Wintergrillen

27. Jänner 2011, 17:10
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Der zweifache Waldviertler Grillweltmeister Adi Matzek und der Dichterfürst haben eines gemeinsam: Sie würden gern auch im Winter grillen

Der zweifache Waldviertler Grillweltmeister Adi Matzek aus Horn am Hornerwald und der Dichterfürst haben eines gemeinsam: Sie würden gern auch im Winter grillen. Die Frauen halten sie deswegen aber für mindestens nicht ganz gescheit. Das mag damit zu tun haben, dass Frauen, wann immer es geht, vor rotem Fleisch flüchten. Sie nennen das "gesundheitliche Gründe".

Alle wissen, dass das eine Lüge ist, weil sie Gerippe im Bikini meinen. Sie nehmen im konkreten Fall die kalte Jahreszeit als billigen Vorwand, um drinnen in der Wohnhöhle über Endzeiterscheinungen wie einem Induktionsherd mit noch vor 50 Jahren zu Recht als Unkraut eingestuften Verirrungen wie Rucola und aus Asien eingeflogenen Garnelen zu experimentieren. Als Adi Matzek bei einem Schaugrillen im Sommer Garnelen und andere exotische Tiere wie "Schollenfilets" oder "Branzinos" auf den Rost legte, musste er sich übrigens von besorgten Waldbewohnern wie dem Dichterfürsten fragen lassen, ob es heute schon auch noch etwas Richtiges zu essen geben würde.

Selbst der mit allen Meereswassern gewaschene Weltmeister, der in weltweiten Großstädten wie Wien ein- und ausgeht, musste diesbezüglich klein beigeben und zerknirscht spielen. Schließlich kann das leicht in die falsche Richtung gehen. Eines Tages kocht er nur noch für Frauen.

Jedenfalls, das mit dem Wintergrillen wird von einer Menschheitshälfte nicht so richtig angenommen. Das führt dazu, dass der Dichterfürst im Winter eher muffig ist und erst wieder im Frühjahr gemeinsam mit den Käsekrainern auftaut. (Christian Schachinger, Rondo, DER STANDARD, 28.01.2011)

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