Gmoa-Keller, jetzt mit Keller

11. März 2011, 18:11
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    foto: gerhard wasserbauer

    Die Sue- Architekten verpassten dem Gmoa-Keller das, was man sich hier dem Namen nach seit jeher erwartet hätte.

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Der ehrwürdige Gmoa-Keller bekam auf seine alten Tage tatsächlich noch einen Keller verpasst - und was für einen!

Seit elf Jahren ist das legendär schön angejahrte Wirtshaus am Heumarkt nun schon in Händen der Familie Laskowsky, die bereits mit ihrem Stammhaus (Gelbmann, Wilhelminenstraße) bewiesen hat, dass sie die spezifisch wienerische Spielart der Gastlichkeit zuverlässig zu verwalten weiß. Das führt gegen Ende der Woche ziemlich regelmäßig dazu, dass der Gmoa-Keller trotz seiner zahlreichen und weitläufigen Gasträume so was von bummvoll ist, dass fürwitzige Nichtreservierer ihre ersten Seiterln im Windfang oder überhaupt auf der Gasse konsumieren dürfen.

Schon seit Ende Oktober gibt es deshalb dort, wo besonders brave Stammgäste zuvor auf eine kühle Boccia-Partie hinabsteigen konnten, einen weiteren Gastraum für gut 80 Personen: im Keller. Der sandige Boden wurde mit Holzlatten abgedeckt, das langgezogene Gewölbe geweißelt und mit einer ebenso diskret wie effektiv arbeitenden Lüftung versehen.

Anklänge an Wiener Wirtshaussituationen

Dass Wirt Sebastian Laskowsky der Versuchung widerstanden hat, bei der Gestaltung auf allzu offensichtliche Wirtshausseligkeit zu verzichten ist ihm hoch anzurechnen. Das Sue-Architektenteam baute stattdessen ein sehr zeitgemäßes Restaurant in den Keller, das mit der Schank (samt extracooler Moooi-Leuchte) auch ein paar Anklänge an Wiener Wirtshaussituationen schafft. Überhaupt sorgt die Beleuchtung (ganz besonders die aus der Wand ragenden Schirmleuchten) für tolle Atmosphäre, auch die Stühle, die Lamperie sowie der als Raumteiler einsetzbare Kenzo-Vorhang mit reduziertem, floralem Muster machen sich gut: Ein schöner Raum, der in einer westeuropäischen Großstadt (wo man zu solchen Zwecken bekanntlich schnell einmal im Keller landet) durchaus als fashionables Restaurant funktionieren könnte.

Die Küche ist auch bei Vollauslastung von beachtlicher Zuverlässigkeit: Die Rindsuppe eindeutig hausgemacht, der Heringsalat (in drei Varianten) zumindest weitgehend. Die seit den Zeiten der Nowak-Schwestern legendäre Leber wird routiniert und mit nicht zu wenig süßem Zwiebel und Majoran geröstet. Auch der gedünstete und ausgelöste Ochsenschlepp (Bild) wird weich und mollig geschmort. Dazu aber gibt es Krautfleckerl, bei denen die Flecken durch Farfalle ersetzt wurden. Vorsicht: Da können die Hüter der reinen Lehre ganz schön fuchsig werden! (Severin Corti/Der Standard/rondo/11/03/2011)

Gmoa-Keller
Am Heumarkt 25
1030 Wien
Tel.: 01/712 53 10
täglich 11-23 Uhr
VS EURO 2,90-6,80, HS EURO 7,10-22,60

Fotos: Gerhard Wasserbauer

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17 Postings
Keine Ahnung
00
13.3.2011, 20:12
Diese Rezension klingt für mich nach Freundschaft zwischen Autor + Wirt

Devise schein zu sein: Nur ja nichts Negatives über ein meiner Ansicht nach durch und durch mittelmäßiges Wiener Wirtshaus sagen!

