Namensgebung von Produkten

Den Tiger schlucken

21. April 2011, 17:16
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    Hinter Produkten wie Viagra, ...

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    ... Alfa Mito ...

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    ...oder der Pixie- Maschine von Nespresso versteckt sich so manche Geschichte.

Was ein Potenzmittel mit den Niagarafällen zu tun hat und warum Autonamen nicht überall gleich gut kommen, fragte sich Michael Hausenblas

Was für ein Martyrium die Namensgebung für werdende Eltern doch sein kann: Auf Facebook tummelt sich eine Gruppe, die sich aufpudelt, weil die Magistratsabteilung 35, unter anderem zuständig für Einwanderung und Standesamt, angeblich den Vornamen Pixie nicht anerkennen will. "Wir wollen, dass unsere Tochter Mavie Liora Pixie heißen darf. Dafür werden wir bis zur letzten Instanz kämpfen ...", heißt es. Dem Hamburger Carlsen Verlag, der seit 1954 massenhaft Pixi-Bücher druckt, kann die Schmählosigkeit einiger Beamten in Sachen Namensgebung egal sein. Auch Nespresso nennt seine neue Kaffeemaschine, deren Plakat mittlerweile auch im letzten Montafoner Buswartehäuschen pickt, Pixie. Weniger bekannt als die Maschine dürfte die Bedeutung ihres Namens sein: Dieser, so heißt es, bezeichnet neben einer US-Band, Bob Geldofs Tochter oder Jean Sebergs lausbubenhaftem Haarschnitt eine Art Wichtel aus der englischen Mythologie.

Hinter der Namensgebung von Produkten stehen oft Geschichten, die dem Konsumenten in der Regel nicht bekannt sind. Wer heute zu Viagra greift, weiß zwar, was er will bzw. nicht will, hat aber in den seltensten Fällen eine Ahnung davon, dass der Name der blauen Pille angeblich eine Zusammensetzung aus dem lateinischen Begriff "vigor" (Stärke) und dem Wort "Niagara" ist. Letzteres soll offensichtlich das Bild eines mächtigen Stroms im Unterbewusstsein wachkitzeln, der sich nach endlosen Windungen tosend ... oder so. Nicht weniger pseudopotent, aber irgendwie netter klingt die Erklärung, dass das Wort Viagra homofon zu "vyaghra" sei, dem Sanskrit-Wort für Tiger. Geschichten gibt's derlei mehr: Wer weiß schon, dass sich hinter dem Alfa Romeo Mito die Abkürzung für Milano und Torino versteckt oder dass Ikea in der Regel seine Badezimmerartikel nach schwedischen Flüssen und Seen benamst?

Namen in die Köpfe der Verbraucher bringen

Für Sybille Kircher, Chefin des deutschen Standbeins der international tätigen Gruppe "Nomen", spielt es keine Rolle, ob der Konsument die Geschichte hinter einem Produktnamen kennt. "Viel wichtiger für den Erfolg eines Produkts ist es, zu vermitteln, welches Produkt zu welchem Namen gehört. Man muss den Namen in die Köpfe der Verbraucher bringen", sagt Kircher über die Aufgaben der Namensagentur. Wenn der Name dann auch noch Assoziationen auslöst, die eine Brücke zum Produkt bauen, sei das noch besser. Als Beispiel nennt Kircher die Käsesorte Patros, die den Konsumenten angeblich ans Meer, den Urlaub und weidende Schafe denken lässt. Kircher spricht von einer direkten positiven Assoziation, die auf das Produkt einwirkt. Kreation und Recherche nennt sie als Haupttätigkeiten des Unternehmens. "Zuerst werden eine ganze Menge Namen entwickelt, dann wird geprüft, wie sie sich aussprechen und merken lassen, ob es sie schon gibt, und dann gibt's Tests mit Verbrauchern. Ein Autoname nimmt weitaus längere Zeit in Anspruch als ein Joghurt", sagt Kircher.

Lieblingsnamen der Taufpatin für eine Unzahl von Produkten sind "Froop" für ein Fruchtjoghurt oder "Yaris" für ein Modell von Toyota, den es in keinem Wörterbuch zu finden gibt und der laut Kircher vom Klang her in sehr vielen Ländern Hochwertigkeit rüberbringt. Vielleicht hätte sich Toyota die Mühe auch schon beim Modell MR2 machen sollen, denn der kam, zumindest in Frankreich, sounddesigntechnisch gar nicht gut an. Mehr Sensibilität zeigten die Namensgeber des Mitsubishi-Geländewagens Pajero, denn einen Satz heiße Ohren einfangen kann sich, wer dieses Wort in spanischsprachigen Gefilden laut ausspricht - außerdem: Wer will schon einen "Wichser" fahren? Eben: Deshalb heißt das Auto in spanischsprachigen Ländern und Nordamerika auch besser Montero, im flacheren, aber Japan-fernen England gar Shogun. (Michael Hausenblas/Der Standard/rondo/22/04/2011)

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winesceptator
 
00
Selbermacher

Kein schmeichelhafter Ausdruck für die eigenen Kunden:-)
Der mit dem roten Stuhl ist auch arm dran

