BIER IM GEREDE

Heiliger Bock!

24. Dezember 2010, 17:52
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    foto: matthias cremer

    Erst ein, dann zwei, dann drei, dann Bier - dann steht das Christkind vor der Tür.

Warum man gerade vor Weihnachten Starkbier trinkt, erläutert Conrad Seidl

Letzte Woche gab es im Standard ein Spiel, dessen Teilnehmer folgende Frage beantworten sollten: "Weihnachtszeit ist Bockbierzeit. Wie kam es dazu?

1) Weil der Ziegenbock an der Weihnachtskrippe fehlt.

2) Weil Bock das Fastenbier im Advent war.

3) Weil Bockbier gut zu Gans und Karpfen passt."

Antwort eins ist recht originell, schließlich soll es Weihnachtskrippen geben, die mit Teddybären und Spielzeugsauriern aus dem Kinderzimmer dekoriert werden. Aber wir belassen es bei Ochs und Esel.

Und tippen auf die kulinarische Antwort Nummer drei. Zweifellos ist das kräftig eingebraute Bier geeignet, Gänsefleisch und Gänsefett leichter verdaulich erscheinen zu lassen. Und der Karpfen gehört zu jenen Fischen, die auch kräftiger gehopfte Biere, wie es die modernen Böcke sind, nicht allzu übel nehmen. Aber das ist keine historisch haltbare Begründung, warum das Starkbier zum Weihnachtstrunk wurde.

Adventzeit ist Fastenzeit

Vielmehr handelt es sich beim Weihnachtsbock gar nicht um einen Weihnachtstrunk, sondern um ein für den Advent gebrautes Bier. Richtig ist also Antwort zwei - auch wenn heute schon vielfach vergessen ist, dass die Adventzeit früher (bis 1917) als Fastenzeit gegolten hat: Da hat man den weihnachtlich vollen Tisch mehr zu schätzen gewusst. Und man hat sich in den Wochen davor mit kräftigem Bier darüber hinweggetröstet, dass der fromme Christ eben nicht (oder zumindest nicht sättigend) essen durfte. Doch galt die Regel "Liquidum non frangit ieiunium - Flüssigkeit bricht das Fasten nicht".

Oft wird diese Regel mit der Anekdote unterlegt, dass deutsche Mönche dem Papst ihr Bier zum Kosten geschickt hätten, auf dass der Heilige Vater beurteilen möge, ob dieses als Fastentrunk zulässig wäre. Nach langer Reise sei dieses Bier verdorben in Rom angekommen und sei dem Papst als wahrer Büßertrank erschienen. Das aber ist nicht belegt. Und es ist auch nicht sehr wahrscheinlich, dass das gestimmt hat: Denn die nach "Einbecker Art" gebrauten (und daher "ein Bock" genannten) Biere waren aufgrund ihres hohen Alkoholgehalts und ihrer kräftigen Hopfung schon immer sehr gut haltbar. So gut, dass im 13. Jahrhundert die Universität Salerno Einbecker Bier als "vinum bonum", also als "guten Wein", qualifiziert hat. (Conrad Seidl/der Standard/rondo/24/12/2010)

Kommentar posten
23 Postings
sturmy
00
26.12.2010, 08:40
weil i an Bock drauf hob.....

Ein nitupsaR
 
00
25.12.2010, 22:27

Weil's schmeckt. :o)

ulenspygel
113
25.12.2010, 13:18
So etwas wie Bockbier kannten bereits die alten Germanen, und das vor ihrer Christianisierung.

Der Grund ist ein einfacher physikalischer: in den im Winter gelagerten Fässern bildete sich an der Oberfläche eine Schicht aus Wassereis, die regelmässig entfernt wurde und sukzessive den Alkoholgehalt des Bieres darunter erhöhte. Was ja nicht unerwünscht war.
Der Bock war damit einfach jenes Bier, das nur bei entsprechend tiefen Temperaturen in dieser Stärke hergestellt werden konnte, also etwa von der Wintersonnwende bis zum Frühlingsbeginn.

