Bestes Kochgeschirr der Welt

Die Pfannenpresser von Canonsburg

12. November 2010, 17:32
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    Was unter hohem Druck zu einem Top-Reindl geformt werden will, muss zuvor in Schichtarbeit aus Metallplatten zusammengesetzt werden.

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    Edelstahl, Alu und Kupfer werden dauerhaft verbunden.

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    Das Polieren von Hand wirkt fast wie eine Antihaft-Beschichtng.

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Seit 40 Jahren wird ausgerechnet in Amerika das angeblich beste Kochgeschirr der Welt hergestellt - Katharina Seiser hat sich die Produktion in Canonsburg, Pennsylvania, angesehen

Die Pfannenfabrik steht auf der grünen Wiese und ist mit einem Garagentor aus Glas verschlossen. Drinnen sind die Arbeiter mit Gehörschutz und dicken Handschuhen aus gelbem Stoff ausgestattet. Saugnäpfe spielen eine tragende Rolle. Und, natürlich, Metall. Südlich von Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania liegt die kleine Gemeinde Canonsburg. Dort hat All-Clad seinen Sitz. Der Name ist in den USA bei Profiköchen und -köchinnen wie Kochbegeisterten gleichermaßen bekannt. In Europa kennen noch vergleichsweise wenige Kulinarik-Freaks die Marke, obwohl auch hierzulande längst Spitzenköche wie Christian Petz oder die Gebrüder Obauer in Werfen damit kochen.

Im Allerheiligsten des Werks werden Metallplatten aus Edelstahl, Aluminium und Kupfer in einem ziemlich einzigartigen Prozess hochfest miteinander verbunden. Darin liegt das Erfolgsgeheimnis der Pfannen von All-Clad: Dass sie die jeweiligen Produkteigenschaften dieser klassischen Küchen-Metalle in einer Pfanne, in einem Topf verbinden können: Die besondere Hitzeleitfähigkeit von Kupfer und Alu, die natürlichen Antihaft-Eigenschaften hochpolierten Edelstahls (sowie dessen einfache Pflege) und das geringe Gewicht von Aluminium. Der Prozess muss extrem staubarm ablaufen, deshalb wechseln die Arbeiter bis zu 20-mal pro Schicht ihre Stoffhandschuhe.

Gleichmäßige Hitze

Die Metalle - alle aus den USA - werden in Rollen angeliefert, zugeschnitten, aufgeraut und so aufeinandergelegt, dass die Maschinen unter Druck und bei rund 1000 Grad Hitze daraus jene Mehrschichtplatten pressen können, aus denen das Kochgeschirr geformt wird. Sechs Serien gibt es in den USA, drei in Europa: den Klassiker "Stainless", das trotz Kupfer induktionstaugliche "Copper-Core" und die gerade auf den Markt gekommene Profiserie "d5". Kochgeschirr aus mehreren Schichten Metall hat nicht nur All-Clad im Portfolio. Was die amerikanischen Pfandln und Reindln aber so einzigartig macht, ist, dass Boden, Biegezone und Rand jeder Komponente die genau gleiche Wandstärke haben, was nur durch langsames Umformen gelingt. Hier findet man keine Sandwichböden, keine dünnen Wände und damit auch keine unterschiedlich heißen Zonen. Die Pfannen sind extrem verwindungssteif, sie halten die Hitze konstant und sie heizen sich sehr schnell auf. Kühle Griffe und perfekt polierte Oberflächen darf man bei Preisen von 100 Euro aufwärts erwarten. Dafür gibt es auch lebenslange Garantie auf jedes Reindl.

All-Clad wurde 1971 von John Ulam gegründet, einem Metallurgen, der über 50 Patente auf Metallverbindungen hielt. Für Patronenhülsen, aber auch für Geld, konkret die Quarter- und Dime-Münzen der U. S. Mint. Weil es Ulam leid war, Metallreste wegzuschmeißen, begann er, Pfannen und Töpfe daraus herzustellen. Schon damals, Anfang der 1970er-Jahre, holte er sich fachlichen Rat von Köchen aus Pittsburgh.

Heute sind es nicht lokale Kochgrößen, sondern Superstars wie Thomas Keller, der wohl angesehenste unter den US-Spitzenköchen (The French Laundry, Per Se). Mehrmals pro Jahr treffen sich Fachleute mit dem Meisterkoch und anderen "Hot Chefs" wie David Chang, Jean-Georges Vongerichten, Daniel Boulud und bald auch René Redzepi (Noma, Kopenhagen). Ziel: Feedback von der Küchenfront einholen. Dabei geht es weniger um die Metalle und deren genaue Stärke oder Zusammensetzung, sondern vielmehr um die Praxistauglichkeit auf Hochleistungs(induktions)herden, um Formen, Größen und Details wie die Form der Griffe.

