Wein im Gerede

Wein mit ohne

20. Mai 2011, 17:01
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    foto: apa/barbara gindl

    Und Traubensaft schmeckt schließlich auch sehr gut.

Luzia Schrampf über Sinn und Unsinn alkoholfreien Weins

Alkoholfreies Bier ist mittlerweile flächendeckend zu haben. Alkoholfreier Wein tut sich hingegen weit schwerer, auch wenn regelmäßig Presseaussendungen eintrudeln, in denen die Hersteller dieser Produkte auf den wirklich echten Geschmack und die immense Nachfrage in diesem Sektor hinweisen. Natürlich gibt es 1000 und mehr gute Gründe, auf Alkoholhältiges zu verzichten. Zur Zielgruppe für alkoholfreie Weine zählen unter anderem Autofahrer, Gesundheitsbewusste, Schwangere oder auch Menschen, denen Wein schlicht zu viele Kalorien hat.

Und es soll sogar Menschen geben, denen der Geschmack von Alkohol oder auch dessen Wirkung zuwider ist, die aber gerne wissen möchten, wie Wein schmeckt - ein Mal wenigstens.

Alkohol transportiert Aromen

Während alkoholfreies Bier inzwischen durchaus so ähnlich wie "echtes" Bier schmecken kann, überzeugt die geschmackliche Seite bei Weinen oder auch Sekten dieser Liga nicht wirklich. Weil das Getränk einfach nicht an Wein erinnert. Das mag daran liegen, dass Alkohol Aromen transportiert und ein eigenes Mundgefühl erzeugt, das eben dazugehört. Kohlensäure ist übrigens ein zusätzliches Aromen-Push-up. Man überlege, wie Champagner ohne das feine Prickeln am Gaumen wirken würde - gar nicht. Dieselben Gedanken passen übrigens auch auf Coca-Cola.

Bei der Entalkoholisierung macht man sich zunutze, dass Flüssigkeiten unter Vakuum bei niedrigeren Temperaturen verdampfen als unter normalen Druck-bedingungen. Per Aromarückgewinnung bringt man dann das wieder ein, was bei der ganzen Verdampferei ebenfalls schwindet: nämlich den Geschmack. Der Gedanke, was dem alkfreien Tropfen da technisch alles widerfährt, nimmt einen als Weinfreund nicht unbedingt für so ein Produkt ein.

Schonende Verarbeitung

Vor allem weil man in den letzten Jahren auch immer wieder gehört hat, dass "schonende Verarbeitung" und "minimalste Eingriffe in die Natur" hochwertige Weine auszeichnen - wie auch immer dies vom jeweiligen Winzer umgesetzt wird.

Das Argument "Schmeckt eh wie ..." ist ebenfalls ein windelweiches. Hier gilt das Schmied-und-Schmiedl-Prinzip. Wenn etwas "eh wie" schmeckt, ist das Original allemal die spannendere Wahl (vorausgesetzt, es ist verfüg- und bezahlbar). Und Traubensaft schmeckt schließlich auch sehr gut. Tatsache. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/20/05/2011)

Kommentar posten
12 Postings
doko
00
25.5.2011, 11:16
was kommt als naechstes

entfettetes schweinshackserl?

Dirty Sanchez
 
00
23.5.2011, 08:23
Alkoholfreier Wein ist kein Wein.

Alkoholfreier Wein ist alkoholfreier Weinersatz.
Ebenso verhält es sich beim alkoholfreien Bier.
Die Bezeichnung ist irreführend.

i kenn mi nimma aus
00
22.5.2011, 18:49
ich wäre überhaupt dafür,

dass auf alkoholika jeglicher art - so wie auf den zigarettenpackungen - die gefährlichkeit, mit prägenden suggestionen versehen wird: alk zerstört deine gehirnzellen - oder: alk macht dich blöd, etc... ordentlich betonieren, damits noch schneller geht mit der verblödung ;)

naso
01
21.5.2011, 14:31
... überzeugt die geschmackliche Seite bei ... Sekten ... nicht wirklich

weiß das der religionsbeauftragte schon ;-)

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
22.5.2011, 11:05
"Schaumweinen"

klingert aber schon ein bissl patschert, oder?

adal1
165
20.5.2011, 18:02
Der übliche Artikel,

Prädikat "schwach". Warum verzichten manche Menschen auf Drogen? Das wäre doch eine Frage. Und welche Bedürfnisse kann alkoholfreier Wein erfüllen, die Traubensaft nicht erfüllt, eine andere.

Dieser Artikel ist eine dämlich Polemik, in der ein Weintrinker sich zur Genussautorität macht, es fehlt eigentlich nur noch das Zigaretterl.

Und während das österreichische Phäakentum in selbstgefälliger Schwere den eigenen Rausch feiert, steigern Kaffeeketten mit Kaffee im Papierbecher um 5 EUR ihren Umsatz. Umsätze, die unsere Drogengastronomie nie wieder bekommt.

Journalismus und Gastronomie, das gleiche Trauerspiel. Zur Auflösung, es geht darum, wohlhabenden Nichtrinkern mehr als 3,5 EUR fürn "Traubensaft-gespritzt 0,5l" zu verrechnen.

winesceptator
 
00
23.5.2011, 18:21
Um der Qualität

des Inhaltes seiner Postings gerecht zu werden, sollte der Poster in seinem Nick das d durch ein n ersetzen!

jumpingjack flash
00
22.5.2011, 20:00

bravo - es geht natürlich um die grundsatzfrage - wie wichtig ist (mir) der alkohol.
ich habe mich grissemann angeschlossen und bekenne dass ich ein wirkungstrinker bin - natürlich soll das zeug schmecken, aber das wichtigste ist nun mal der alkohol. wenn nicht tut es auch alkoholfreies - im sommer zu mittag alkoholfreies bier - zum sorgen vergessan am abend zum einschlafen ein zwei echte krügerln. oder wein/alkfreier wein. berechtigung hat beides.
heute wurde in wien bei einer veranstaltung eine neue limo beworben - beeren, wasser und malz - gebraut, aber kein alkohol (heisst flüx und kommt von stiegl) - ist doch toll sowas!

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
22.5.2011, 11:04
Wein GENIESSEN und Zigaretten rauchen geht ÜBERHAUPT nicht zusammen,

Du olfaktorischer Blindgänger!

winesceptator
 
00
23.5.2011, 18:18
Ach wie sehr

liebe ich die selbst gekrönten Gourmets die mir erklären was geht und was nicht....

Pumparahhh
14
22.5.2011, 08:41
im alkoholisierten Zustand sollte man besser nicht posten...

tramezzino
17
21.5.2011, 11:37

du hast sicher ganz viele humorvolle freunde...

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