Tipps für schöne Füße

3. April 2011, 17:25
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Sandalen, Peep-Toes oder Flip-Flops: niemals ohne gepflegte Füße - Der Star der Pediküre heißt Bastien Gonzalez

Über Monate haben sie jetzt ein trauriges Leben gefristet: Verpackt in Strümpfe, in Schuhe gepfercht, bekamen sie den ganzen Tag über nur wenig frische Luft. Füße werden im Winter vernachlässigt. Es bildet sich Hornhaut, die trocknet aus, und spätestens wenn sie rau an der Bettdecke kratzt, sollte den Füßen die gebührende Aufmerksamkeit zuteil werden. Konkret heißt das: Fußpflege. Wer sich eine Pediküre leistet, weiß danach, was "Samtpfote" bedeuten kann. Das Standard-Procedere, das Fußpfleger nach zweijähriger Ausbildung anwenden, besteht aus sechs Schritten: Eine Pediküre beginnt mit einem Fußbad, mit Spezialwerkzeug (viel besser als normale Nagelscheren) werden Zehennägel gekürzt, gefeilt, werden Hornhaut und abgestorbene Nagelhaut entfernt. Das Finale - und für viele der Höhepunkt - ist eine Fußmassage, dabei werden die Füße eingecremt.

Bastien Gonzalez hat aus diesem Beruf eine Berufung gemacht. "Medical Pedicurist" nennt er sich, und Pediküre sei für ihn kein Beruf, sondern eine "passion", sagt der gebürtige Spanier, der aus Fußpflege eine Erfolgsstory gemacht hat. Sein Business begann in Paris auf der Place des Vosges, wo er sich schnell den Ruf der "besten Pediküre" der Metropole erfeilte. Sein Geheimrezept: Sein Treatment kommt ganz ohne Fußbad aus, auch von Nagellack hält er wenig, "spätestens nach drei Tagen sollte er wieder runter", meint er, weil die Chemikalien die Fußnägel bleichen und brüchig machen. Geschäftstüchtig verkauft Gonzalez seine eigene Fußpflegelinie im Internet, betreibt mehrere Spas und ist selbst immer rund um den Erdball unterwegs. "Ich kann ja überall arbeiten", sagt er. Persönliche Termine bei ihm zu bekommen ist allerdings schwierig. "Meine Kundenkartei ist mittlerweile riesig. Nur so viel: Ich behandle Hollywood-Schauspieler und Prinzessinnen, aber mit großer Hingabe auch alle anderen, die gut zu ihren Füßen sein wollen", sagt er. Letzten Sommer habe er seinen Arbeitsplatz nach Sardinien verlegt, erzählt er, und sei mit seinem Werkzeug von Boot zu Boot gereicht worden.

Fundamente des Körpers

Für Gonzalez ist vor allem die Fußmassage bis hinauf zum Knie das Um und Auf. 26 Knochen, 51 Muskeln und 100 Sehnen - da ist viel zu tun, wenn es darum geht, jeden einzelnen Teil zu entspannen. Dass es essenziell ist, davon ist er überzeugt. "Viele Schmerzen und Verletzungen ergeben sich, weil im Fuß, dem Fundament des Körpers, etwas nicht in Ordnung ist", erklärt Gonzalez. Verbietet er High Heels? "Niemals, solange regelmäßige Fußmassagen auf dem Programm stehen", lacht er. Und statt Nagellack bringt er die Fußnägel durch Polieren auf Hochglanz - das habe er sich von seiner 92-jährigen Großmutter abgeschaut, lacht er. Was er noch sagt: "Füße sagen viel mehr über einen Menschen aus als ein Blick ins Gesicht." Zwischen den Pediküren empfiehlt er regelmäßige Anwendung von Fußcremen - um Hornhaut nicht entstehen zu lassen.

Brandneu in Apotheken sind übrigens Fußmasken mit dem klingenden Namen "Footner", die mit Milchsäure verhornte Hautschichten auflösen. 60 Minuten lang sollte das Gel in der Kunststoffsocke einwirken, der Hornhaut-Ablösungsprozess beginnt fünf Tage später. Und das darf im Laufe des Sommers wiederholt werden. Obwohl: Frische Luft und Barfußgehen tun den Füßen ohnedies gut. Möge die Zehenfreiheit endlich beginnen. (Karin Pollack/Der Standard/rondo/01/04/2011)

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    "Als Pedicurist verbiete ich High Heels nicht - solange regelmäßige Fußmassagen auf dem Programm stehen, die die 51 Muskeln und 100 Sehnen im Fuß wieder entspannen", sagt Bastien Gonzalez.

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