Ausgerechnet von einer 70-Jährigen wurde der Dichterfürst darauf gestoßen, dass es im Leben eine Zeit zu tanzen und eine Zeit gibt, in der man bittere Tränen vergießt
Die Pläne des Dichterfürsten, im Zuge seiner Mittlebenskrise zum Sexgott aufzusteigen, haben sich in Rauch aufgelöst. Sein neuer Lamborghini-Rasenmäher ist zum Raub der Flammen geworden. Ausgerechnet im Standgas-Modus schoss eine Stichflamme aus dem Gerät. Die gachblonden Austauschstudentinnen, die sich theoretisch schon angestellt hatten, um mit dem Boliden eine Testfahrt durch das Gemüse zu unternehmen, kann sich der Dichterfürst jedenfalls vorerst abschminken. Dafür legt ein Brandfleck in der Wiese bitteres Zeugnis davon ab, dass man sich nicht gegen die Natur versündigen soll.
Apropos versündigen. Die Schwiegermutter meinte neulich: "Seit wir uns das letzte Mal gesehen haben, bist du ganz schön alt geworden. Deine Haare sind ja alle grau." Man hätte natürlich antworten können: Egal, Hauptsache Haare. Immerhin hat der Dichterfürst einst mit Leuten die Schulbank gedrückt, die schon in der Oberstufe Tonsur trugen. Und hat es ihnen sexuell geschadet? Ja. Dafür aber war der Überraschungsmoment zu groß, ausgerechnet von einer 70-Jährigen darauf gestoßen zu werden, dass es im Leben eine Zeit zu tanzen und eine Zeit gibt, in der man bittere Tränen vergießt, weil alles den Bach runtergeht.
Wieder einmal stellt sich heraus, dass man im Internet lieber keine Gebrauchtgerätschaft kauft. Wer will schon einen Rasenmäher loswerden, der noch problemlos läuft? Selbiges gilt übrigens auch für dortige Kontaktanbahnungen mit gachblonden Austauschstudentinnen. Man soll alte Bäume nicht verpflanzen - und schon gar nicht pflanzen. (Christian Schachinger/Der Standard/rondo/13/05/2011)