Bock trifft Sekt

14. November 2010, 17:17
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Conrad Seidl über die neuen Luxus-Biere

Das Produkt heißt "Frizzz", und von der Aufmachung könnte es als Champagner durchgehen. Das Bier aus der Salzburger Weißbierbrauerei "Die Weisse" ist nicht das erste derartig herausgeputzte Bier - aber es kommt als moderne Form des Weihnachtsbocks gerade zur rechten Zeit. Dabei geht es nicht um einen reinen Marketing-Gag mit dem Anspruch, eine Flasche Bier deutlich teurer als zehn Euro verkaufen zu können.

Vielmehr haben Brauer beim Experimentieren mit verschiedenen Hefestämmen herausgefunden, dass die für die Sekt- und Champagnerherstellung verwendeten Hefen nicht nur besonders lebensfeindlichen Bedingungen (hoher Druck und relativ hoher Alkoholgehalt am Ende des Gärverlaufs tun Hefen im Allgemeinen nicht gut) trotzen. Diese Hefen erreichen auch eine hohe Endvergärung - was wiederum besonders trocken schmeckende Biere ergibt.

Für den gewünschten Effekt braut man Bierwürzen in Doppelbock-Stärke, vergärt sie mit obergäriger Hefe (beim "Frizz" ist es die Weizenbierhefe) und unterzieht das entstandene Bier einer Nachgärung mit Sekthefe. Das Ergebnis ist fruchtig im Aroma, hat eine erfrischende Spritzigkeit, die die Süße verdrängt und einen trockenen Nachtrunk. (Conrad Seidl/Der Standard/rondo/12/11/2010)

  • Das Bier aus der Salzburger Weißbierbrauerei "Die Weisse" ist nicht das erste derartig herausgeputzte Bier.
    foto: "die weisse"

    Das Bier aus der Salzburger Weißbierbrauerei "Die Weisse" ist nicht das erste derartig herausgeputzte Bier.

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