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Ferryhill Station verfügt über keine Fähre, der namensgebende Hügel ist nicht der Rede wert, und die Bahnstation dieser alten Kohlengräbersiedlung ist auch längst geschlossen. Aber eine Brauerei gibt es wieder, mit eigenem Ausschank: "The Surtees Arms" - benannt nach dem Wappen der alten Familie Surtees, die am Fluss Tees (also "sur tees") begütert war.
Ich wäre wohl nicht in diesen gottverlassenen Winkel des County Durham gefahren, wenn die "Yard of Ale Brewery" nicht mehrere Preise für ihre Biere gewonnen hätte. Und dass CAMRA, die rührige "Campaign for Real Ale", dem Surtees Arms das Prädikat "North East Pub of the Year" verliehen hat, hat meinen Entschluss beschleunigt. Nun: Das Pub gehört zum Einfachsten, was man sich bei einem englischen Pub erwarten darf: Weiße Wände ohne nennenswerte Dekoration, ein paar Tische, ein paar Sitzgelegenheiten, eine Bar, an der es eng wird, wenn mehr als drei Personen dort stehen. Dahinter Alan Hogg, der das selbstgebraute Bier ausschenkt.
Man weiß, was man bei Real Ale zu erwarten hat: Mit der Handpumpe wird das frische Ale aus dem Fass, in dem es nachreift, gepumpt. Kräftig schäumen wird es, sodass der Großteil der Kohlensäure entweicht, und dann wird sich der Schaum langsam als dichte Krone ganz oben im randvoll gefüllten Pintglas zeigen und bis zum letzten Schluck erhalten bleiben. So will es die nordenglische Tradition, so bleibt das wundervolle Malzaroma von Alans Scottish Ale ebenso erhalten wie die Hopfennoten der anderen Ales. Man möchte riechen und guten Gewissens - schließlich sind die Biere der hauseigenen Brauerei kaum stärker als vier Prozent - einen herzhaften Schluck nehmen.
Aber das Bier ist viel zu kalt.
Wer will schon große Schlucke eines Ales trinken, das kälter gezapft wird als bei uns ein Pils? "Unsere Gäste", sagt Alan entschuldigend. Von denen trinken nämlich viele eisgekühltes Carling Lager und ähnliche aromaarme Biere. Die "lauwarme cervisia", bei Asterix verspottet, von Bierkennern gesucht, ist selten geworden, gerade im Norden Englands. Und erstaunlicherweise auch in den von CAMRA ausgezeichneten Pubs. Ein Trost bleibt: Fährt man nicht hinaus aufs Land, sondern trinkt sein Real Ale in London, dann passt die Temperatur von zwölf Grad meist. (Conrad Seidl/Der Standard/rondo/18/02/2011)
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wie kann man sich über zu kaltes bier beschweren? normalerweise schüttet man das ja nicht in 3 minuten runter, da ist es doch besser wenn die ersten paar schlücke vl. zu kalt sind, als dass das bier in perfekter trinktemperatur ausgeschenkt wird und nach 2 minuten zu warm ist
.. das wird immer schön eiskalt serviert. Spaß beiseite: Ich verstehe, dass man durch die Lande reist und heimische Weine verkostet. Beim Bier gelingt mir das nicht - da ist die Kehle offensichtlich heikel. Das Bier anderswo schmeckt schal, zu süß, nach gar nix ...
Aber: Die Leidenschaft, mit der der Seidl seinem Hobby nachgeht, find ich schon wieder bewundernswert!
zu glauben, nur in österreich gäbe es gutes bier ist schon einigermaßen vermessen. ich würde sogar sagen, bier ist fast überall besser als bei uns (bsp. belgien), wo es dem typischen biertrinker eher nur darum geht, möglichst grosse mengen davon in sich hineinzuschütten (geschmack im sinne von aromen oder höherer alkohol stören da nur)
diese unart des zu kalten bieres greift wirklich immer mehr um sich, in irland trinkt man guinnes jetzt auch bereits"icecold" selbst in der brauerei wird es so ausgeschenkt. nur verliert es dadurch genau den geschmack für den es eigentlich so bekannt ist.
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