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Sieht aus dieser Perspektive eh recht scharf aus (im Sinne von Pfefferoni) - ist aber ein von einer Wespenart gekapertes Rosenblatt.
In meinem Soziotop, zwischen den Mitmenschen und mir, gibt es so gut wie keine Feindschaften. Wen man nicht sehen will, den muss man auch nicht sehen, so man ausreichend über dessen Freizeitverhalten und Ausgehmuster Bescheid weiß. Und mit Unsympathlern verfährt man am besten auf die ignorante Tour und lässt ein Überschreiten einer gewissen Wahrnehmungsschwelle erst gar nicht zu. Man kann seine selektive Wahrnehmung trainieren.
Im anderen Leben, also zwischen den Gartenbewohnern und mir, gibt es auch so gut wie keine Feindschaften - was unglaublich entspannt nach gelassenem Garteln klingt, aber komplett gelogen ist. Hier werden Feindschaften so was von gepflegt, dass es nur so eine Freude ist.
Aber woher rühren Feindschaften im Garten? Da gibt es die Gruppe von Pflanzen, die man aus unterschiedlichsten Gründen einfach nicht mag. Sei es Thuja, Buchsbaum oder Fuchsia, sie finden keinen Einlass in mein grünes Herz.
Pilze, Haxltiere oder deren Larven
Einlass hingegen muss ich jenen Feinden gewähren, die meinen Freunden Übles wollen, den Schädlingen. Die Liste ist lang, und sie kommen wie das Amen im Gebet, stets im selben Zeitraum, im selben Massenauftreten, um dann aber genau so wieder zu verschwinden. Die meisten Schädlinge in meinem Garten sind nicht pflanzlicher Natur, sondern in der Regel Pilze, Haxltiere oder deren Larven.
Streckt zum Beispiel die Rose ihre hellgrünen, frühlingshaften Blätter sehnsüchtig der Sonne entgegen, kommt auch schon so ein Tier geflogen und setzt seine Brut in das Blatt, auf dass sich dieses zusammenrollt und wie eine grüne Tschick an der Sprossachse lasch darniederhängt. Dieses Wesen, eine Wespe namens Blennocampa pusilla, ist einige Millimeter klein, legt aber großen Wert auf Fortpflanzung und das sichere Durchbringen der Brut.
Zu diesem Behufe legt sie an die Blattunterseiten meiner Schneewittchen-Rose, einer weiß blühenden Floribundarose, die immerhin 1983 den Titel der Weltrose überreicht bekommen und in ihrer Dankesrede sehr gerührt an ihre Eltern "Robin Hood" und "Virgo" erinnert hat, randnahe ein paar Eier ab.
Friedensabkommen
Diese würden mich nicht weiters stören, ließe die mütterlich besorgte Wespe vom Anpiken der Blattmittelader ab, auf das sich das Blatt um die Eier schützend zusammenrollt und eben Tschick-gleich der Rose Schönheit Abbruch tut.
Sie möge das lassen. Ich wäre auch für ein Friedensabkommen zu haben und würde die zusammengerollten Blätter auf der Rose belassen, verspräche mir der zwergenhafte Hautflügler, dass er im kommenden Jahr auch mal bei den Nachbargärten vorbeischaut und nicht nur bei mir seine Nester baut. Da aber den Rosenblattmittelrippenpiker das Prinzip "do ut des" (lat.: Ich gebe, damit du gebest; Anm.) nicht geläufig ist, muss ich dann diese Blätter entfernen und vernichten.
Null Bock auf Barock
Sie auf dem Kompost zu entsorgen wäre zwecklos, da die Larven dann doch schlüpften, im Winter gut einkokoniert ein wenig innehielten, um im Frühjahr selbst ein paar Blätter zum Rollen zu bringen. Das muss ja nicht sein.
Die Wespe Blennocampa pusilla ist wählerisch. Nicht jede Rose geht ihr unter die Nase, und es mag an der Etymologie der Schloss-Rose "Fredensborg" liegen, dass diese bis tief in den November lachsrosa blühende, dänische Rose von ihr unbehelligt bleibt. Null Bock auf Barock scheint auch unter Insekten Motto zu sein, ist das dänische Schloss Fredensborg doch der prächtigste Vertreter des nordischen Barock. Und da vergeht's einem echt, das Blätterrollen ... (Gregor Fauma/Der Standard/rondo/03/06/2011)
Bohne, Zucchini und Kürbis brauchen eine Stütze - Die ist ihnen der Gärtner, der im Mai ausreichend Rankhilfen aufstellt, weil das junge Gemüse sonst bald den Kopf hängen lässt
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Der Herbst ist der Höhepunkt des Gartenjahres - so zur rechten Zeit vorgesorgt wurde
Stellen Sie sich vor, Sie sind Psychiater, und ein Garten kommt zu Ihnen - Redet er ständig vom Dachs, hat er keinen Dach(s)schaden - Das Problem liegt tiefer. Also beim Boden, meint Gregor Fauma
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Die Kiwi und ihre Klischees: Die populäre Neuseeländerin ist in Wahrheit gebürtige Chinesin, und dass sie in Österreich nicht reifen mag, ist auch Blödsinn
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Zurückstutzen oder wuchern lassen? Das ist die Frage, die über die Süße der Trauben entscheidet - Gregor Fauma gibt Tipps für die Rebenpflege
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Erschöpfend war das Nichtstun des Sommers, jetzt aber darf Gregor Fauma umso intensiver garteln
www.monsanto.de, da wird ihnen geholfen.
Ich hab zwar keine Rosen, aber Reben. Und da gibts den Rebstecher, auch Zigarrenwickler genannt. Und gegen den nützt auch das gesamte Monsanto-Programm nix. Es sei denn, man greift zu RoundUp Ultra und beseitigt die pflanzliche Grundlage des Schädlings. Oder erwischt ihn direkt und zerquetscht ihn. Ohne Monsanto.
Und genauso, wie Fauma schreibt: Blattl abreißen, einstecken und die Hose bei 60Grad waschen. Das hilft.
Bei Wespen hilfts weniger, aber beim Zigarrenwickler habe ich auch meine tierischen Freunde: Spinnen, Laufkäfer, Eidechsen. Als Raucher stecke ich immer die leeren Zigarettenpackln auf die Rebstecken. Als Unterschlupf für die Ohrenschliefer.
Man kennt eben seine Feinde und deren Feinde......
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