Die Nachwehen der königlichen Hochzeit

15. Mai 2011, 18:24
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Wie der Hut von Prinzessin Beatrice zum Kultobkjekt wurde - Kolumne von Stephan Hilpold

Es ist an der Zeit, einige Worte über die königliche Hochzeit zu verlieren, wobei uns an dieser Stelle die Nachwehen viel mehr interessieren als die Glücksgefühle auf dem Balkon des Buckingham Palace. Neben dem grantigen Blumenmädchen Grace, das sich dort vor den Augen der Weltöffentlichkeit die Ohren zuhielt, ist es vor allem der Hut von Prinzessin Beatrice, der seit den Ereignissen am 29. April eine erstaunliche Karriere hingelegt hat. 

Bekannteste Brezel Großbritanniens

Mit Fug und Recht wird man ihn als das derzeit bekannteste Brezel Großbritanniens bezeichnen können, wenn nicht der ganzen Welt. Der Hut "ist eines jener Dinge, die uns als Weltgemeinschaft zusammenschweißt", bemerkt ein gewisser John Anderson auf der Facebook-Seite "Princess Beatrice's ridiculous Royal Wedding hat", die mittlerweile über 136.000 Fans hat. Wobei es noch viel mehr werden dürften.

Wie Borats legendärer Stringtanga oder die Schmetterlingsflügel des weißrussichen Beitrags beim letztjährigen Song Contest beschäftigt Prinzessin Beas Hut aufmerksame Beobachter des Weltgeschehens - wobei die Meinungen auch in diesem Fall recht eindeutig verteilt sind: Die Pro-Brezel-Seite auf Facebook hat gerade einmal 73 Fans. 

Man fühlt sich schön

Einer davon ist im übrigen der Hutmacher selbst, der Engländer Philip Treacy. Er hat in der britischen Daily Mail versucht, die Kritiker seines Hutes in die Schranken zu weisen: "Wenn man etwas auf seinem Kopf trägt", sagte er "dann fühlt man sich schön."

Seine Worte scheinen gefruchtet zu haben, ganze Heerscharen von Photoshop-Benutzern überziehen mittlerweile die Bilder dieser Welt mit Prinzessins Beas Hut und schrecken dabei weder vor Obamas Einsatzstab noch vor Munchs Schrei zurück. Warum auch nicht - Hauptsache die Welt wird dadurch ein bisschen schöner! (Stephan Hilpold/Der Standard/rondo/13/05/2011)

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