Präzises Arbeiten

Die besonders gute Wärmeverteilung, die einfache Reinigung und die Griffe nennt auch Christian Petz als Erstes, wenn es um die Vorzüge der US-Pfannen geht. Da gingen die Griffe dank Stahlnieten nicht mehr ab - üblicherweise neben verzogenen Böden der Hauptgrund für ausrangiertes Kochgeschirr in der Gastronomie. Wofür All-Clad besonders gut geeignet sei? Das Geschirr ermögliche präzises Arbeiten bei niedrigeren Temperaturen, zum Fischbraten und für Risotto zum Beispiel, sagt Petz. Weil: Anbrennen würde da gar nichts.

Von beschichteten Pfannen hält der einstige Vier-Hauben-Koch ohnehin nicht viel. Ob All-Clad auch Nachteile habe? Vergleichsweise schwer sei es, meint Petz, dass man sich aber rasch an das Gewicht gewöhne, er sowieso gerne was in der Hand habe. Und: "Die guten Eigenschaften können ja nicht von nix kommen."

Auf Nachfrage, ob er das im Vergleich zu reinem Kupfer, dem angeblich heiligen Gral der Küche, auch so sehe, sagt er: "Wer kocht schon heute noch mit Kupfer?" Selbst das Argument "teuer" lässt er nicht gelten: Die Dinger könne man schließlich seinen Kindern vererben. Und langsam, mit einem Teil anfangen - oder sich eins schenken lassen. Oder man reist zum halbjährlichen Werksverkauf nach Canonsburg. Der nächste findet am ersten Dezemberwochenende statt. (Katharina Seiser/Der Standard/rondo/12/11/2010)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 54
1 2
chilli p.
01
19.11.2010, 09:43

es geht nix über meinen fetten le creuset-topf.

tramezzino
00
15.11.2010, 09:13
und was hilft mir das teure geschirr

wenn ich nicht kochen kann und darin einen schweinslungenbraten um 5 euro "erwärme" ?

Luager
00
14.11.2010, 09:55
Also das selbe System..

wendet "SPRING" in der Schweiz auch an (Stahl Alu Kupfer) - allerdings etwas billiger - Bei Amazon ein "Al-Clad" um 440.- ist für den Privatgebrauch schon etwas happig ;-)

Poldi Fesch
00
14.11.2010, 11:59
ja, schon

irgendwie
http://tinyurl.com/353gsk2

jumpingjack flash
00
14.11.2010, 16:53
eher das

http://www.spring.ch/index.php?p=45

wobei ich das gern technisch untersucht hätte - bei sperrholz machen viele schichten sinn - bei metallen - entsteht da nicht leicht ein bimetalleffekt, bzw. wie plan sind die töpfe im heissen zustand wirklich noch.
soweit ich seh hat all-clad zwischen den leitenden alu/kupferschichten in der mitte noch eine (schlecht leitende) niroschicht zur stabilisierung.

Poldi Fesch
00
14.11.2010, 19:36
meine gibts

nicht mehr
http://www.spring.ch/index.php... d=3&gid=30
jedenfalls hab ich 2 "alte" von denen. Sind ein bisserl "ungluecklich" im Format. Ich verwende sie mehr fuer Linsen u. aehnlichen. Funktionieren tun sie aber vorzueglich

jumpingjack flash
00
14.11.2010, 20:26

zu flach ? sehr schön jedenfalls - ich als alter geschirrspüler hab bei dem kupferzeug bedenken bzgl. korrosion - gilt für händische wäsche natürlich nicht.

Poldi Fesch
00
14.11.2010, 23:16
ja, die Pflege ist

grundsaetzlich muehsam

dr mike
01
14.11.2010, 03:25

warum ... ausgerechnet ... in Amerika hergestellt ?!
in der Überschrift.
Das ist ausgerechnet rätselhaft

Hans Krankls Frisör
05
14.11.2010, 14:44

Ja weil Amerikaner bekanntlich nur Waffen herstellen können und wenn sie was anderes machen ist es immer billiger Ramsch. Und vom kochen habens sowieso keine Ahnung...

dr mike
11
14.11.2010, 19:03

bekanntlich kann Amerika viel mehr. Es kommt nu darauf an was einem bekannt ist.
Und was das Kochen betrifft. In Amerika (USA werden wohl gemeint) kann man sehr gut essen.
In ihnen steckt eben ein dicker Kern Antiamerikanismus. Sie haben den Amis offenbar nich immer nicht verziehen dass sie den letzten Krieg gewonnen haben.

jumpingjack flash
00
13.11.2010, 22:51

hab mir grad die website angeschaut -schon sehr gediegen - allerdings 200/topf ist stattlich. genietete henkel/stiele haben m.m. nach hygienische nachteile bzw. gefahren. detto der vertiefte firmenname!?
punktgeschweisste bieten ein perfekteres topfinnere.
was ich nicht verstehe: wieso sollte eine hochpolierte pfanne nicht haften? wenn doch, was ich bezweifle, wie lange bleibt die hochpoliert?
warum bieten die dann auch pfannen mit antihaftbeschichtung an?
warum ist bei der kupferserie die äussere niroschicht durchgefräst - damit geht die gleichmässige wand verloren (ist anscheinend eh wurscht)

