Reifeprüfung

19. Juni 2011, 13:28
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Wer seiner Freude über die bestandene Matura des Nachwuchses in Form eines Geschenks Ausdruck verleihen will, sollte sich diese Uhren ansehen

Da eine höhere Schulbildung keine Selbstverständlichkeit ist, könnte man die Matura selbst eigentlich als Geschenk betrachten. Dennoch sind hierzulande auch materielle Präsente zur "Belohnung" für die bestandene Matura üblich. Bis vor ein paar Jahren war der Führerschein ein beliebtes Give-away. Dieser wird jetzt bekanntlich (völlig abgekoppelt von schulischen Leistungen) schon mit 17 absolviert und ist somit von der Maturanten-Wunschliste gestrichen. Abgesehen von finanziellen Zuschüssen für das erste Auto, die eigene Wohnung oder eine Reise zählen "gute" Armbanduhren zu den traditionell beliebtesten Geschenken zur Reifeprüfung. Warum eigentlich?

Vielleicht weil die Eltern nur zu gut wissen, dass die Zeit mit zunehmendem Alter schneller zu vergehen scheint und immer kostbarer wird. Die Uhr ist eine Referenz, ein ständiger Begleiter und der beruhigende Beweis dafür, dass sich die Zeiger für den Uhrenträger mit 50 nicht schneller drehen als für den Schulabgänger mit 18. Für viele stellt sie auch den ersten Wertgegenstand dar, der ein Leben lang an den Eintritt ins Erwachsenenalter erinnert. 

Mechanik versus Quarz

Der Begriff "gute Uhr" ist ebenso subjektiv wie budgetabhängig. Mindestens 400 Euro sollte man jedoch schon auszugeben bereit sein. Für diesen Betrag bekommt man allerdings - sofern auf dem Zifferblatt ein renommierter Markenname stehen soll - nur Modelle mit Quarzwerk. Für junge Männer bietet die bestandene Reifeprüfung jedoch einen guten Anlass für den ersten mechanischen Zeitmesser, der in der schlichtesten und damit für diese Altersgruppe weniger spannenden Ausführung zumindest 500 Euro kostet.

Beliebter sind da schon die etwas teureren Chronografen, weil sie aufgrund ihrer Zifferblattgestaltung optisch mehr hergeben, oder GMT-Modelle, damit angehende Globetrotter immer wissen, ob es für einen Anruf zu Hause noch nicht zu spät ist. Für die Maturantin bildet die erste feminine Uhr, die zu jedem Anlass passt, ein adäquates Geschenk. Letzteres darf, sofern vonseiten der jungen Dame nicht eindeutig die Passion für technische Raffinessen besteht, durchaus quarzbetrieben sein. So läuft sie auch weiter, wenn sie einmal ein paar Tage nicht getragen wird, und muss nicht immer aufgezogen und neu eingestellt werden.

Noch ein Tipp in Sachen Stil-Auswahl: Zeitloses Design ist gut. Ein bisschen Pep sollte die Uhr aber schon haben. Sonst verschwindet sie bis zur Matura der Enkelkinder in irgendeiner Schublade. (Ines B. Kasparek, Der Standard/rondo/17/06/2011)

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    foto: hersteller
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