Wein im Gerede

Einfach kompliziert

3. Juni 2011, 17:13
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    foto: ibefisch / pixelio.de

    Selbst beim Korkenzieher, dem wirklich notwendigsten aller Accessoires, geht es zuweilen ins sehr Schräge.

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Luzia Schrampf über Nötiges und Nützliches beim Weintrinken

Es bleibt einem manchmal schon der Mund offen stehen, angesichts dessen, was einem so als Weinaccessoire angedient wird. Selbst beim Korkenzieher, dem wirklich notwendigsten aller Accessoires, geht es zuweilen ins sehr Schräge. Dass manche dabei aufs Design achten, soll natürlich sein. Eine aufwändigere Mechanik erleichtert das Handling und ist hilfreich, wenn in Bars oder bei Präsentationen viele Flaschen in kurzer Zeit geöffnet werden sollen. Ob es gleich ein elektrischer Korkenzieher oder ein eigener Akkuschrauber mit wechselbarem Aufsätzen sein muss, sei angezweifelt.

Bei anderem Zubehör versuchen die Produzenten mit Heilsversprechen zu punkten: Steckt man einen bestimmten Stab ins Glas oder einen Ausgießer auf die Flasche, so heißt es, soll der Wein in wenigen Minuten so belüftet sein, dass selbst Heckenklescher flugs zu Top-Tropfen heranreifen.

Wein hat Säure

Andere sollen gar helfen, dem Wein im Glas die Säure zu nehmen oder einen Jungspund schlicht trinkreif zu machen. Als Gründe für derartige Weinwunder werden natürlich die elegante Form und das Material angeführt, das meist "energetisiert" oder sonst wie aufgeladen sein soll und somit die Elemente der Flüssigkeit beeinflussen könne. Klingt alles verführerisch einfach: Und Wein hat Säure, in manchen Jahren extra viel, in manchen deutlich weniger. Diesen Unterschied, um es so richtig kompliziert zu machen, gibt es auch noch zwischen den einzelnen Rebsorten.

Nur: Um einen Superpremiumwein zu machen, braucht es immer noch ein bisschen mehr als einen Zauberstab - nämlich vor allem Weingärten mit besonderen Boden- und Klimaverhältnissen, in denen dann noch die genau dafür passende Rebsorte gepflanzt wurde, und das schon vor längerer Zeit.

Ein-Jahres-Zyklen

Dazu einen Winzer, der das Ganze in Ein-Jahres-Zyklen bearbeitet, mit der Idee, dass an dieser Stelle Großes möglich ist, mit Gespür für den richtigen Ertrag und Können, auf dass er aus den hoffentlich dort gesund geernteten Trauben Spitzenweine keltert.

Für viele dieser Wunder-Gadgets werden übrigens Beträge um die 30, 40 und mehr Euro fällig, den Akkuschrauberflaschenöffner gibt's gar um schicke 52 Euro.

Dafür kann man wirklich gute und gereifte Weine kaufen, die nicht noch nachbehandelt werden müssen. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/03/06/2011)

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13 Postings
wakman
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Wenn maschinell korkenziehen, dann mit einem
verbrennungsmotorbetriebenen Korkenzieher.
Bis der kommt, hab ich einen Screwpull - oder
unterwegs mein Schweizermesser - im Einsatz.

winesceptator
 
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Männerkorkenzieher

Da hat wohl einer zu viel Tim Tailor geschaut ;-) Der Binford 500 PS Corkmaster!

winesceptator
 
00
wir können uns nur noch selbst übertreffen...

...das war lange Jahre der einheitliche Tenor in der Österreichischen Weinbranche. Und so ließen euphorische Artikel und Advertorials in weiten Bereichen der Österreichischen Medienlandschaft nicht lange auf sich warten. Dass eine der profiliertesten Weinjournalistinnen Österreichs nun über sinnlose Gadgets schreibt, zeigt schon dass die Luft mittlerweile ein bisschen draußen ist!

wallberg
01

Wozu überhaupt noch Korkenzieher? Mir scheint es die Winzer hierzulande setzten lieber auf Schraubverschluss.

tramezzino
00

bei weißwein und bei "normalen" roten. aber ansonsten hat der kork nach wie vor seine berechtigung.

Karl Radek
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"noch seine berechtigung" ist gut formuliert. bald wird der kork ausgedient haben, weil er
a: im vergleich zum schraubverschluss völlig unpraktisch ist (man braucht einen korkenzieher, der nicht immer zu hand ist, die flasche ist schlecht wiederverschliessbar und muss liegend gelagert werden)
b: korkfehler bewirkt und das ist der grösste nachteil!
c: sich inzwischen herumgesprochen haben sollte, das es heutzutage geignetere möglichkeiten gibt, eine weinflasche zu verschliessen als mit einem stück baumrinde!

und für alle, die jetzt das "atmen" anführen: das ist sowieso blödsinn, denn ein wein, der atmet (sprich in austausch mit luft tritt), oxidiert und ist hin.

wahrscheinlich wollen die korkenziehererzeuger noch schnelle umsätze machen,

kugelmugel
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haben will...

so nutzlos, sinnlos und stillos.... das hat was.... ;)

Korngroesze
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Aha

Dr. Bakterius1
 
110
Elektrisch korkenziehen?

Nur für Zeitgenossen, die auch ein maschinelle Defloration befürworten würden.

Alkohol ist ein Gift, das den Körper schwächt, daher sollten Patienten, welche die (Wein)Flasche nicht aufkriegen, auch den Inhalt nicht trinken!

Stefan Weilhartner
 
14
ich könnte

auch einfach nur zuhause rumsitzen und warten bis ich doof sterbe.
nachdem ich aber 'leben' will, trink ich schon bei diversen gelegenheiten mal ein gutes flascher wein. einen guten korkenzieher find ich schon lässig. die high-tech-version mit akkuschrauber drauf ist schon scharf und sprengt ein wenig die grenzen des 'normalen'. gerade beim genießen richte ich mich nicht nach irgendwelchen vorschriften.
bezüglich alkohol ist es wie mit allem im leben: die menge macht das gift!
deswegen sollte man sich nicht immer gleich angacken.

Redwraithvienna
01
In Anbetracht das es für solche maschienen

durchaus einen markt gibt ...

winesceptator
 
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Maschienen

Da bin ich foll und gans irrer Meinung!

Michael Holzermayr2
05
Erst posten, dann trinken, sonst wird es ein Lallen!

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