BIER IM GEREDE

Über das Weißbier

1. April 2011, 17:48
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    foto: apa/uwe lein

    "Weißbier" oder "Weissbier" oder einfach "die Weisse".

Conrad Seidl über das Weißbier und den Streit um seine richtige Bezeichnung

Weizenbier ist eine Modeerscheinung. Es gab Zeiten, in denen es in Bayern so populär war, dass man das Verbrauen von Weizen verbieten musste, damit genug Weizen für die Brotherstellung vorrätig gehalten werden konnte - der Ursprung des Reinheitsgebots von 1516. Dann wieder gab es Zeiten, wo das inzwischen längst wieder legalisierte Bier quasi von selbst ausgestorben wäre, hätten sich die Brauer nicht um das bemüht, was man im Marketing Neupositionierung nennt.

Das ist um 1970 dem Erdinger-Chef Werner Brombach gelungen - das Erdinger Weißbier hat die ganze Kategorie wiederbelebt. In einer kleinen Weißbierbrauerei in der Salzburger Rupertigasse hat man dem mit Interesse zugesehen: In dieser ältesten Gasthausbrauerei Österreichs (eröffnet 1901) wurde von jeher "Weißbier" oder "Weissbier" oder einfach "die Weisse" (die Schreibungen variieren) gebraut. Der heutige Besitzer Hans Gmachl ließ sich dann "Die Weisse" als Marke schützen.

Weizenbier wurde jedenfalls populär: Die Brauerei Sigl in Obertrum startete 1972 mit "Weizengold" - einer Marke, die später die Stieglbrauerei übernahm und zuletzt in Augsburg brauen ließ. Die BrauAG folgte mit der Marke "Edelweiss", die Grieskirchner Brauerei mit der "Jörger Weisse". All diesen Bieren ist ein Weizenmalzanteil von über 50 Prozent und ein obergäriges Gärverfahren (von der aufschwimmenden, hellen Hefe kommt auch die Bezeichnung Weißbier) gemeinsam.

Jetzt aber gibt es Krach um das Modebier aus Weizen. Denn die Bezeichnung "Die Weisse" hat sich Gmachl wie erwähnt schützen lassen - seine Marke wird in gut 100 Lokalen ausgeschenkt. Seit der Vorwoche aber ist auch der große lokale Mitbewerber Stiegl mit einem, nunmehr selbst in Maxglan gebrauten Weizenbier auf dem Markt. Das Bier hat eine satte zwischen Orange und Bernstein angesiedelte Farbe, ein fruchtig-hefiges Aroma mit Anklängen von Bananen, reifen Birnen und Gewürznelken, einen erfrischenden, nicht zu vollmundigen Trunk - und einen Namen, der dem kleinen Nachbarn gar nicht schmecken will: Stiegl nennt sein Weißbier nämlich "Stiegl Weisse".

"Sogar die Glasform erinnert an meine Marke, ein rechtlicher Streit ist unausweichlich", klagt der Besitzer der Brauerei und der Marke "Die Weisse" über die Verwechslungsgefahr. (Conrad Seidl/Der Standard/rondo/01/04/2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 54
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zweigelt peter
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probieren

und zwar korsisches kastanienbier: Pietra, ausgezeichnet !!!

patrese ricardo
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Am Besten schmeckt mir Weißbier NATURTRÜB & UNGEFILTERT !

mhmhmhmhmhm lecker :-)

Vayav indrasca
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danke für das lecker

teuerzahler
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österreich ist eine bier-wüste!

nicht mengen- aber qualitätsmäßig!!

überall das fade märzen mit seinem süßlich-modrigen geschmack oder die sterilen einheitsbiere, heissen sie helles oder export.

gute biere sind mangelware und nischenprodukte, eine bierkultur wie in bayern haben wir nicht einmal ansatzweise!

honk am steuer
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selten so einen Schaas gelesen, wenn man etwas besonders will muss man halt abseits des Supermarkts schauen. Und wo in Bayern gibts bitte eine "Bier-Kultur"? bis auf wenige ausnahmen...
habe 3 jahre in Bayern studiert und nichts davon mit bekommen...

hans kastorp
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sitz gearde in USA, Providence, RI

Und trink in einer bar mit eigener brauerei, ein hausgemachtes bavarian hefeweizen; sehr gut, etwas stärker, auch mit leichter bananennote; die haben auch ein dunkelweissbier, das schmeckt auch lecker hier...also gute weissbiere gibts überall

Vayav indrasca
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Ihnen auch danke für das lecker

Christ Kind
20
leichte Bananennote

au weia....

jackewiehose
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lustig sitz auch in den staaten und trink gerade ein lecker weissbier von den widmer brothers in portland -cheers

Vayav indrasca
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und noch einmal danke für lecker

c.buchegger
 
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Lustig ist vor allem, dass sie, wenn man die Zeitverschiebung einrechnet, ihr Weißbier schon um 6 Uhr morgens schlürfen.

flattop
01
na dann - lassen Sie sich das `lecker Weissbier´ in der Ferne schmecken...

dulieeh
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29.4.2011, 15:23

echt knorke - wa?

PS: 'lecker' gibt's net!
;)

Alles andere is primär oder irreregulär
00
Gute alte Paulaner Weissbier ist noch immer das beste Weissbier.....

teuerzahler
00
naja, übers beste darf man geteilter meinung sein,

zu den besten gehört es allemal!

