Gäste wieder ausladen

3. März 2011, 16:59
  • Da gibt es zu wenig Geschirr im Königshaus, ganz banal ein Gedeck zu 
wenig, und dann wird sie eben wieder ausgeladen, die dreizehnte Fee.
    foto: archiv

    Da gibt es zu wenig Geschirr im Königshaus, ganz banal ein Gedeck zu wenig, und dann wird sie eben wieder ausgeladen, die dreizehnte Fee.

Pro: "Die dreizehnte Fee" - Kontra: "Minuspunkte fürs Karma"

+++Pro
Von Tanja Paar

Jetzt könnte einer sagen, das weiß man ja, wie das ausgeht, nämlich nicht gut. Da gibt es zu wenig Geschirr im Königshaus, ganz banal ein Gedeck zu wenig, und dann wird sie eben wieder ausgeladen, die dreizehnte Fee. Und prompt verflucht sie die schöne Prinzessin, eh schon wissen ... andererseits.

Andererseits hätte sie sich sonst nie in den Finger gestochen und wäre folgerichtig auch in keinen hundertjährigen Schlaf gefallen, ganz sicher nicht, wo gibt's denn so was. Und der Prinz hätte sie also auch gar nicht küssen können so mir nichts, dir nichts, weil vielleicht hätte er ihr gar nicht gefallen, der pickelige Draufgänger, und sie wäre laut schreiend davongelaufen. So. Von wegen sie lebten glücklich bis an ihr Ende.

Also haben Ausladungen, zum richtigen Zeitpunkt entschieden ausgesprochen, auch etwas Gutes. Sie rufen das Schicksal auf den Plan, locken die alte Fortuna aus ihrem Ohrensessel in der guten Stube und lassen sie tanzen wie ein junges Mädel. Nur harte Schläge ins Antlitz der Geschichte machen Märchen möglich.

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Kontra---
Von Klaudia Zotzmann

Jemanden von einer Feier wieder ausladen, das ist doch gemein. Gut, wenn man sich gerade frisch verkracht hat vielleicht, andererseits kann man ja auch davon ausgehen, dass frische Feinde eh nicht zur eigenen Hochzeit kommen. Oder zum siebenten Geburtstag des Sohnes.

Vor allem haben Ausladungen ja auch so etwas Negatives - immerhin macht man eine vorherige Einladung wieder rückgängig. Ganz schlecht. Das gibt bestimmt Minuspunkte fürs Karmakonto, und ehe man sich's versieht, hat man eine böse Schwiegermutter. Oder einen Fluch am Hals oder so. Bei Dornröschen ist das ja auch schon einmal schiefgegangen. Da sollte man sich also besser dreimal überlegen, ob man lieber ein Fest lang oder gleich das ganze Leben lang "durchzuhalten" vorzieht. Und wer kann schon mit Sicherheit sagen, ob es bei dem einen Leben bleibt?

Es ist doch nur ein Nachmittag ... Irgendwie wird man es schon schaffen, sich durchzubeißen, im Zweifelsfall durch die Torte. (Der Standard/rondo/04/03/2011)

+++Pro

*blödsinn*

pro und kontra

unterscheiden sich im wesentlichen nur durch die verschiedene einschätzung des schicksals. frau pro sehnt es in der hoffnung auf überirdische ordnungskraft herbei, frau kontra fürchtet sich genau davor.
fazit: zwei esoterikerinnen auf dem holzweg.

fazit

Mann soll keine Frauen ausladen. Die kommen dann nur auf verrückte Ideen der unangenehmen Art.

"Meine Sorgen möchte ich haben ..." (Kurt Tocholsky)

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