teedosen bis zu den Marmeladen-Etiketten und der Innendekoration des Geschäfts zu verantworten gehabt. Gleichzeitig aber ist sie eine begeisterte Köchin mit ausgeprägter Schlagseite ins süße Fach. "Außerdem habe ich viele Jahre gleich neben dem Demel gewohnt und als Kind ganz verzaubert diese wunderbaren Schaufenster-welten bewundert."
Als sie selbst für eine Feier auf der Suche nach einer Torte war, die der Eleganz und Pracht des Anlasses gerecht würde und nirgends in Wien fündig wurde, probierte sie es einfach selbst: "Und es ist erstaunlich gutgegangen." In der Folge wandten sich immer mehr Freunde und Bekannte an Bacher, weil sie sich "auch so imposante Dinger" für ihre Feste wünschten.
Eleganz und Pracht
"Und irgendwann war mir klar, dass ich das ernsthafter betreiben will", sagt Bacher. Sie nannte das Projekt "Sartori - die Torte" nach ihrer Urgroßmutter aus Südtirol und tat sich mit Wolfgang Leschanz zusammen, der 15 Jahre lang Demel-Geschäftsführer war und mit seinen edlen Schokoladen, die unter anderem in einem eigenen Geschäft hinter der Peterskirche (dem einstigen "Knopfkönig") verkauft werden, einen ähnlich hohen Qualitätsansatz verfolgt. Er hat als Patissier auch die gewerbliche Berechtigung, die Torten zu vertreiben. Seit einem Monat ist nun die Website online, 15 Rezepturen für die Fülle stehen zur Auswahl, Form und Farben der schönen Hülle sind individuell zu bestimmen.
Wobei potenzielle Kunden sich schon im Klaren sein müssen, dass derart aufwändige Torten-Couture auch vom Preis der Luxuskategorie zuzurechnen ist. Und: "Grundsätzlich ist die gesamte Torte essbar, geschmacklich interessant aber wird es erst bei der Fülle." Der Zuckerguss, in der Fachsprache Massa Ticino genannt, besteht nämlich nur aus Zucker, Glukose, Wasser und allerhand Lebensmittelfarbe. Weil Bacher allein arbeitet, sollten für jede Torte mindestens sechs Wochen Vorbereitungszeit einkalkuliert werden.
Die Inspiration für die multipel aufgeschichteten, feinziselierten Kreationen kommt ihr ganz buchstäblich beim In-die-Luft-Schauen: "Derzeit kann ich mich an den vielen Türmen der Stadt gar nicht sattsehen", sagt sie. (Severin Corti/Der Standard/rondo/17/06/2011)
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