Ah ja, und "Spritz live!" ist auch grenzwertig, womit wir wieder bei den Niagarafällen wären

Hui Buh
00
27.4.2011, 13:49
Ixinova wurde sehr wohl anerkannt,

so heißt nämlich die Tochter von Herrn Noever.

entenfutallesgut
00
22.4.2011, 14:43
Rolly Royce Modelle

- Silver Ghost
- Silver Wraith
- Silver Dawn
- Silver Cloud
- Silver Mist .. wurde dann noch umbenannt in Silver Shadow :)

Manfred Kien aus Wernberg/Kärnten
 
00
22.4.2011, 14:29
also, daß MITO von

Milano und Torino kommt, ist zumindest für FIAT- und Alfa-Interessierte kein Geheimnis.
Es wurde nämlich anläßlich der Modellvorstellung mitgeteilt bzw. stand im Prospekt

off topic
01
22.4.2011, 11:00

...Nespresso nennt seine neue Kaffeemaschine, deren Plakat mittlerweile auch im letzten Montafoner Buswartehäuschen...

hab gerade nachgesehen - es stimmt, da hängt wirklich eine!

Diona007
00
22.4.2011, 00:47

Wieder ein neues Wort gelernt: homofon.

werwolfi
07
21.4.2011, 20:52

"beim Modell MR2 machen sollen, denn der kam, zumindest in Frankreich, sounddesigntechnisch gar nicht gut an."

hab erst kurz überlegt wo das problem lag - dann fiel's mir wie schuppen aus den haaren:
"M R 2" = "em-er-dö" hört sich fast an wie "merde" ;o)

hinterdemmond
00
22.4.2011, 12:16
MR2

hört sich an wie " Eh merdeux" was übersetzt soviel heisst wie "heh, du a##l#ch"

werwolfi
00
22.4.2011, 12:31

"eh"
da kommt's hin, das "e" von "em", danke :o)

Spirogyra
01
21.4.2011, 22:12
noch ein Klassiker...

...der damalige Slogan der Schweden in UK:
"Nothing sucks like an Electrolux"
http://en.wikipedia.org/wiki/Elec... lux#Slogan

Dirty Sanchez
 
03
21.4.2011, 22:45
Vergleichbar

mit der US-Werbung eines österreichischen Sportartikelherstellers.
"Just give HEAD"

werwolfi
00
22.4.2011, 12:32

hast dir hoffentlich ausgedacht ;o)

Dirty Sanchez
 
00
27.4.2011, 13:07
Na.

Die Kampagne gab es wirklich.

werwolfi
00
27.4.2011, 14:47

jössas... ;o)

naja, mit dem englischen, nachgerade dem idiomatischen, haben es wir ösis ja im schnitt ja nicht gerade :oD

grade erst vor kurzer zeit bin ich hier im forum von einem kerl angefallen worden, der eine von mir verwendete idiomatische englische phrase nicht kannte und mir fehlende hauptschulbildung oder sowas in der art vorwarf - also nicht nur halbgebildet, sondern großkotzig auch noch, der typ ;o)

werwolfi
01
21.4.2011, 22:42

umgekehrt wollte Rolls Royce seinerzeit ein modell, u.a. auch in deutschland, unter dem namen "Silver Mist" vertreiben - wurde gerade noch verhindert ;o)

principessa
00
22.4.2011, 10:09
Das war der RR ...

... Silver Shadow

werwolfi
00
22.4.2011, 12:34

ah ja, ein anderes ist mir noch eingefallen:

Fiat Uno

"uno" heißt auf finnisch angeblich "depp" ;o)

werwolfi
00
22.4.2011, 11:23

danke, merk mir nie welcher es war... ;o)

Kra Wuzikabuzi
00
21.4.2011, 17:28
anderes negativ beispiel: chevrolet NOVA

...wer spanisch kann....

mich hat als kind immer das getränk Mirinda gestört

mittlerweile verwendet man in der industrie programme, die wortfindungen mit hunderten sprachen, slangs und anderen produkten abgleichen, sodass nicht wie in den 60igern ein procter-waschmittel im dänischen slang menstrualblutung heisst...

h 90
00
22.4.2011, 17:05

Aber den Namen einmal gehoert und fuer immer gemerkt.

Mathias
 
00
22.4.2011, 11:02
... wer spanisch kann...

...machte auch einen großen Bogen um den "Mitsubishi Pajero" ;-)

rauschkind.com
00
22.4.2011, 14:16
Apropos Spanisch:

Ich war grad einkaufen und da saß mitten im Laden ein ca. 4-jähriger in einem Einkaufswagen und sang: "Feliz Navidad"

werwolfi
00
22.4.2011, 12:34

das steht sogar im artikel ;o)

I'm hiding from my girlfriend
00
22.4.2011, 08:42

also NOVA finde ich jetzt auch im österreichischen Raum, da steuermäßig vorbelastet, suboptimal für ein Auto...

grandw
02
21.4.2011, 19:15

"Mirinda, dir a?", war ein Running Gag :-D.

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