Safran macht den Kuchen ...

20. März 2011, 17:31
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    foto: apa/martin meissner

    Am schönsten ist der Krokus, wenn er in der Gruppe auftritt.

Der Krokus ist als Frühlingsbote beliebt und hat auch andere Vorteile

Sorry, es gibt noch keine frischen Spargel in unseren Breiten zu ernten. Das braucht noch. Wenn man sich aber in der Ordnung der Spargelartigen umsieht, wird man trotzdem fündig. Man findet, unter anderen Familien, jene der Schwertliliengewächse Iridacea. Dieser eingeordnet sind die Crocoidea, auch Handtaschlacea oder Krokusse genannt. Und wer in der fünften Haupt gut aufgepasst hat, weiß, dass auch diese Bleamerln mitunter Feines für die Küche liefern können, nämlich den Safran. Dieser wird aus der Narbe des Stempels des angebauten Safrans gewonnen, das Zupfen ist mühsam und daher das Ergebnis nur gegen sehr viel Geld eintauschbar. Weil die Krokusse aber auch sehr schön anzusehen sind und hier als Frühlingsboten gelten, gibt es sie in allen möglichen Zuchtformen. Wie immer sind mir die einfachen, simplen Erscheinungsbilder lieber, dafür davon aber satt. Krokusse müssen in Massen auftreten, damit sie so richtig wirken.

Dazu hat Sir Edward V. Bowles das Krokus-Bowling erfunden. Man nehme eine Unzahl an Krokusknollen und begebe sich auf jene Wiese, in der es im kommenden Frühjahr nur so crocoideen soll. Man nehme einen Stein und werfe ihn, der Hexe des trivial-populären Wurf- und Rollsports Boule nicht unähnlich, in hohen Bogen ungefähr 15 Meter weit. In Folge versuche man diesen mit den Krokusknollen zu treffen. Dort, wo die ersten zwölf Knollen liegen bleiben, setze man sie auch ein. Dieses Spiel wiederholt man, so oft es geht, an den unterschiedlichsten Winkeln der Wiese oder des Gartens. Wenn die Knollen dann im kommenden Jahr austreiben, wirkt die Gruppenbildung spontan, natürlich und sehr, sehr ungewollt. Ab dann vermehren sich die violett-fragilen Schönheiten eh von selber, und man muss nur noch gelegentlich die eine oder andere Stelle mit frischen Knollen neu bespielen. Also, die Krokusse sind nichts für ernsthafte Gemüter. Und, ganz wichtig, sagen Sie nie Krokeen zu ihnen. (Gregor Fauma/Der Standard/rondo/18/03/2011)

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12 Postings
weetabix
02
20.3.2011, 20:03
Herbstvergnügen

Lieber Herr Fauma,

als eine, die schon seit 3 Jahren Safrankrokusse kultiviert kann ich Ihnen versichern, dass Sie Safran niemals im Frühling zu Zupfen kriegen werden, weil der nämlich im Herbst blüht (Oktober/November). Im Frühling tankt das "Graserl" des Crocus Sativus (DER Safrankrokus) noch kräftig Sonne um sich dann im Mai für ein geraumes Weilchen zum Schlafen zurückzuziehen. : D Wenn Sie sich dafür interessieren, dieses wirklich einzigartige und höchst kostbare (Preis pro Kilo wie Gold ca. 25.000 Euro) und köstliche (intensiver Duft nach Honig und Sommerblumenwiesenheu) Gewürz selbst anzubauen, bitte einfach melden: im Juni werden Knollen ausgegraben und umgesetzt!

Miguel Rodrigez
00
29.3.2011, 11:29
Muss man die

Knollen nach der Herbsternte tatsächlich ausgraben oder ist das eine Fleißaufgabe?

weetabix
00
29.3.2011, 12:24
Ausgraben...

