Bubi ist laut eigener Aussage nach wie vor mit allen Frauen, mit denen er einmal zusammen war, gut befreundet
Wenn man 20 Jahre lang keinen Kontakt zu einem bestimmten Menschen hat, hat das meistens seinen Grund. Oft liegt er im Charakter begründet.
Der Bubi ist diesbezüglich ein ziemlicher Charakter. Konkretes Beispiel: Bubi ist laut eigener Aussage nach wie vor mit allen Frauen, mit denen er einmal zusammen war, gut befreundet. Als erwachsener Mensch muss man schließlich dazu in der Lage sein, sich in allen Ehren voneinander zu trennen - und sich trotzdem noch auf den Busen schauen zu können.
Wenn es mit der Liebe zu Ende geht, kann man wieder miteinander reden, sagen die Leute. Man muss aber nicht, sagt Bubi. Exfrauen dürfen ihre Freundschaft mit Bubi sehr gern pflegen. Wenn es aber leicht geht, bitte nicht im Beisein Bubis. Bubi liebt seine Exen, wie man eine Schwester liebt. Man muss den Kontakt mit ihr nicht krampfhaft suchen. Weihnachten kommt ohnehin immer im Dezember. Schlimm genug, wenn man sich alle paar Wochen im Lokal oder beim Comebackkonzert einer Band über den Weg läuft, die es auch 20 Jahre sehr wahrscheinlich wohlweislich nicht gegeben hat.
Bubi sagt, er sei gegen Comebacks aller Art. Dinge nämlich, wenn man sie einmal abgelegt habe, könnten wenig an Reiz dazugewinnen. Unmöglich. Speziell Frauen schauten da sehr schnell alt aus. Abgelegt, abgelebt. Bubi spreche da aus Erfahrung. Und spätestens, wenn sie dann den Mund aufmachen: Schuppen von den Augen. Interessant an dieser Stelle wäre jetzt Grundsätzliches: Wie schafft es Bubi, dass sich Frauen auf ihn einlassen? Wer mit ihm geduscht hat: In seiner Hose kann es nicht liegen. (Christian Schachinger, Rondo, DER STANDARD, 25.03.2011)