Wein im Bild

16. Jänner 2011, 18:47
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Stuart Pigotts "Weinwunder Deutschland" macht Freude, meint Luzia Schrampf

Das Bild vom Wein, das Weinfans ganz allgemein vorgesetzt wird, ist ein hochromantisiertes: Sonne und Rebstock als einzige Protagonisten, der Winzer schreitet versonnen durch die Reihen und zupft mit einer Uralt-Harke hier und dort ein Unkräutlein weg. Mit dem tatsächlichen Winzer-Alltag heute hat das wenig zu tun, Technik und Maschinen werden generell ausgespart, noch viel mehr die wirtschaftliche Seite, weil diese Aspekte am hehren Bild vom Naturprodukt Wein kratzen könnten.

Stuart Pigott, britischer Wein-Autor aus Berlin, hat es wieder einmal anders gemacht. Im Weinwunder Deutschland, als Buch und als TV-Doku herausgekommen, werden diese üblichen reblausromantischen Schönbilder in die Realität zurückgeholt. Mit seinen Gesprächspartnern aus der Weinszene, mit Winzern, Händlern, Lehrern, Forschern und anderen, erklärt er die Riesling-Renaissance beim Nachbarn Deutschland oder was das Rotweinwunder dort ausmacht. Beantwortet werden Fragen, die sich jedem Wein-Interessierten, nicht nur in Deutschland, schon aufgedrängt haben: ob auch in Großbetrieben wirklich feiner Wein entstehen kann, ob "Öko" eine reine Mode- und Marketing-Angelegenheit ist und was denn einer, der mit Mondphasen arbeitet, nun konkret anders macht. Die Befragten antworten ohne großartiges Marketing-Speak und vertreten dabei auch durchaus kontroverse Ansichten. Prädikat: empfehlenswert. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/14/01/2011)

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  • "Weinwunder Deutschland", 29,90 EURO (Tre Torri Verlag). Die Sendereihe 
wird in der zweiten Hälfte 2011 auf Bayern BR fortgesetzt.
    foto: hersteller

    "Weinwunder Deutschland", 29,90 EURO (Tre Torri Verlag). Die Sendereihe wird in der zweiten Hälfte 2011 auf Bayern BR fortgesetzt.

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