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Nur gesunde Topfpflanzen machen gute Laune.
Wenn man gelehrten Menschen Glauben schenken möchte, so gab es die Pflanzen lange vor uns Tieren auf dieser Welt. Wer jedoch meint, kein Tier zu sein, möge sich folgerichtig zu den Pilzen zählen; die stehen dann nämlich noch zur Auswahl. Wir Menschen wurden also geradezu in eine grüne Welt hineinentwickelt und mussten diese Bedingungen einfach einmal so akzeptieren lernen. Seit gut zwei Millionen Jahren sind wir als Homo, wenn auch noch lange nicht als sapiens sapiens, auf dem Planeten Erde unterwegs, bevorzugt über denn unter Wasser und ernähren uns von allem, was langsamer ist als wir selbst. Das sind in erster Linie die Grünpflanzen.
Ist viel Grün um uns herum, so der Schluss, geht es uns gut. Weil wir es gewöhnt sind, weil unsere Stammesgeschichte entsprechend ausgestaltet ist, weil Wasser in der Nähe ist, weil wir Sättigung, Labung, Entspannung und Schutz in den chlorophyllbegrünten Lebensformen finden. Phytophilie nennt man dieses Phänomen, das uns schneller gesunden, besser wohnen und auch, potzblitz, schneller und effektiver denken lässt. Die Verhaltensforscherin Elisabeth Oberzaucher konnte dies mit einer Studie zeigen, in welcher Führerscheinprüflinge einmal mit und einmal ohne Pflanzenflor vor ihren Fragenkatalog gesetzt wurden. Die mit Pflanzen um sich herum waren schneller und effektiver bei der Führerscheinprüfung.
Mehr kognitive Kapazitäten
Schneller und effektiver denken - liegt vielleicht darin der Grund, dass Gärtner eher stille denn vorlaute Menschen sind? Liegt darin etwa die so gefürchtete Bauernschläue begründet? Oberzaucher fasst zusammen, dass Grünpflanzen uns den Stress nehmen, wodurch wir mehr kognitive Kapazitäten für andere Aufgaben hätten. Auf jeden Fall fällt auf, dass wir Menschen uns überall dort Grünflächen schaffen, wo wir uns niederlassen wollen. So gibt es Parkanlagen groß wie der Lainzer Tierpark, grüne Beserlparkflecken in grauen Schluchten, und die Stadt Wien erweitert regelmäßig die innerstädtischen Baumscheiben, umzäunt diese und gibt damit den Guerilla Gardeners die Möglichkeit, ihre Phytophilie zwischen Stoßstangen und Hundstrümmerln subversiv auszuleben. Sie setzen Blumenwiesen, Sonnenblumen und diverse Funkien in die Asphaltlücken, um ihrem Grüntrieb ein Ventil zu geben.