Besser zu Hause essen als im Gmoa Keller, oder einfach in eines der vielen viel besseren Wirtshäuser gehen!

dude 303
00
14.3.2011, 01:03

zähl mal auf die besseren!

Keine Ahnung
01
14.3.2011, 13:24
tut mir Leid, das sind zu viele...

meine persönlichen Stammadressen sind Rudi's Beisl, Renner, Eckel, oder das Marktachterl, alle finde ich um Klassen besser. Mir fallen auch einige andere ein, die ich jedoch nur sporadisch besuche.

Und übrigens sind alle auch nicht (oder kaum) teurer, wenn man die gleichen Gerichte isst, die es im Gmoa-Keller gibt, nur verlockt einen dort halt auch noch anderes...

franz der freie
 
00
13.3.2011, 09:05
sinnloses geschwafel.

U-Bahn Steuer
04
12.3.2011, 14:52

dieses zwanghafte neben fremden sitzen müssen geht mir so dermassen am rsch!

Terence Lennox
02
12.3.2011, 12:17
immer..

..durchschnittlich bis schlecht gegessen. auch unter den schwestern.

kranzlextra
00
14.3.2011, 22:04
ihre persönliche befindlichkeit ist aber eher unerheblich

wenn die bude tatsächlich dauernd so bummsevoll und gefragt ist. scheint ein schweizerhaussyndrom zu sein...

Rene Stangeler
00
12.3.2011, 18:08
Das Gulasch bei den den zwei

netten Damen war recht gut, geröstete Leber und Schnitzel auch. Der Charme der Beiden war (mir) symtpathisch, da wurde man wenn man an der Bar stand schon mal dazu eingeteilt ein Getränk oder eine Speise an einen Tisch zu bringen. War ja noch ein junger Spund damals (20 Jahre) als ich das erste mal im Gmoa Keller war und als die alten Mädchen erfuhren dass mein Heimatort (Burgenland) nicht weit weg von ihrem Geburtsort war konnte ich mich ihrer mütterlichen Fürsorge nicht mehr erwehren.

Im "Gelbmann" im 16. ist das Essen eher unterdurchschnittlich, den dortigen schnoddrigen Vorstadtstrizzischmäh der Kellner brauch ich auch nicht unbedingt.

Im Gmoa Keller "neu" war ich schon ein paar Jahre nicht mehr, besonders fand ich das Essen kurz nach

Terence Lennox
03
13.3.2011, 10:40
ich habe das nie gebraucht..

...diese mütterliche unfreundlichkeit. sorry..

na so was!
00
12.3.2011, 10:46
echt schön!

wird wohl bald heimgesucht werden ;)
das essen war ja immer schon bestens.

mikeyman
01
12.3.2011, 01:25
das ist ja schon 1 jahr so und leider meist verraucht.

Zweitgeist
13
11.3.2011, 22:07

"Dass Wirt Sebastian Laskowsky der Versuchung widerstanden hat, bei der Gestaltung auf allzu offensichtliche Wirtshausseligkeit zu verzichten ist ihm hoch anzurechnen."
irgendwie beschleicht mich das gefühl, herr corti versucht die fähigkeit des lesers zu testen, sinnerfassend lesen zu können.

Jo eh...
72
12.3.2011, 01:04

Waren Sie in der Hauptschule im Z-Zug?

cucina
00
16.3.2011, 22:37

Waren Sie Klassenletzter in der Sonderschule?

alla riscossa
112
11.3.2011, 23:17
nein,

der corti überdribbelt sich nur manchmal selbst beim suchen neuer geschwurbelter formulierungen!

Vayav indrasca
11
11.3.2011, 18:39

80% Architekturkritik
20% Esskritik

Aber kein Wunder, wenn man seine Heimat in "westeuropäischen Großstädten" sieht. Talmi.

Nur eins ist unverständlich: "wo man zu solchen Zwecken bekanntlich schnell einmal im Keller landet".
Bitte welche Zwecke sind das?

gou gai
00
12.3.2011, 10:29

Esszwecke?

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