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Aus diesem Saustall soll einmal ein schöner Garten werden, so verlangen es die Nachbarn.
Der Horror des Übersiedelns klingt langsam ab. Die ungefähr 105 Pflanzen wurden eigenhändig geschleppt, verstaut, in die Erde gedrückt, entsorgt oder auch auf ein vitales Minimum zurückgeschnitten. Die meisten der traurigen Gestalten wurden einfach auf die Südterrasse gehievt, irgendwie und ganz ohne Konzept. Die alten Töpfe sind zum Teil zersprungen, auf jeden Fall unansehnlich verwittert und vergilbt.
Die darin steckenden Pflanzen, soweit welche sichtbar, sind vertrocknet und halbtot. Ich gebe ihnen wie jedes Jahr ausreichend Zeit, vielleicht doch noch ein frischgrünes Auge in die Sonne blinzeln zu lassen. Zu diesem Topf- und Pflanzenfriedhof gesellten sich recht rasch recht rasch geleerte Weinflaschen, Bierpfandflaschen, Mistsäcke, jede Menge Klumpert, originalverpackte Meisenknödel, Sichtschutzplanen und ein wenig rostig-erdiges Gartenwerkzeug.
In der Slowakei hätte man um unsere Terrasse eine Mauer gebaut und regelmäßig Brandsätze darübergeschmissen. Aber nicht so in Gersthof, oh nein! Hier sind die Menschen edel und fein, haben Charakter wie Handschuhe aus weißem Zwirn.
"Mein Gott, so schön"
So lernten wir zum Beispiel unsere Nachbarin kennen, eine rüstige, ältere Dame. Sie sei so glücklich, dass wir die Terrasse so schön gestalten würden, meinte sie. Gemeinsam betrachteten wir den Saustall, die aufgerissenen Mistsäcke, die Schlammspuren meiner Tochter und die verreckten Pflanzen. Eine Stille entstand. "Mein Gott, so schön", entfuhr es ihr noch einmal. Ich dankte herzlich und versprach ihr, es tatsächlich schön gedeihen zu lassen. Tage später, selbes Nachbarhaus - ihr Enkel. Er freue sich ja so, dass wir hier einen schönen Garten gestalten, er hätte schon gehört, ich könne das. Dann legte er nach: "Auch meine Großmutter ist ausgesprochen daran interessiert, dass Ihr Garten schön wird - mir wäre das ein Anliegen, wissen Sie?"
In dieser letzten Formulierung lag schon eine gewisse Strenge, ja, sie hatte etwas Bestimmendes. Da ich eher ignorant denn arrogant bin, scherte ich mich nicht weiters um die Anliegen der Herrfrau Nachbarinnen. Mittlerweile ist die Terrasse auch schon ein bisserl schöner, wiewohl immer noch eine Ansammlung an Kramuri und Graffel.
Ein wenig Frühjahrsputz
Die alten Pflanzentröge habe ich schon genussvoll ausgeräumt, zarte Triebspitzen freigelegt und ihnen im Allgemeinen ein wenig Frühjahrsputz angedeihen lassen. Auch habe ich schon im Gegenwert eines 500 Abarth Blühendes und Duftendes angekauft, angekarrt und angegossen. Eh nur Margeriten, Thymian, Lavendel, Salbei, Oregano, Deutzia, Hibiskus, Bambus, Flieder und Schlitzahorn. Dazu gesellen sich bereites Oleander und zwei Engelstrompeten aus dem Keller - ich kann einfach nicht auf die Eisheiligen warten, never ever.
So, endlich ein freier Tag, Traumwetter und genussvolles Rühren im Erdreich - grüßt mich doch glatt eine junge Frau von nebenan sehr freundlich und eröffnet mir, dass sie unseren Garten so schön fände. Man könne schon erkennen, dass das wirklich ein toller Garten wird, so viele so schöne Blumen ... Ja gibt's das bitteschön? Welcher Garten? Doch nicht etwa die Gstettn da? Die junge Frau verschwand mit freundlichem Gruß im Nachbarhaus - und ich spüre jetzt immer deutlicher den Druck, der von diesem Haus ausgeht und der hinter der doch sehr freundlichen und sympathischen Fassade versteckt ist. Ich soll mich nur ja nicht trauen, hier diesen Saustall aufrechtzuerhalten, meinen sie in Wahrheit. So ist Gersthof, so sind die Menschen hier, so wird hier Druck gemacht. (Gregor Fauma/Der Standard/rondo/08/04/2011)
Wildwuchs wird man dem Doldenblütler nicht abgewöhnen - Aufessen hilft, meint Gregor Fauma
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Pflanzenläuse vermehren sich so schnell, dass einem schwarz wird vor Augen. Hausmittelchen helfen nur, wenn man sie früh genug einsetzt, weiß Gregor Fauma.
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Um rascher an eine eigene Vogelpopulation zu kommen, können Gärtner etwas tun: mehr mulchen und weniger wegschneiden zum Beispiel, meint Gregor Fauma
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Bohne, Zucchini und Kürbis brauchen eine Stütze - Die ist ihnen der Gärtner, der im Mai ausreichend Rankhilfen aufstellt, weil das junge Gemüse sonst bald den Kopf hängen lässt
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Der Herbst ist der Höhepunkt des Gartenjahres - so zur rechten Zeit vorgesorgt wurde
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Das Nachtschattengewächs mit dem heißumstrittenen Namen wird gern auf dem Balkon gezogen - Gregor Fauma über Theorie und Praxis der Tomate
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Wenn die Groupies kommen, kriegt Gregor Fauma zwar Schampus verehrt - aber anstrengend ist es schon
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Dass der Wind noch selten etwas Gutes gebracht hat, können Gärtner aus ganzer Seele bestätigen - Gregor Fauma über den Feind der zarten Blüte
Stellen Sie sich vor, Sie sind Psychiater, und ein Garten kommt zu Ihnen - Redet er ständig vom Dachs, hat er keinen Dach(s)schaden - Das Problem liegt tiefer. Also beim Boden, meint Gregor Fauma
Vermutlich handelt es sich um verdeckte Hinweise auf §79 (6) der Wiener Bauordnung, die eine gärtnerische Ausgestaltung der Vorgärten verlangt.
Die Gegend ist von kleinen und großen Bausünden sowie brachliegenden, ungepflegten Grundstücken übersät. So kann es nicht verwundern, dass manche Nachbarn vorbeugend agieren.
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