Aber wir einfachen Menschen gehen noch viel weiter: Wir werfen sogar den Toten Rosen hinterher, begrünen deren Ruhestätten und werden später einmal selbst, langsam vermodert, von gierigen Wurzelspitzen aufgesogen und damit zumindest teilweise zurück ans Licht gebracht. Phytophilie hat aber nicht nur diese schönen, sondern auch ihre perversen, abartigen Seiten. Diese äußern sich zum Beispiel in Form von Ficus-Benjamin-Töpfen in sämtlichen öffentlichen, überdachten Räumen Österreichs. Halb am Verdursten, erstickend am Staub und kahl vor Hunger nach Licht stehen sie in der Regel traurig, weil unbemerkt da. Nicht minder widerlich sind die kilometerlangen Thujenhecken, die das Land in kleine, uneinsehbare Kasteln stückeln; kleine Kasteln, in denen die Urheber dieser gärtnerischen Verbrechen offensichtlich gerne leben. Das sollten sie einmal messen, die Verhaltensbiologen, den ekelbedingten Stress unter dem Einfluss von Thujen - die würden sich wundern! Und umschreiben müssten sie wahrscheinlich ihre Lehrbücher auch, sorry. (Gregor Fauma/Der Standard/rondo/12/11/2010)
Bohne, Zucchini und Kürbis brauchen eine Stütze - Die ist ihnen der Gärtner, der im Mai ausreichend Rankhilfen aufstellt, weil das junge Gemüse sonst bald den Kopf hängen lässt
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Der Herbst ist der Höhepunkt des Gartenjahres - so zur rechten Zeit vorgesorgt wurde
Stellen Sie sich vor, Sie sind Psychiater, und ein Garten kommt zu Ihnen - Redet er ständig vom Dachs, hat er keinen Dach(s)schaden - Das Problem liegt tiefer. Also beim Boden, meint Gregor Fauma
Das Nachtschattengewächs mit dem heißumstrittenen Namen wird gern auf dem Balkon gezogen - Gregor Fauma über Theorie und Praxis der Tomate
Die Kiwi und ihre Klischees: Die populäre Neuseeländerin ist in Wahrheit gebürtige Chinesin, und dass sie in Österreich nicht reifen mag, ist auch Blödsinn
Wenn die Groupies kommen, kriegt Gregor Fauma zwar Schampus verehrt - aber anstrengend ist es schon
Zurückstutzen oder wuchern lassen? Das ist die Frage, die über die Süße der Trauben entscheidet - Gregor Fauma gibt Tipps für die Rebenpflege
Dass der Wind noch selten etwas Gutes gebracht hat, können Gärtner aus ganzer Seele bestätigen - Gregor Fauma über den Feind der zarten Blüte
Erschöpfend war das Nichtstun des Sommers, jetzt aber darf Gregor Fauma umso intensiver garteln
daß hinter akkuratest geschnittenen 4m hohen Thujenhecken ganz kleine Geister hocken, die den ganzen Tag über aufpassen, wer wann Rasen mäht oder ob ein Kind lacht. (Ausnahmen bestätigen die Regel)
Man kann doch so pflegeleichte und hübsche Hecken setzen...
Einzelne Thujen, wachsen gelassen, sind sehr hübsche Bäume (mMn)
Das wird im Prinzip sicher oftmals zutreffen; es fehlt eben in unserer Kultur an einer echten und tiefen Beziehung zu Pflanze und Garten; ein echtes Bedürfnis nach Gartenkultur besteht kaum, oder ist die Ausnahme; die gärtnerischen Vorstellungen der Menschen, die sich ein Stück Garten „zumuten“ sind, vorsichtig ausgedrückt, oft von einfacher Struktur. Aber so ist das im Leben. Ich verwehre mich nur dagegen, dass eine Pflanzenart, in Unkenntnis ihrer Geschichte und Bedeutung, seit Jahren als Feindbild für gestalterisches Unvermögen missbraucht wird!
die das Land in "kleine Kasteln stückeln, in denen die Urheber dieser gärtnerischen Verbrechen offensichtlich gerne leben".
Dabei hat er erst vor vierzehn Tagen in selbiger Pixelzeitung die Einkastelung seines Gartens im Gersthofer Cottage mittels einer Hecke als prioritäre Aufgabe bezeichnet.
Zitat: "Wintergrün und blickdicht" – (Ein Kasterl halt, was sonst?) - soll die "grundstückbegrenzende Laubwand" des Faum sein, und ohne sich als gärtnerischer Verbrecher zu fühlen, fragt er den p.t. Leser nach Tipps.
Wie wär’s denn mit Scheinzypressen?
Sieht aus, riecht und ist blickdicht wie die Thuje, ist aber keine, so daß sich der Faum auch weiterhin vom noblen Cottage Kasterl aus über den Plebs mit seinen ekeligen Thujen echauffieren kann.
Das A, mein verehrter Faum, gibt’s erst wieder zurück, wenn sie meinem lieben Freund, dem armen "Ficus Benjamin" [sic!] das Seinige zurückgeben!
Ficus benjamina! Mit A! Ist das so schwer?
