Oben ohne

13. Februar 2011, 16:52
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Warum es höchste Zeit ist, eine Ode an die Glatze anzustimmen

Aus aktuellem Anlass wollen wir heute ein Loblied auf die Glatze anstimmen. Der Grund hierfür sind nicht die immer länger werdenden Haare eines ehemaligen Finanzministers und auch nicht die beinahe götzengleiche Verehrung von Niederösterreichs oberstem Haarkranz, sondern ein Buch, das vor einigen Tagen unsere Redaktion erreichte. Es heißt ganz profan Das Glatzenbuch (Innozenz-Verlag) und dürfte haargenau ein Vierzehntel unserer Leser interessieren. Einem von sieben Männern droht nämlich eine Glatze, weiß das Buch zu berichten, doch das bedeute nicht automatisch das Ende von Jugend und Attraktivität. "Denn Glatzen sind kein Drama. Sie werden erst zu einem, wenn verzweifelte Kaschierungsversuche unübersehbar den Kampf gegen das drohende Nichts dokumentieren." Weise Worte, kann man da nur sagen, doch leider versäumt es das Buch, vor den traurigen Kaschierungsversuchen auch gebührend zu warnen.

Rar geworden ist zuletzt zwar die Methode, sich das überlebende Seitenhaar einzelhaarweise über die Glatze zu frisieren, dafür greifen aber andere kosmetische Unsitten um sich. Zum Beispiel Farbsprays und Make-up, um die lichten Stellen dunkel einzufärben. Auch das, sei euch lieben Glatzenträgern gesagt, schaut höchst eigenartig aus. Warum den Mangel nicht stolz zu Markte tragen? Und die übriggebliebenen Haare in eine angemessene Fasson bringen? Auch als Deoroller kann man richtig fesch sein. (Stephan Hilpold/Der Standard/rondo/11/02/2011)

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    Ein Loblied auf die Glatze.

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