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Die Nacktschnecke hoppelt spätnachts von Pflanz zu Pflanz.

Das Übel muss an der Wurzel gepackt werden und die Nacktschnecke an ihren Eiern.
Auf dem Weg zu einem kompletten, weit- und umsichtigen Menschen, der alles erklären kann, stets Bescheid weiß und, trotzdem bescheiden, sein Wissen nur in homöopathischen, verträglichen Dosen in der Gesellschaft streut, muss man erst ein paar Tiere seziert haben. Hierzu empfehle ich das Biologiestudium vulgare. Was haben wir nicht alles seziert, wen haben wir nicht in Stücke gerissen.
Unter all den Highlights sticht natürlich der Himalaya-Hochnebeltiger hervor, ein, wenn erst einmal geöffnet, übelriechender Geselle. Auch das weiße Wüstennashorn konnte beeindrucken, wiewohl wir an dem, wegen des damals herrschenden Schönwetters, nur gelangweilt herumgezupft haben. Aber über allem steht ein ganz besonderes Tier, dessen Sektion endlich Licht an den Tag bringen sollte, der Osterhase. Noch handwarm, öffneten wir das am Rücken liegende Tier ganz sachte durch einen Schnitt von der Vulva bis zum Unterkiefer, um dann endlich Erlösung von der Frage zu finden, wie es denn so sei mit den Ostereiern. Die Antwort wird ganz bestimmt demnächst wo publiziert.
Aber die Suche nach den Ostereiern hat einfach Tradition, die gehört dazu, das hat man uns schon in die Wiege gelegt. Ich selbst zum Beispiel entwickle zu Ostern einen manischen Suchtrieb. Damit dieser auch immer von Erfolg gekrönt ist, habe ich meinen Suchhorizont über die Jahre hin erweitert. Ich überlasse den Kindern nonchalant den Osterhasen samt Eischaft und projiziere meine gesamt Suchsucht auf ein anderes, ebenso Eier legendes Tier - die Nacktschnecke.
Von Pflanz zu Pflanz
Die Nacktschnecke, im Besonderen die Spanische Oster-Wegschnecke Arion vulgaris pasqualis, hoppelt spätnachts von Pflanz zu Pflanz und legt dort ihre Eier ab. Diese schillern und glitzern opaque in ihren Erdnestern. Jeder Fund wird zur Sensation, jeder Fund beschleunigt die weitere Suche, jeder Fund lässt den Körper vibrieren und belohnt mit Endorphinen galore. Doch was tun mit all den Eiern.
Eierpecken? In einer Schüssel auf dem Wohnzimmertisch drapieren? Als Osterkaviar verzehren? Vor der Auflösung des einmal im Jahr stattfindenden Osterquiz muss aber erst kurz Aufklärung betrieben werden: 1972 ist dazu das entscheidende Jahr. Da wurde einerseits der Autor dieser Zeilen geboren, andererseits die erste Spanische Wegschnecke in Österreich gesichtet (Reischütz PL, Stojaspal, Bemerkenswerte Mollusken aus Ostösterreich, in Mitt. zool. Ges. Braunau, 13/1972, S.339-44.).
Die Probleme gibt es also gleich lange, beide wurden bislang erfolglos bekämpft, ja selbst die Bierfallen machen beiden nichts aus. Wiewohl, Unterschiede gibt es. Die Spanische Wegschnecke fackelt beispielsweise zum Vermehren nicht lange herum. Als Zwitter wird jeder oder jede niedergerissen, der oder die gerade im Weg steht, und nach ein wenig Rumgeschmiere werden Spermapakete ausgetauscht. Das war es dann auch schon.
300 bis 400 glänzender Eier
Das Ergebnis dieser als "Snailcore-Extreme" in die Pornoindustrie eingegangenen Sexualpraktik ist ein Gelege 300 bis 400 glänzender Eier, drei bis vier Millimeter klein, knapp unter der Oberfläche unserer Beete, in Hohlräumen, unter Holzplanken - wo es dunkel und feucht ist.
Und somit bietet sich Ostern wunderbar an, Topfpflanzen nach eben diesen Eiern zu untersuchen, die Erde in Beeten kräftig umzukramperln und dabei auch die oberste Schicht schön austrocknen zu lassen. Das beantwortet auch die Quizfrage, was man mit Schnecken-Ostereiern am besten tun kann: vernichten. (Gregor Fauma/Der Standard/rondo/22/04/2011)
Bohne, Zucchini und Kürbis brauchen eine Stütze - Die ist ihnen der Gärtner, der im Mai ausreichend Rankhilfen aufstellt, weil das junge Gemüse sonst bald den Kopf hängen lässt, weiß Gregor Fauma
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
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Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
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Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
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Die Kiwi und ihre Klischees: Die populäre Neuseeländerin ist in Wahrheit gebürtige Chinesin, und dass sie in Österreich nicht reifen mag, ist auch Blödsinn
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die Zeilen "Wiewohl, Unterschiede gibt es. Die Spanische Wegschnecke fackelt beispielsweise zum Vermehren nicht lange herum." haben mehr Einblick in das Sexualleben des Autors gegeben als erwartet... Ich werte das einfach als besonderes Engagement für den Beruf ;-)
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