Stefan Weilhartner
 
10
13.11.2010, 17:32
Klingt eher nach einer Werbeeinschaltung

Ist natürlich super wenn man so im High-End-Bereich philosophiert. Ich mag das eigentlich auch mit vernünftigem Werkzeug zu arbeiten. Aber hier sehe ich keine neuen innovativen Konzepte. Wo ist hier der Glasdeckel? Töpfe/Pfannen ohne Glasdeckel find ich schon mal nicht so zeitgemäß. Und wenn schon die gute Hitzeverteilung in den Vordergrund gestellt wird dann muß man dazu auch sagen, daß man Energie sparen könnte und auch eine bessere Wärmeverteilung hätte wenn man die Topfwände nach außen hin mit einer Beschichtung ordentlich isoliert. Gerade wenn man etwas im Topf schonend köcheln lassen will würde das viel Sinn machen, dann wäre die Temperatur unten und oben im Topf etwas näher beieinander.

jumpingjack flash
00
13.11.2010, 22:37

wär eventuell mit deckeln zu lösen die ähnlich wie bei dosen auch seitlich runter gehen bzw. drüber gehen.

Poldi Fesch
05
13.11.2010, 19:10
mit Glasdeckeln

kannst mich jagen. Nicht umsonst sind die immer auf den billigsdorfer Serien

Stefan Weilhartner
 
10
13.11.2010, 19:55
Ach ja

Fissler, Tefal und WMF führen Glasdeckel. Die sind mir jetzt nicht als Billigsdorfer-Serien in Erinnerung (z.B. Fissler Solea 5 Töpfe um 429 Euro bei amazon)

tramezzino
00
14.11.2010, 14:34

is eh günstig.

Poldi Fesch
00
13.11.2010, 20:01
die Fissler Produktpalette

kenn ich zuwenig, bei WMF ists jedenfalls die "guentstigste"

Stefan Weilhartner
 
21
13.11.2010, 19:43
Ist für mich nicht nachvollziehbar

Nach der selben Logik dürfte man auch keine hochwertigen Metalltöpfe und Pfannen einkaufen, weil die Billigsdorfer Sets ja auch Metall verwenden.
Glas hat einen niedrigeren Leitwert als Metall, damit halten sie die Hitze besser im Topf als Metalldeckel. Weiters kann man durch Glas hindurchsehen, was bei Metall bekanntlich nicht geht. Wo ist also der Nachteil eines Glasdeckels?

jumpingjack flash
00
13.11.2010, 22:32

für mich dass er zerbrechen kann, eventuell auch die rille/spalt zwischen metall und glas am deckelrand.
ansonsten geb ich ihnen recht.
ich verwende allerdings auch keine glasdeckel, weil ich so wild/patschert bin dass ich oft geschirr fallen lasse.

cho
00
13.11.2010, 21:57
Wozu unbedingt Glasdeckel?

Zum scharf anbraten werden sie ihn nicht brauchen, wenn sie trotzdem einen Deckel benötigen, warum Glas? Hoffe, sie haben nicht vergessen, was in der Pfanne ist (sofern sie durch den angelaufenen Deckel was sehen) und ob der Inhalt am Punkt ist, ist Temperatur/Zeit/Erfahrungsabhängig...

Stefan Weilhartner
 
11
13.11.2010, 22:28
Wenn man einen Deckel braucht

ist der Glasdeckel schon ok. Denn er hat im Vergleich zum Metall einen niedrigeren Wärmeleitwert. D.h. der Deckel isoliert besser und es entweicht weniger Hitze nach oben als bei einem Metalldeckel. Damit hält der Glasdeckel das gekochte/gebratene länger warm. Das mit dem Anlaufen stimmt zum Teil. Aber es erlaubt schon mal einzuschätzen, ob etwas kocht oder nur leicht simmert ohne den Deckel heben zu müssen. Und das macht bei den Aromen schon einen Unterschied ob etwas kocht oder leicht köchelt. Wenn man einen hohen Topf hat, ist das auch wichtig, daß nach oben nicht so viel Hitze entweicht, damit es nicht unten am Boden zu heiß und oben zu kalt ist. Das ganze sind zwar nur Feinheiten, aber das ist ja auch das Thema hier: High-End-Cooking

jumpingjack flash
00
13.11.2010, 23:36
schulte ufer

ich weiss nicht ob sie die firma kennen - auch ein deckelkonzept, ein anderes dass mit kühlem deckel arbeitet - dampf kondensiert und tropft zurück - klingt auch einleuchtend, weil ganz dicht ísts eh nur beim druckkochtopf.
http://www.kochen-essen-wohnen.de/edelstahl... oepfe.html

jumpingjack flash
00
13.11.2010, 22:59

ist halt profigeschirr - braucht man das wirklich?
lebenslang ist auch so eine sache - tlw. muss man warten - die alten emailtöpfe werden dank induktion wieder brauchbar, die alten nirotöpfe plötzlich unbrauchbar.
der verzugfreie boden samt eignung für alle herdsorten will auch bezahlt werden. auf gas/induktion vielleicht weniger wichtig.

Poldi Fesch
00
13.11.2010, 19:46
zunaechst,

ich finde sie haesslich. Was das "durchsehen" angeht, die sind ja meist angelaufen

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