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Ein nicht enden wollendes Bad in Basilikum - so weit einer der vielen guten Vorsätze, die sich unser Kolumnist für das noch junge Gartenjahr vorgenommen hat.
Revuen haben zum Jahreswechsel Saison. Aber auch der Blick vorwärts, die Prognose samt Vorsatz, fehlt nur selten. Faumas florales Zwotausendzehn zum Beispiel war das übliche Kalt-Warm zwischen schöner Überraschung und erwartetem Frust.
Wie jedes Jahr begann auch die abgelaufene Gartensaison mit einer kummervollen Bestandsaufnahme der Winterleichen, einer kühnen Prognose zu möglicherweise Überlebenden und jeder Menge guter Vorsätze. "Aber diesmal wird die Rabatte im großen Trog ein Blütenmeer!" war mein wesentliches Vorhaben für 2010. Zu diesem Behufe tauschte ich die komplette Erde aus, füllte handgesiebte, kasachische Bio-Braunerde auf ägyptischen Überschwemmungschlamm und überzog dieses humose Ildefonso mit einer dünnen Schicht edelster Kompostvariationen.
Vorsichhinkümmern
Setzlinge wurden ins Erdreich gedrückt, Samen gestreut und Unkräuter gezupft - doch es half wieder nichts. In dem vermaleideten Holztrog will einfach nichts g'scheit gedeihen - ich habe ihn diesen Herbst auf ein Eichkatz'l zusammengehackt. Mmm, tat das gut, ihn in CO2, Ruß und Asche aufgehen zu sehen. Wobei der Hahnenfuß Herbstanemone dort schon sehr brillierte, mir aber das Blatt-Blüten-Verhältnis doch ein wenig unbotmäßig übertrieben schien. Die lässt ja links und rechts von sich gar nichts zu, beschattet jeden Keim zu Tode und glaubt, dass sie mit ihren lächerlichen Blütenköpfchen mich, ihren Halter, besänftigen kann. Weit gefehlt - sie wird als feiner Kompost im Jahr Zwotausendundelf anderen Pflanzen zur Pracht verhelfen - meine späte Rache.
Zu den erwarteten Frustmomenten gehört auch das nun schon Jahre andauernde Vorsichhinkümmern der Nina-Weibull-Rose. Ein Blättchen hier, ein Knosperl da und aus. Mehr macht sie nicht, mehr kann sie eventuell nicht, und zu mehr ist sie eventuell einfach nicht bereit, da ich es einst gewagt hatte, weiße Katzenminze zu ihr in den Tontopf zu setzen. Die will übrigens auch nicht. Damit ist sie im Bunde mit dem prächtig gedeihenden Perückenstrauch, der zwar endlose Triebe in den Himmel schießt, aber nicht im Traum daran denkt zu blühen. Zwotausendundelf wird für ihn das Jahr der Entscheidung, das habe ich ihm schon mehrmals im Vorbeigehen kritischen Blicks zugeflüstert.
Ein Meer an Rudbeckien
Größe braucht Berechtigung. Alle Berechtigung der Welt haben bei mir die brave Säckelblume Ceanothus, ein veritabler Blütenbaum, und all die Engelstrompeten. Während dem wintergrünen Blaublühmeister Ceanothus arboreus die Kälte und sein Schattenplatz nichts anhaben können, danken mir die Trompeten die winterliche Fürsorge jeden Spätsommer mit exzessivem Blütengangbang, yellows-on-whites und deepnosing. So viel zum Rückblick, der beim Garteln sowieso immer auch ein Ausblick ist.
Aber was nimmt sich Fauma für seine Flora 2011 vor? Ich möchte baden! Ich möchte kommenden Spätsommer in einem Meer an Rudbeckien baden. Auch das Basilikumbad möge ausgiebig werden, und erstmals sollen die Essbaren eine eigene, sonnige Ecke erhalten. Gräser sollen im Wind wogen, und mein übersiedelungsbedingter Kletterrosen-Bonsai soll wieder seine alte Pracht entfalten. Und die Nina Weibull? Ach, soll sie doch weiterschmollen, das steht ihr gar nicht schlecht. (Gregor Fauma/Der Standard/rondo/21/01/2011)
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