Bier Teufel
00
26.12.2010, 16:14
so wie das "sink the bismark"

von der brewdog brauerei in schottland: die haben solange das eis herausgefroren, bis nur mehr ein 41%iges konzentrat übrig geblieben ist. auch wenn ich kein schnapsfreund bin, aber die hopfen und malzaromen die dort aufkonzentriert wurden sind einfach eine wucht! auch wenns nicht billig war, ein gaanz großartiges "bier".

bixente uhudla
 
01
25.12.2010, 18:12

das war aber eher ein zufallsprodukt und wurde nicht bewusst und mit absicht als starkbier gebraut...

gelegentlich werden ja auch heute wieder solche eis/ice biere gebraut,die sind dann eben stark aber vom geschmack her längst nicht so vollmundig wie richtiges bockbier,bei dem man eben schon die maische von beginn an und mit vollster absicht mit einer viel höheren stammwürze als für normal bier zubereitet

ulenspygel
01
25.12.2010, 16:19
Noch ein kleiner historischer Rundumschlag

Das Christentum war ein mediterraner Kult, wo man mit dem "Blut Christi" , dem Weine, reüssieren konnte (siehe Das Letzte Gelage, NT). Die Mönche, die von dort ausgehend, von Irland bis Germanien die Menschen von Teutates, Thor und Wotan befreien wollten, merkten sehr bald, dass die Traube dort recht sauer schmeckte und nur zu liturgischem Zwecke geschluckt werde.
Sie begriffen aber sehr bald das traditionelle verfahrenstechnische Trennverfahren der Germanen und Kelten bei der Cervisia. Und in jahrhundertelanger Wühlarbeit schafften sie lokale Monopole für die Volksdroge, wie auch die zahlreichen Stiftstbrauereien u.a. im bayrischen Raum belegen.

"WILLKOMMEN" - im Sumpf der Verblödung!
 
10
25.12.2010, 10:06
weil der seidl für ein seidel bier im einen grund findet.

AllerHand
00
25.12.2010, 14:32
über ein Krügel zu schreiben ist er eine Nummer zu klein?

"WILLKOMMEN" - im Sumpf der Verblödung!
 
21
25.12.2010, 10:10
übrigens - die fragen haben bingo-show-niveau.

systemfehler1
01
25.12.2010, 10:23
Es gibt eine Frage:

Wie kam es dazu?

"WILLKOMMEN" - im Sumpf der Verblödung!
 
00
26.12.2010, 09:52
sie haben recht. die fragestellung hat ...

systemfehler1
00
25.12.2010, 10:06
Die Böcke, die unsere Politiker

unterm jahr schießen, sauf´ ma dann Weihnachten uns Ostern, um das im Kopf noch auszuhalten.

Danke übrigens für die nette Story :-)

Mr. Bubbles
04
24.12.2010, 22:32

nur eiskalt und nicht mehr als 2 flaschen... das rächt sich sonst am nächsten tag übelst ;)

bixente uhudla
 
04
25.12.2010, 18:16

nur schlechtes bier sollte man eiskalt trinken,weil die kälte eben verhindert,den geschmack des bieres wahrzunehmen...

ist das selbe beim whisky,guten whisky(singlemalts) sollte man mindestens bei zimmertemperatur trinken und niemals on the rocks(verdünnen mit nicht kaltem wasser ist auch ok...)...

Dhimmi
81
25.12.2010, 18:24
Mal ehrlich: Hat ein Bier oder ein Rotwein einen guten Geschmack?

Es handelt sich wohl eher um anerzogene Kategorien.

bixente uhudla
 
06
25.12.2010, 19:17

natürlich haben bier und rotwein geschmack...aber geschmäcker sind auch verschieden-wenn's ihnen nicht schmeckt ist das schon so in ordnung,aber behaupten sie bitte nicht,bier und rotwein hätten keinen geschmack,bloß weil die sachen ihnen nicht schmecken...

Club-der-dichten-Toten
01
25.12.2010, 13:16

Na, eiskalt nicht.
Ich trink's gerne so mit 10-12 Grad (also aus dem Eiskasten nehmen und ~15-20 Minuten stehen lassen), da kommt für mich der Geschmack richtig zur Geltung.

boris2
00
25.12.2010, 18:10
Sag das den Wirten

die klühlen das Bier Sommer wie Winter das Bier um die 6°. Im Winter ist es dann zu kalt. Er soll die Bierkäste auf der Kellerstiege lagern.

himalayalamih
00
26.12.2010, 10:42
auf da köllaschtiagn

Hals- und Beinbruch!

watermelon
03
24.12.2010, 23:32

eiskalt? nie und nimma, zimmertemp. ist sehr fein weng ´an gschmack;-)

Mr. Bubbles
00
25.12.2010, 02:04

Also ich weiss ned ;)

systemfehler1
01
25.12.2010, 10:07
A bisserl unter Zimmertemperatur.

Aus dem Eis und chambrieren lassen :-)

bobby_peru
01
24.12.2010, 20:56

a liabe gschicht....

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