Jetzt ist sie schlank genug

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  • True Thinline Black.
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    True Thinline Black.

  • Jaspar Morrisons dicker, grauer r5.5 XXL- Chronograph mit Quarzwerk
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    Jaspar Morrisons dicker, grauer r5.5 XXL- Chronograph mit Quarzwerk

  • Rado True Thinline White mit roségoldenen Indexen.
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    Rado True Thinline White mit roségoldenen Indexen.

Keramik ist ein Industriewerkstoff mit vielen Einsatzmöglichkeiten - In einer neuen Uhr von Rado ist er dünn wie nie

Abnehmen geht nicht von heute auf morgen. Es muss an vielen Schrauben gedreht werden, bis das Wunschgewicht da ist. Aber - man möge sich nicht grämen oder sich im Übermaß in Schuld wälzen, wenn die Schokolade wieder stärker war. Die Uhrmacher der Schweizer Zeitmesserschmiede Rado haben immerhin auch eineinhalb Jahre gebraucht, bis es gelang, eine Keramikuhr so flach zu machen, wie es die neue Thinline, eine Erweiterung der True Collection, nun ist. Man hätte es sich auch leichtmachen können und einfach ein Material verwenden, das sich schon von vornherein besser fürs Flache eignet. So wie man halt fürs Skispringen gebaut sein muss oder fürs Modeln. Nun steckt ein jeder im Körper, der ihm gegeben wurde und muss das Beste aus seiner genetischen Ausstattung machen. Und mit einer genetischen Ausstattung haben es auch Brands zu tun. Rado hat das Material Keramik in der DNA fest verankert. Gäbe man den Werkstoff auf, würde man die Identität wechseln. Also gilt es, sich mit der DNA zu entwickeln, die man hat. Die Eigenschaften des Werkstoffs für ein Objekt, das auf der Haut getragen wird, sind kaum durch ein anderes Material zu übertreffen.

Keramik auf der Haut gleicht die Temperatur aus, ist kratzfest wie wenig anderes. Ihre Optionen als Werkstoff sind enden wollend. Man kann ihn etwa nicht nach Belieben einfärben. Sein Hauptproblem ist die Brüchigkeit, deren Wahrscheinlichkeit sich mit dem Dünnerwerden erhöht. Dicker zu werden ist für Keramik keine gute Option, zu schnell käme die Assoziation mit diversen sanitären Einrichtungen. Also führt der Weg zur Reduktion, zum Wesentlichen. Und gefeilt wurde an jedem Millimeter. Den Zeigern und deren Aufhängung wurde ein bisschen was abgerungen, das Quarzwerk wurde verschlankt, das Saphirglas ist zur Gänze integriert.

Im Rennen um die Quintessenz

Vorläufig gibt es die Thinline mit Kautschukband. Das Keramikgliederband in der angemessenen Dünnheit ist in Arbeit. Mit der Thinline wirft sich Rado ins Rennen um den Pokal für die quintessenzielle Uhr. Die, die in allen Situationen besteht, die die Wellen der Mode und Gezeiten der Geschmäcker mit Leichtigkeit surft, die als Objekt für sich allein steht. Das ideale Objekt also. An dieser Idee hat für Rado der englische Design-Superstar Jasper Morrison gefeilt, wenn auch mit einem vollkommen anderen Ergebnis: Sein jüngstes Opus, der r5.5 XXL-Chronograph, ist quasi die viereckige Antithese zur runden Thinline, ein voluminöses Objekt, mattgrau mit einer Optik zwischen Stahl und Stein, aber eben doch Keramik. Gelbe Zeiger und weiße Indexe weisen den Dicken von Rado als Kind seiner Zeit aus. Die Dünne hingegen wird nur in Details zeigen, welcher Epoche sie entstammt.

Derzeit schmückt sie sich mit roségoldenen Indexen, sowohl in der weißen als auch in der schwarzen Version. Das Modell Jubilé fährt ordentlich mit Diamanten auf. Weder Diamanten noch andere Mikroaccessoires verändern die Wirkung des Objekts, womit sich Designer und Uhrmacher ein Spielfeld für viele Jahre geschaffen haben. (Bettina Stimeder/Der Standard/rondo/15/04/2011)

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6 Postings
Design

Mir gefällt sie ausnehmend gut - bis auf das Kautschuk-Armband, aber das Keramikband ist ja schon in Arbeit.

Ich mag die einfachen und zeitlosen Formen.

Kennt jemand den Hersteller jener Armbanduhr,

die so aussieht wie die Uhr im Zanoni&Zanoni?

Das Aussehen ähnelt dann doch recht stark einer ganz normalen "Swatch". Halt in Keramik.

Für Design wird Rado ziemlich sicher nicht in die Geschichte eingehen.

So ganz anders als die 60er-angehauchte "Diastar" Taucher Reihe... bin eher für die dickeren Rados.

An der optischen Erscheinung muß da schon noch massiv gearbeitet werden...

an sich mag ihc rado

wirkt wie eine schuluhr, sehr fad das design der thinline. schade

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