Dieser wurde immerhin im Jahre 1767 von Carl Nilsson Linnaeus höchstpersönlich mit diesem Namen geadelt.
Eine Pflanze, die seit mehr als 250 Jahren die stickige Luft unserer Behausungen filtert und dabei stets unaufdringlich und genügsam unser Auge erfreut hat, hat es wahrlich nicht nötig, sich von irgendeinem Pixelzeitungsjournalisten des A’s berauben zu lassen!
Wenigstens in der Wikipedia könnte der Faum, der ja auch Biologie studiert haben soll, nachschlagen, wenn schon nicht im Strasburger oder Zander.
Solch Ignoranz ist ja geradezu peinlich!
setze ich mittlerweile blumenableger, die ich im garten ausgrabe (statt sie wegzuwerfen), an flußufer und an andere halbverwilderte öffentliche flächen in der hoffnung, dass sich zumindest die bienen freuen.....
Dem Phytohedonismus zum Trotz: Ficus b. und Thuja o. sind beides alte Kulturpflanzen; sie können gefallen oder eben nicht. Für den oft schlechten Geschmack und die fehlende Phantasie von Gestaltern oder die mangelnde Pflege ist wohl nicht die Pflanzenart verantwortlich zu machen! Und das Gejammer um die Thuje war vielleicht in den 1970-iger Jahren originell, neu und megarevolutionär, mittlerweile ist es etwas abgeschmackt und abgegriffen...vielleicht findet man einmal einen neuen gemeinsamen „Phytofeind“, wie wäre es mit Kopfsalat oder den Dumping-Orchideen, die das „einfältige“ Völkchen auch so gerne kauft? Sichtlich lebt es sich eben in einer „sauteuer“ gekauften Eibenhecke vom Starbaumschulisten gleich viel stilvoller eingekastelt!
der aktuell wichtigste phytofeind heißt eindeutig "rucola"!
als das zeug noch "rauke" hieß, hat es keine sau interessiert.
kaum hat es einen italienischen namen, haut es jeder halblustige möchtegernhaubenkoch in rauhen mengen überall rein und drüber, es ist zum davonlaufen...
nur der hang, überall diese concvenience-balsamico-zuckerwasserpampe drüberzuleeren ist noch schlimmer. in besonders schlimmen fällen kommt letztere auf ersteren.... uäähhhhh ;)
Die Thujenheckenantipathie mag mittlerweile etwas abgeschmackt sein, sie ist trotzdem noch immer aktuell. Gerade weil die bestehenden hecken mittlerweile in die Jahren kommen. Thujen altern nämlich in der Hecke nicht schön. Leider werden auch immern och Thujen gesetzt.
Warum die 70er in der Park- und Gartengestaltung immer noch wichtig sind? Weil Bäume Jahrzehnte alt werden (no na). Und mit diversen Baumschutzgesetzen kriegt man sie auch nicht mehr los. Nur die Biester werden immer größer (no na²) und was vor 40 jahren lockerer Bewuchs war ist heute dichter und dunkler Wald. Die Koniferenbegeisterung früherer jahrzehnte fällt uns heute sehr auf den Kopf.
Moment, verwechseln Sie hier bitte nicht Begrifflichkeiten. Es ging um Thujen im Garten in Wohngebieten und nicht um solche im Wald (im Sinne des Forstgesetzes). Wälder aus reinem Thujenbestand sind in Österreich wohl eher die Ausnahme; eine „Alien species“ mit brutalem Ausbreitungsdrang in die Landschaft ist die Thuje wohl ebenfalls kaum; es bleibt also bei einer reinen Geschmacksfrage. Heimisch ist im Garten das wenigste, muss es wohl auch nicht! Das gilt auch für Stadtbäume im allgemeinen! Erlaubt ist, was gefällt! Das wiener Baumschutzgesetz mag in Bereichen diskussionswürdig sein, wird aber auf Hecken nicht anzuwenden sein; Schnitt- und Pflegearbeiten werden dadurch auch nicht berührt.
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