Beziehungen halten länger, wenn Männer nachts beim Heimkommen auf dem Sofa übernachten
Eine halbwegs repräsentative Umfrage unter Freunden, denen man trotz eines idealen Alters für eine leicht verfrühte Mittlebenskrise noch immer einen Drang zum unbelehrbaren Lumpentum zutraut, hat jetzt Folgendes ergeben: Beziehungen halten länger, wenn die Männer nachts beim Heimkommen nicht auf das Schlafzimmer zusteuern, sondern sich mit ihrer Restvernunft gleich aufs Sofa legen. Da kann man am nächsten Tag leichter Schwamm drüber sagen, die Löschtaste drücken und einen Neustart versuchen.
Wichtig in diesem Zusammenhang: nicht zu früh aufstehen! Die Welt könnte noch wackeln. Man darf auch um Gottes Willen nicht versuchen, aus einem überzogenen posttoxischen Schuldgefühl heraus Kaffee zu kochen und im Schlafzimmer ans Bett zu servieren! Selbst Profis vergessen dabei gern einmal darauf, sich vorher die Zunge zu rasieren und die Röte aus den Augen zu waschen. Niemand will das sehen. Wenn man auf dem Sofa schläft, also nach drei Uhr nachts heimgekommen ist, hat man meist etwas Gastronomisches getan, das die Haberer zwar sportlich imposant, die Frauen aber durchwegs scheiße finden. Eine Tasse Kaffee macht das nicht wieder heil.
Am gescheitesten ist es, sich gründlich auszuschlafen und sich dann, frisch geduscht und gekampelt, in nüchternem Ton zu entschuldigen. Auch von Blumen, Kleiderspenden und etwaigen Wahnsinnsbeteuerungen, eine Woche lang sämtliche Haushaltsaufgaben zu übernehmen, ist dringend abzuraten. Sie weisen auf ein Vergehen hin, das möglicherweise gar nicht so schlimm war. (Christian Schachinger/der Standard/rondo/24/12/2010)