Natürlich muss man die Knollen nicht ausgraben, aber da sich die Knollen durch Tochterzwiebeln vermehren (die ja eng an der Mutterpflanze sitzen), gibts mit der Zeit ein Gedränge. Und deshalb werde ich meine "Crocus Sativus" nach nunmehr 3 Jahren ca. im Juni ausgraben und neu in den Beeten verteilen.
: )

Miguel Rodrigez
00
29.3.2011, 13:06

Danke für die Info! Meine wurden erst im Herbst gepflanzt und haben bisher nur "Gras" zu bieten.

suche prov.freie(!) 3ZiWhg in/um Wien
00
21.3.2011, 14:04

Ich würde gern eigenen Safran abauen, doch leider fehlt mir der Garten dazu :-((

Hyla Arborea
00

...gedeihen auch im Topf vor dem Fenster ausgezeichnet...für ein kleines Abendessen sollte das auch genügend "Fäden" ergeben...

Spigola
00
21.3.2011, 12:21
25.000 Euro? Sind Sie da sicher?

Das Gramm Safran kostet den Endverbraucher in mässiger Qualität ca 3 Euro und in bester biologischer Qualität und somit im teuersten Fall maximal 7 Euro. Ein Kilogramm sind, wenn ich nicht irre, 1000 Gramm. Im teuersten fall kostet das Kilo also 7000 Euro und das auch nur in Theorie, denn bei solchen Mengen gelten Grosshandelspreise, da wirds wohl eher die Hälfte oder noch weniger. Mit Safrananbau wird man vielleicht glücklich, aber sicher nicht reich.

weetabix
00
21.3.2011, 12:36
Zu Ihrer Schlussbemerkung:

Safrananbau macht höchstwahrscheinlich nicht reich, aber glücklich: das stimmt bestimmt!

Aber ein paar hundert Knollen (die vermehren sich selbst) im eigenen Garten liefern genug Safran für erstklassiges Safranrisotto, Safransaucen, Safrankeksen, usw!
Ich kanns nur empfehlen!
Und noch etwas: die Safranqualität aus Österreich galt noch bis ins 18./19. Jahrhundert als die beste weit und breit...
Bon Appetit! : )

weetabix
00
21.3.2011, 12:41
da fehlt noch

der erste Teil meiner Antwort...! Seltsam,
(Stellungnahme zum Preis)

weetabix
00
21.3.2011, 12:32
Ja, sehr sicher!

Safran in bester und reinster Qualität (!) kostet wirklich so viel - > zum Beispiel hier: http://www.pannonischer-safran.at/shop/index.htm

Für 3 Euro gibt es 0,1 Gramm (!!!) im Supermarktregal zu kaufen
Und was man so in diversen Urlaubsländern zu kaufen gibt, ist zu 90-95 % NICHT Safran, sondern andere Pflanzenteile. Ganz sicher beim "gemahlenen Safran", aber auch bei "Safranfäden", die verfälscht werden durch Blütenfäden anderer Pflanzen, Plastikfäden, Seidenfäden, oder sogar getrocknete und gefärbte Rindfleischfasern.
Safran ist so kostbar, dass es praktisch immer Fälschungsversuche gegeben hat (wie auch beim Gold). In den damaligen Zeiten hat man solche Händler aber gleich mitsamt ihrer Ware öffentlich verbrannt! 8 )

Bumbu
 
00
10.4.2011, 20:35
Der Preis von Safran

> Safran in bester und reinster Qualität (!)
> kostet wirklich so viel

Ich weiß, daß manche Händler für exotische Provenienzen Mondpreise verlangen und auch bekommen, aber ob es gerechtfertigt ist, kann ich nicht sagen.

Und Supermarktware im 100mg-Döschen ist ein schlechter Witz, sowohl vom Preis als auch von der Qualität.

Persischer Safran ist im Lauf der letzten Jahre leider teuer geworden, aber er bleibt doch noch immer unter 10€/g; zu Großhandels­bedingungen sind das wahrscheinlich 4000€/kg.

Fälschungen sind noch einmal was anderes. Bei meinem letzten Besuch in Kashmir war ich überrascht, wie professionell die Fälschungen aussahen – aus 1 m Entfernung kaum zu erkennen (aber geruchlos).

Silberprinzessin
00
21.3.2011, 12:12

Ja, mich interessiert es zumindest. Bitte um kurze Info (Email siehe oben!)
Alles Gute, Silva

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