Dhimmi
36
"Weizenbier ist eine Modeerscheinung"

Das ist es eben nicht.
Man trinkt seit Jahrzehnten Weissbier, Dunkle,Trübe, nur in Österreich konstant langweilige Gefilterte a la Gössa.

Österreich ist biertechnisch vollkommen zurückgeblieben, Italien, zumindest Oberitalien, ist wesentlich weiter.

gidolf
00

Dass Italien biermäßig weiter ist (soll sein, kann ich nicht beurteilen), wird als Beweis herangezogen, dass Österreich biertechnisch zurückgeblieben ist (soll sein, kann ich nicht beurteilen)?

Learn to Logik.

Bierpapst
23

1) auch in Bayern war Weißbier - wie im Artikel dargestellt - zeitweise ziemlich aus der Mode.
2) in Österreich hat Weissbier ganz nette Marktanteile.
3) nicht nur Oberitalien - tatsächlich ist ist Italien biermässig eines der interessantesten Länder geworden.

bixente uhudla
 
00

was denken sie herr bierpabst,warum will sich in österreich keine kleinbrauerein-szene etablieren...?

klar,es gibt ein paar bemühte klein- und kleinstbrauerein,ab und zu sogar welche die sich was anderes brauen zu trauen als märzen,bock und pils(wobei die hälfte der österreichischen pilse dann eh wieder wie märzen schmecken...) aber an und für sich ist das was sich hierzulande auf diesem sektor tut, für ein biertrinker-land eigentlich beschämend

Bierpapst
03

Das Hauptproblem scheint mir zu sein, dass die meisten Biertrinker ziemlich zufrieden sind mit dem, was ihnen geboten wird. Selbst die "Massenbiere" in Österreich sind ja verglichen mit jenen anderer Länder ausdrucksstark - und wer ein Märzen aus einer Mittelstandsbrauerei trinkt, glaubt oft, damit schon seinen Beitrag zur Biervielfalt geleistet zu haben.
Diese Selbstzufriedenheit der Mehrheit des biertrinkenden Publikums trifft auf Gasthausbrauereien, die genau diese Biertrinker mit dem Erwartbaren beliefern. Und selbst Brauereien, die sehr erfolgreich interessante Biere für den Export brauen (wie etwa Hofstetten) können diese Biere auf dem Inlandsmarkt kaum unterbringen.
Andererseits gibt es eine wachsende Zahl kleinster Brauereien, die durchaus neue und interessante Biere auf den Markt bringen - Forstner in Kalsdorf ist wohl das wichtigste Beispiel.

teuerzahler
21
Selbst die "Massenbiere" in Österreich sind ja verglichen mit jenen anderer Länder ausdrucksstark

eine kühne behauptung!

über 90% aller märzenbiere sind - mit verlaub - dreck! schmecken wie eingeschlafene füss, ein gschloder, das man nicht bier nennen sollte!

Günther Hase
 
01
"Selbst die "Massenbiere" in Österreich sind ja verglichen mit jenen anderer Länder ausdrucksstark"

eben, ich finde es gibt wirklich keinen Grund für Jammerei. Der Markt wird bedient und wir bekommen das Bier, das wir verdienen ... und das ist nicht schlecht. Die Bierkultur ist hier nunmal so, das nicht ein Schlückchen zum essen gebibberlt wird, wie man es etwa bei einem guten Rotwein macht, sondern dass man gerne in kräftigen Zügen konsumiert ohne Leber und Geldbörsel zu stark zu belasten. Das der Zugang ein komplett anderer ist als in Italien oder Belgien, wo man mitunter bereit ist mehr zu zahlen und weniger (im Sinne von Volumen) zu trinken, darf man nicht vergessen.

Ich genieße jedenfalls mein Hadmar und mein Trumer Supermarktbier aus den von Ihnen genannten Mittelstandsbrauereien und bin vollauf zufriedener Konsument =)

bixente uhudla
 
00

hademar ist eh ein gutes...ich hab halt das problem,daß meine lieblingsbiere stark gehopfte ales sind(am liebsten ipa) und die findet man in österreich nicht oft(kann ja auch nicht jedes mal in die 1516 brewing company fahren wenn ich gerade mal lust auf ein bier hab...)

Günther Hase
 
00

stimmt schon. Aber können Sie in Deutschland oder Tschechien im Supermarkt auf die schnelle ein IPA für zu Hause kaufen?

Ich hätte auch gern mehr Abwechslung, aber wie oben erwähnt: "die "Massenbiere" in Österreich sind ja verglichen mit jenen anderer Länder ausdrucksstark" (copyright Bierpapst).

Prost ! (heute Abend mit einem Hirter Morchl direkt vom Massenmarkt ums Eck)

PS: Nie nie nie werde ich Bier in einer Sektflasche kaufen.

bixente uhudla
 
03

stimmt volkommen...bei meinen letzten italienbesuch(2010) waren 3 unterschiedliche biertypen vom fass in einem lokal an und für sich standard(ein blondes,ein rotes und ein dunkles)...in österreich gibts bestenfalls 3 mal gleichschmeckende 0815-märzen von 3 verschiedenen anbietern,und mit glück ein dunkles aus der flasche...

..und das traurige daran:viele österrreicher merken gar nicht wie armselig das angebot hier ist und bilden sich dann noch etwas auf die heimische "bierkultur" ein

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