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Ein Bewässerungssystem muss her! Aber bekommen die Gänseblümchen dann wirklich die abgezählten 532 Tropfen? Bleibt der Rasen grün? Das sind Fragen, die die Gärtnerseele quälen.
Foto: selbst / pixelio.de
Wer einen Garten sein Eigen nennt, hat stets etwas zu tun. Man braucht sich nur kurz umzusehen, und die Tasklist für den Tag ist schon geschrieben. Alles dreht sich ums Düngen, Bewässern, Zurückschneiden, Ausrupfen, Mähen, Ernten, Wühlmausjagen, Pflege der Gerätschaft, Zurechtbinden der Kletterer und besorgtes Betrachten entstehender Krankheiten. Herrlich, man kann unmöglich zur Ruhe kommen. Und vor allem - es muss gemacht werden.
Leider haben die Gewerkschaften für Arbeitnehmer einst den Urlaub erstritten, und gefinkelte Marketer haben diese unnötige Zeit zu einem Bedürfnis stilisiert, das man gefälligst in der Fremde befriedige. Mit anderen Worten, man muss den Garten für eine Woche oder länger sich selbst überlassen. Und es ist jedes Jahr dasselbe. Wegfahren wird zur Plage, die Angst, der Garten könnte leiden, übermannt den Schlaf und skizziert Pflanzenleid, wie es nur Hieronymus Bosch hätte zeichnen können.
Sesshaft und beleidigt
Man sieht dann des Morgens übrigens genau so aus. Wer gießt die Pflanzen? Wer richtet sie nach heftigen Winden wieder auf? Wer macht der Clematis den Guide? Wer sammelt den Schneck? Wer rupft das Kraut? Man kann einfach nicht wegfahren. Gärtner sind wie Pflanzen, sesshaft und beleidigt, wenn versetzt. Da der größere Teil der Familie aber auf Meeresrauschen oder Almrausch und auf jeden Fall abendlichen Rausch besteht, beginnt für den Gärtner die Urlaubsplanung schon Wochen vor der Abreise.
Ein Bewässerungssystem muss angeschafft werden - und es braucht auch ein Backup, falls dieses ausfällt. Mit anderen Worten: Eine gute Mischung aus Technik und menschlicher Fürsorge, die hilft, die elendeste Zeit im Jahr zu überbrücken.
Der technische Aspekt nötigt dem Gärtner unzählige Baumarktbesuche ab. Man kann darauf schwören, dass beim Tröpfchenbewässerungssystem immer irgendwelche Adapter fehlen, die Schläuche niemals zusammenpassen und die entscheidenden Wasserspeier in nicht ausreichender Zahl eingekauft wurden. Zusätzlich muss natürlich ein Computer für Regelmäßigkeit sorgen und die Wasserzufuhr auf Intervall und Dauer reglementieren. Ist das System nach unzähligen Adaptierungen komplett, so tritt Phase P in Kraft, die Phase der Probeläufe. Reicht der Druck, reicht die Menge, reicht die Dauer, ist das Intervall zu kurz ...? Es werden Feinstabstimmungen notwendig, die letztendlich das Überleben des Gartens garantieren sollen.
50 Meter Schlauch verlegt
Sind an die 50 Meter Schlauch verlegt, sind sämtliche Bypässe verschraubt, bekommt auch noch das hinterste Gänseblümchen seine abgezählten 532 Tropfen Wasser, sagen wir zwischen nullsechsfünfundvierzig und siebendreißig p. m. wie a. m., so geht es ans Organisieren des Backups. Wer wohnt ausreichend nahe, wem kann man das überhaupt zutrauen, wem kann man das eigentlich zumuten ...? Und lässt sich die Person dann auch ein Wannenbad bei uns ein?
Es ist nicht leicht, die Entscheidungsfindung erfordert eine SWOT-Analyse, drei Bögen Flipchartpapier und hohe Kosten für externe Beratung. Die M. macht es dann eh gerne und hat eigentlich schon drauf gewartet, gefragt zu werden. Aber wenn M. krank wird? Wem soll ich noch aller den Schlüssel aufzwingen? Ich kann einfach nicht wegfahren. Dabei täte es dem Garten so gut. (Gregor Fauma/Der Standard/rondo/10/06/2011)
Bohne, Zucchini und Kürbis brauchen eine Stütze - Die ist ihnen der Gärtner, der im Mai ausreichend Rankhilfen aufstellt, weil das junge Gemüse sonst bald den Kopf hängen lässt
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
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Stellen Sie sich vor, Sie sind Psychiater, und ein Garten kommt zu Ihnen - Redet er ständig vom Dachs, hat er keinen Dach(s)schaden - Das Problem liegt tiefer. Also beim Boden, meint Gregor Fauma
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Die Kiwi und ihre Klischees: Die populäre Neuseeländerin ist in Wahrheit gebürtige Chinesin, und dass sie in Österreich nicht reifen mag, ist auch Blödsinn
Wenn die Groupies kommen, kriegt Gregor Fauma zwar Schampus verehrt - aber anstrengend ist es schon
Zurückstutzen oder wuchern lassen? Das ist die Frage, die über die Süße der Trauben entscheidet - Gregor Fauma gibt Tipps für die Rebenpflege
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Erschöpfend war das Nichtstun des Sommers, jetzt aber darf Gregor Fauma umso intensiver garteln
und üppige vegetation bzw. blütenpracht schließen einander nicht aus.
einfach nur auf xerophile pflanzen setzen (deren es etliche gibt) - und man fährt bereits im 2. jahr entspannt in den urlaub (und reduziert nebenbei stark den wasserverbrauch).
natürlich wird es immer auch solche pflanzen geben, die viel bewässerung brauchen (tomaten und andere), aber man kann das gießen durch die richtige pflanzenwahl sehr stark einschränken.
das mit dem unkraut kann man ja auch mal ein paar tage ruhen lassen.
aber bei mir im garten übernehmen während meiner abwesenheit leider die schnecken das kommando :-(
wie bringe ich die viecher dazu, dass sie während meines urlaubs nur das unkraut fressen?
verdammt... ich bin so einer und befinde mich gerade in ebendieser planungsphase... allerdings kommen meine gänseblümchen mit weniger wasser aus, 532 tropfen ist zuviel für meine, ich habe wüstengänseblümchen die kommen mit 130-140 tropfen pro tag aus...
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