Pro & Kontra

In die Medaille beißen

18. Februar 2011, 10:36
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    foto: apa

    Gut, vielleicht ist bei den Sportlerinnen und Sportlern die orale Phase wirklich ein wenig gar ausgedehnt.

Pro: "Riskante Kulmination" von Michael Möseneder - Kontra: "Kost was Gscheits" von Sigi Lützow

+++Pro
Von Michael Möseneder

Gut, vielleicht ist bei den Sportlerinnen und Sportlern die orale Phase wirklich ein wenig gar ausgedehnt. Andererseits: Was wären denn Siegerehrungen ohne Lippenkontakt? Richtig. Noch fader als sie ohnehin sind. Die Erfolgreichen bekommen ein Metallstück am Band umgehängt und/oder einen Pokal in die Hand gedrückt. Und dann sollen sie einfach vom Podest steigen und wohin auch immer schlendern?

Nein, da man ja als Zuseher bereits weiß, wer gewonnen hat, kann man sich wenigstens auf einen Kulminationspunkt der Emotionen freuen. Wenn der Kapitän der Weltmeistermannschaft den Fifa-Pokal in die Höhe stemmt und abbusselt oder sich die Slalomweltmeisterin Goldzähne holt, das hat schon was.

Und überhaupt: Der hübsche Brauch bietet auch die Chance, selbst nach dem Ende der Sportveranstaltung etwas zu erleben. Wenn Weltmeisterkicker Carles Puyol der Pokal aus den Händen rutscht und auf seinen Fuß donnert oder Elisabeth Görgl sich einen Zahn ausbeißt - dann sind das die Sportmomente, die man nicht vergisst.

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Kontra---
Von Sigi Lützow

Okay, die Skispringer sind entschuldigt. Die ohnehin nur alle heiligen Zeiten zufliegende Gelegenheit, etwas Ordentliches zwischen die Zähne zu bekommen, können sie nicht so ohne Weiteres verstreichen lassen. Obwohl, gerade den österreichischen Hänflingen ist diesbezüglich ausgewogene Ernährung ans Möwenherz zu legen. Immer nur Gold, Herr Morgenstern, ist ungesund! Midas Ammann, der schon so viel Gold erflogen hat, dass dem skivinistischen Österreicher schlecht werden könnt, hungert schon nach der WM in Oslo. Soll sich der Schweizer doch den Raffzahn ausbeißen, wie bei Olympia in Vancouver der deutsche Rodler David Möller, als er auf Geheiß der wirklich originellen Fotografen an seiner Silbernen nagte. Nicht umsonst hat der kluge ÖSV-Präsident Schröcksnadel seinen Athleten nichtkontrollierte Zusatznahrung untersagt. Skifahrer Knauss hat dennoch fremdgekostet, wurde erwischt und sieht Medaillen nur noch auf wirklich originellen Fotos. Hin und wieder zieht er sich ein Bier rein - ein Gösser Gold, der Unbelehrbare. (Der Standard/rondo/18/02/2011)

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Müff
10
19.2.2011, 00:26
Beide Themenverfehlung.

Früher pflegte man an Goldmünzen den Beisstest durchzuführen, um deren Echtheit zu bestätigen (Gold ist sehr weich; je reiner, desto weicher).

Ob diese Sitte heute noch Sinn macht, da selbst Olympische Goldmedaillen nur mehr aussen aus Gold bestehen (die gemeine Wettbewerbsmedaille sowieso nicht), und ob sie bei Silber- und Bronzemedaillen je Sinn gemacht hat, wäre die Frage gewesen.

werwolfi
01
18.2.2011, 19:50

der brauch ist wohl abgeleitet von der althergebrachten sitte, in münzen zu beißen, um so die zusammensetzung - etwa auf einen unerlaubten bleianteil - zu prüfen ;o)

byron sully
00
18.2.2011, 14:52

ich würd da unterscheiden: das küssen eines pokals gefällt mir, das beißen in eine medaille find ich hingegen irgendwie seltsam...

Kra Wuzikabuzi
00
18.2.2011, 13:09
ein foto mit der medaille

will der fotograf....und meistens soll das gesicht auch drauf sein, also fallen andere körperöffnungen oder körperteile aus.

varianten: goldmedaillie als monokel
goldmedaillie als ohrring
vor die nase halten.

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