Wer Bubi ein wenig kennt, befürchtet jetzt das Schlimmste...
Bubi und Franz stehen abends vor der Haustür und unterhalten sich. Wackelt ein Betrunkener vorbei und sagt: "Ah, Brokeback Mountain. Na, seid nicht so. Gebt euch halt ein Bussi."
Wer Bubi ein wenig kennt, befürchtet jetzt das Schlimmste. Bubi aber hat kürzlich bei Jim Jarmusch den Weg des Samurai studiert und atmet zweimal tief und weise durch. Das ist die Strecke, die die Interkontinentalraketen zurück aus den Augenhöhlen hinter die Großhirnrinde brauchen. Dabei müssen sie sich gegen fixe Programmabläufe stemmen, die während 200 Jahren Wirtshausraufereien von führenden Zechen entwickelt wurden.
Eine Zeche muss man sich als historische rurale Vorform einer krassen Gang aus den Ghettos von Wien-Ottakring oder Linz-Franckviertel vorstellen. Statt schwerer goldener Ketten trug man damals allerdings welche von gestohlenen Fahrrädern; etwa bei in die Geschichte eingegangenen Anlässen wie diversen Urfahraner Kirtagen oder dem großen Sauwalder Junggesellensterben aus dem Jahr 1876. Man verwendete die Ketten aber nicht als Schmuck. Kunststück, damals waren Waffen wie BMW, Springmesser oder Pitbull noch nicht erfunden.
Bubi jedenfalls atmet tief durch und sagt freundlich zu dem lustigen Herrn, dass es möglicherweise besser sei, wenn dieser sich als Paradebeispiel eines gewöhnlich für nicht ganz gescheit angesehenen Hausschweins in Gottes weiter Welt im Nirgendwo ver-tschüssen möge. Als der Herr daraufhin etwas antwortet, reagiert Bubi sichtlich erleichtert - und geht ihm nach. Dumme weiße Männer. (Christian Schachinger/Der Standard/rondo/21/01/2011)