Party hard

19. November 2010, 17:15
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Bubi war jetzt auch beim Doktor - Bei dem habe er bei der Analyse der Befunde keinen Tschick angeboten bekommen

Eines Tages ist Bubis Vater von der Gesundenuntersuchung nach Hause gekommen, habe gesagt, es sei alles in bester Ordnung. Und er hätte nie wieder eine Zigarette angerührt. Das habe die Mutter doch ein wenig stutzig gemacht. Aber wenn einer nichts zu sagen habe, könne er eben nichts erzählen.

Bubi war jetzt auch beim Doktor. Bei dem habe er zwar bei der Analyse der Befunde keinen Tschick angeboten bekommen. Das ärztliche Bonmot, Bubi sei zwar im Großen und Ganzen kerngesund, habe aber ein "oberösterreichisches Blutbild", machte ihn dann aber doch unruhig. "Oberösterreichisches Blutbild", so Bubi, lasse zwar auf eine körperliche Konstitution schließen, wie man sie sonst von Büffeln kennt. Möglicherweise spiele der Mediziner aber auch auf jene Werte Bubis an, die auf das in seiner Heimat gängige Dreiergespann Cholesterin, Leber, Blutdruck verweisen. Die Lunge sei da außen vor, der Arzt rauche schließlich selber.

Optimisten führen dies auf die dortige Lebensart zurück. Sprich: Wer hart arbeitet, muss auch hart feiern. Pessimisten erkennen in dieser Formulierung allerdings Werte, die auf Schweinsbraten, Stammwirt und Ärger mit der Umwelt deuten. Gleich nach den Weihnachtsfeiern werde Bubi jedenfalls die Sache ernsthaft in Angriff nehmen. Die Metabolic-Balance-Diät vom Herbst sei dabei ein modischer Blödsinn gewesen. Das könne gar nicht greifen, weil die Genetik Nein dazu sage. Bubi plant für das nächste Jahr einen neuen Wochenplan: fünf zu zwei. Wobei beim Gesundsein die Langweile das Schlimmste sei. (Christian Schachinger, Rondo, DER STANDARD, 19.11.2010)

  • "Oberösterreichisches Blutbild" lasse auf eine körperliche Konstitution schließen, wie man sie sonst von Büffeln kennt.
    foto: derstandard.at

    "Oberösterreichisches Blutbild" lasse auf eine körperliche Konstitution schließen, wie man sie sonst von Büffeln kennt.

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